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Höhlenforscher drangen elf Kilometer in Hohe Schrott vor

BAD ISCHL. Die neu entdeckte Höhle könnte mit anderen, bereits bekannten Systemen verbunden sein.

Höhlenforscher drangen elf Kilometer weit ins Innere der Hohen Schrott vor

Die riesige Karsthöhle soll in den kommenden Jahren noch weiter erforscht werden. Bild: OÖN/Tenreiter

Bereits 2008 entdeckten Mitglieder des Landesvereins für Höhlenkunde am Hochplateau der Hohen Schrott den Eingang zu einer bis dahin unbekannten Höhle. Sie nannten sie "Verborgene Höhle", drangen aber nur rund 1,5 Kilometer weit vor. "Der Einstieg ist nicht einfach, weil man sich gleich zu Beginn in einen 100 Meter tiefen Schacht abseilen muss", sagt der Bad Ischler Höhlenforscher Clemens Tenreiter (31).

Vergangenes Jahr wollten Tenreiter und seine Kollegen der Höhle aber auf den Grund gehen. Sie unternahmen insgesamt zwölf Forschungstouren ins Innere des Berges, um eine Karte des neu entdeckten Systems anzulegen. Dabei gelangten sie jedes Mal etwas tiefer in den Berg hinein. "Wir biwakierten auch in der Höhle, um möglichst weit vordringen zu können", sagt Tenreiter, der am LKH Salzburg als OP-Pfleger arbeitet.

Die Höhlenforscher waren überrascht über die Größe des Systems. "Der Berg ist durchzogen von riesigen Gängen und Hallen mit Tropfsteinen", berichtet Tenreiter. "In einem der Gänge entdeckten wir eine meterdicke, viereinhalb Meter hohe Tropfsteinsäule. Es handelt sich um die größte bis jetzt bekannte Sinterformation in der Hohen Schrott."

Die westlichen Ausläufer des Toten Gebirges sind für Höhlenforscher ein Paradies. Das Schönberg-Höhlensystem, dessen Eingang nur wenige Kilometer von der Verborgenen Höhle entfernt ist, gilt mit einer erforschten Länge von rund 140 Kilometern als das größte bekannte System Österreichs und der Europäischen Union.

Damit kann die Verborgene Höhle zwar nicht mithalten, doch Tenreiter ist überzeugt davon, dass die elf bisher erforschten Kilometer noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sind. "Verbindungen mit anderen, bereits bekannten Systemen sind denkbar", sagt er – und rechnet damit, dass die Höhle noch Überraschungen parat hält.

Drei Weberknechte

Eine fanden sie bereits: Nach elf Kilometern im Berg stießen die Forscher auf drei Weberknechte. "Normalerweise dringen die Spinnen nicht so weit ins Innere vor", sagt Tenreiter. "Wir vermuten deshalb, dass es in diesem Bereich einen noch unbekannten Ausgang gibt."

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Artikel Edmund Brandner 25. Januar 2016 - 00:05 Uhr
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