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Chronik

Nach tödlichem Unfall öffnet Eisriesenwelt am 1. August wieder

Von nachrichten.at/apa   30. Juli 2020 11:16 Uhr

14-Jähriger bei Eisriesenwelt von Stein erschlagen
Beim Zustieg zur Eisriesenhöhle ereignete sich das tödliche Unglück. Ein 14-jähriger Bub wurde durch einen Steinschlag getötet.

WERFEN. Knapp drei Wochen nach dem tödlichen Steinschlag am Zugangsweg zum Eingang der Eisriesenwelt bei Werfen (Pongau) wird die Touristenattraktion am kommenden Samstag wieder ihre Tore offen.

Die Betreibergesellschaft hat binnen kürzester Zeit ein fünf Meter hohes und 42 Meter breites Schutznetz über dem Unfallort errichten lassen. Es soll nun für die Sicherheit der Besucher sorgen.

"Wir sind ursprünglich von einer klar längeren Sperre ausgegangen", sagte Eisriesenwelt-Geschäftsführer und Miteigentümer Friedrich Oedl am Donnerstag. "Wir hatten Glück, das die Baufirmen so rasch zu arbeiten beginnen konnten und das benötigte Material vorhanden war. Der Hersteller für die Netze hat uns extra eingeschoben." Die Kosten des Schutzbauwerkes, das den Abschnitt zwischen den bestehenden Steinschlaggalerien abdeckt, beziffert er mit rund 220.000 Euro.

"Das Gelände über dem Weg ist mit einer Drohne exakt vermessen worden", so Oedl. Man habe dann versucht, mit verschiedensten Simulationsrechnungen ein möglichst realistisches Modell des Felssturzes nachzubilden. Darauf aufbauend wurden dann die Sicherungsmaßnahmen geplant. Für die Stützen des Netzes wurden Bohranker bis zu sechs Meter tief im Fels verankert, ein grobes und eine feines Gitter sollen Gesteinsbrocken größeren und kleineren Umfangs abfangen. Die Netze werden heute und morgen gespannt.

"Die Maßnahme ist mit dem Landesgeologen abgestimmt, die Sicherheit am Stand der Technik", erklärte Oedl. "Wir sehen jetzt keine Gefahr im Verzug mehr. Ein Restrisiko bleibt aber immer." Man überlege darum weiter längerfristige Maßnahmen, wie eine Vervollständigung der Lawinengalerie, neue Tunnel oder Halbtunnel.

Die Saison bei der Eishöhle dauert bis zum Nationalfeiertag am 26. Oktober. Weil man heuer auch wegen der Coronaepidemie erst einen Monat später in die Saison gestartet sei und bei den Führungen die Gruppengröße reduziert wurde, werde man das aktuelle Geschäftsjahr allerdings nicht ohne Verluste abschließen können, sagte Oedl.

Zu dem tödlichen Unglück war es am späten Vormittag des 12. Juli gekommen. Rund 400 Höhenmeter oberhalb des Einganges zur Eishöhle hatte sich ein etwa ein bis zwei Kubikmeter großer Felsblock wegen der starken Regenfälle am Tag zuvor aus der Wand gelöst. Der Block stürzte in die Tiefe und zersprang in viele kleinere Teile. Dabei wurde der Zubringerweg auf einer Breite von 100 Metern von Steinen getroffen. Der Weg ist dort zwar größtenteils durch die Steinschlaggalerien überdacht, einige Brocken stürzten aber auf den ungeschützten, bisher als sicher gegoltenen Abschnitt.

Dabei wurde ein 14-jähriger Besucher von einem etwa 25 Kilogramm schweren Stein am Oberkörper getroffen und so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle verstarb. Auch ein 19-Jähriger wurde von einem Stein am Bein getroffen und verletzt. Er konnte das Krankenhaus aber nach kurzer Zeit wieder verlassen.

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