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Wels

Erste Frau bei der Feuerwehr: "Ich will Leben retten"

Von Michaela Krenn-Aichinger  08. Januar 2022 10:27 Uhr

Erste Frau bei der Feuerwehr: "Ich will Leben retten"
Krankenschwester Simone Rosner (28) ist die erste und bisher einzige Feuerwehrfrau bei der FF Grieskirchen.

GRIESKIRCHEN. Zum 150-Jahr-Jubiläum wirbt die Feuerwehr in Grieskirchen um neue Mitglieder.

Im Jahr 1872 wurde in der Bezirksstadt die freiwillige Feuerwehr gegründet. Aber erst seit dem Vorjahr ist dort die Zeit der reinen "Männer-Wehr" vorbei. Simone Rosner ist die bisher einzige Frau, die aufgenommen wurde. Die Pionierin ist nun auch Testimonial für die aktuelle Werbekampagne "Ich rette Leben". Deren Ziel ist es, im heurigen Jubiläumsjahr "150 Jahre Grieskirchner Feuerwehr" die Zahl der Mitglieder von 135 auf 150 zu erhöhen.

Rosner, die sich in der Männerriege gut behauptet und herzlich aufgenommen wurde, würde sich über weibliche Verstärkung freuen. "Liebe Damen, engagiert euch, es ist ein schönes Gefühl, anderen Leuten helfen zu können", rührt sie die Werbetrommel für das ehrenamtliche Engagement. In der Jugendgruppe, wo sie mitarbeitet, sind mittlerweile auch drei Mädels begeistert mit dabei.

Erste Frau bei der Feuerwehr: "Ich will Leben retten"
Auch mit Plakaten am Lkw, der in der Stadt parkt, wird um Nachwuchs geworben.

Die 28-Jährige ist überzeugt, dass die Feuerwehr von einer größeren Portion Weiblichkeit profitieren würde. Sie selbst war bereits in Geboltskirchen bei der Feuerwehr aktiv, nach dem Umzug nach Grieskirchen wollte sie sich weiterhin engagieren und bei der Feuerwehr mitwirken. Kommandant Erwin Hangl streut der jungen Feuerwehrfrau Rosen: "Sie hat sich gut eingelebt und ist eine super Kameradin", betont Hangl. Er habe jetzt auch ein Argument für jene, die sagen, sie hätten familiär keine Zeit für die Feuerwehr. "Denn die ganze Familie ist bei uns willkommen, Vater, Mutter und Kinder."

Stark ausgeprägtes Helfergen

Anderen Menschen zu helfen, das macht Simone Rosner auch beruflich. Die Krankenschwester arbeitet beim Roten Kreuz und aktuell bei der Gesundheitshotline 1450. Mit der sich aufbauenden Omikron-Welle werden sie und ihre Kollegen in den nächsten Wochen wieder enorm gefordert sein.

Warum engagieren sich so wenige Frauen bei der Feuerwehr? "Ich höre oft von Freundinnen oder Arbeitskolleginnen, dass das nichts für sie wäre, vielleicht schreckt auch das Technische ab." Durch Schulungen und zunehmende Erfahrung würden diese Bedenken aber rasch verfliegen. "Es wird auch keiner zu etwas gezwungen, etwa bei belastenden Einsätzen ganz vorne dabei zu sein. Es gibt auch andere Aufgaben wie den Lotsendienst", sagt Simone Rosner. Auch sie hat bereits Einsätze erlebt, die ihr unter die Haut gingen, etwa als nach einem Unfall der Rettungshubschrauber ein schwer verletztes Kind ins Spital bringen musste.

Die aktuelle Werbekampagne mit mehreren Sujets, etwa für die Jugend mit dem Slogan "Ich lerne Leben retten. Und was machst du nach der Schule?", lässt sich die Feuerwehr mehrere tausend Euro kosten. "Man darf sich nicht zurücklehnen, Corona hat uns auch in der Mitgliederwerbung etwas zurückgeworfen, weil es zum Beispiel nicht möglich war, in die Schulen zu gehen", sagt der 60-jährige Kommandant Hangl.

Feiern wird die FF Grieskirchen ihr 150-Jahr-Jubiläum am 21. und 22. Mai unter anderem mit einem Stöbelturnier, einer Feldmesse und einem Frühschoppen.

Artikel von

Michaela Krenn-Aichinger

Lokalredakteurin Wels

Michaela Krenn-Aichinger

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