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Angst vor Gift-Cocktail in der Maurer-Deponie

WELS. Besitzer und Anrainer prangern Umweltskandal an – Grüne thematisieren stillgelegte Müllgrube im Gemeinderat.

Angst vor Gift-Cocktail in der Maurer-Deponie

Ein Bild aus 1964. Dass nur Hausmüll in der Maurer-Grube landete, wird bezweifelt Bild:

Eine stillgelegte Müllgrube in der Ortschaft Laahen beschäftigt seit kurzem die Umweltbehörden und die Staatsanwaltschaft. Es wurden Ermittlungen aufgenommen. Die Grünen thematisieren die Maurer-Deponie am Montag im Welser Gemeinderat.

Seit Alexander Maurer, der Erbe des Grundstücks, auf eigene Kosten eine Probebohrung durchführen ließ, herrscht Unruhe am Magistrat. Denn es gibt den Verdacht, dass unter dem vier Hektar großen Ackerland ein Gift-Cocktail ungeahnten Ausmaßes schlummert.

Anrainer der Deponie seien gewarnt worden. Wegen erhöhter Schadstoffkonzentration sollten sie Aufenthalte in ihren Kellern meiden. Der grüne Gemeinderat Walter Teubl wittert einen Skandal: "Der Magistrat hat als Deponiebetreiber seine eigenen Vorschriften missachtet."

Zur Vorgeschichte: Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich in Laahen eine Kiesgrube, die nach Einstellung des Schotter-Abbaus in eine Mülldeponie verwandelt wurde. Die wasserrechtliche Bewilligung von 1964 enthielt eine Reihe von Auflagen, darunter das Verbot der Ablagerung von chemischen Stoffen und Mineralölen, die Verpflichtung zur Abzäunung und eine ständige Aufsicht. "Bis weit in die 70er Jahre wurde aber nicht nur Hausmüll abgelagert. Auch Bauschutt sowie Industrie- und Gewerbemüll landeten in der zehn Meter tiefen Grube", behauptet Teubl. Dies hätten die Probebohrungen ergeben. Zudem sei das Grundstück niemals eingezäunt gewesen.

Der jetzige Eigentümer wollte das 44.000 Quadratmeter große Areal an eine Wohnbaugesellschaft verkaufen. Da die Liegenschaft im Verdachtsflächenkataster als Beobachtungsfläche geführt wird, darf dort nichts gebaut werden. Allerdings wurde 2011 auf benachbartem Deponiegrund die Da-Vinci-Privatschule und ein Kindergarten errichtet: "Zunächst hat man das Projekt untersagt und später überraschend genehmigt. Eine eigenartige Vorgangsweise", findet Teubl. Anrainer Erich Egger beobachtete als Kind die Lkw, als sie in der Grube Müll abluden: "Da wurde alles Mögliche hineingeworfen. Altreifen, Kühltruhen, Neonröhren, Lacke und Lösungsmittel. Eine normale Hausmülldeponie war das bestimmt nicht", sagt der Welser.

Maurer will jetzt das Grundstück loswerden. Die Stadt verwies ihn auf den Rechtsweg. "Auch wenn alles verjährt sein mag, trägt die Stadt zumindest eine moralische Verantwortung", sagt Teubl.

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Artikel Erik Famler 08. November 2018 - 00:04 Uhr
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