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Abschied von der Kapuzinerkirche

Von Christopher Buzas, 04. Juli 2016, 06:13 Uhr
Abschied von der Kapuzinerkirche "Mir tut da schon das Herz weh"
Der letzte Einzug in die Kapuzinerkirche: Nach mehr als 230 Jahren ging gestern eine Ära in dem Gotteshaus zu Ende.

LINZ. Die letzte Messe war von Wehmut begleitet – die Pfarre übersiedelt auf den Römerberg

Kurze Stille, erst dann brandet vorsichtiger Applaus auf. Soeben hat Bischofsvikar Johann Hintermaier das Dekret von Bischof Manfred Scheuer zur Auflassung der Kapuzinerkirche verlesen und an Pfarrprovisor Manfred Wageneder übergeben. "Natürlich ist es traurig, dass wir weggehen müssen. Es freut uns aber, dass wir auf dem Römerberg eine neue Heimat finden", sagt Wageneder während der Sonntagsmesse.

Größer ist die Enttäuschung über den Umzug da bei so manchem Besucher des äußerst gut besuchten Gottesdienstes in der Kirche auf dem Kapuzinerberg. "Ich bin enttäuscht, dass man bei uns eine Kirche auflässt", sagt eine ältere Dame, als sie das Gebäude zum wohl letzten Mal verlässt.

Mit vielen schönen Erinnerungen verbindet das Gotteshaus auch Renate Rothbauer, die Mitglied des Pfarrgemeinderates ist. "Vor 45 Jahren habe ich hier geheiratet, meine Kinder wurden in der Kapuzinerkirche getauft. Dass wir jetzt übersiedeln, da tut mir schon das Herz weh."

Neuer Pfarrname

Anlass für den Umzug ist, wie berichtet, dass der Mietvertrag zwischen dem Kapuzinerorden und der Diözese ausläuft. Nach vielen Überlegungen und Diskussionen fiel in der Pfarre St. Matthias – so der offizielle Name – schließlich die Entscheidung, in die Martinskirche zu übersiedeln und das bestehende Gotteshaus zu profanieren, sprich aufzulassen.

Die kommende Sonntagsmesse wird bereits auf dem Römerberg stattfinden, der neue Name der Pfarre lautet Linz-St. Martin am Römerberg. "Nichts, was die Pfarre St. Matthias ausgezeichnet hat, soll dadurch aber verloren gehen", sagt Hintermaier.

Unter den Gläubigen, die regelmäßig die Messe in der Kapuzinerkirche besucht haben, überwiegen dennoch gemischte Gefühle. "Ich verbinde mit der Kapuzinerkirche viele Erinnerungen. Ich freue mich aber auch auf die Martinskirche", sagt Barbara Voglmayr, die sich nach Ende der Messe wie die übrigen Besucher auf dem Kirchenvorplatz versammelt hat. Dass dies kein gewöhnlicher Sonntagsgottesdienst ist, zeigt sich schnell. Erinnerungen an persönliche Erlebnisse in der Kapuzinerkirche werden ausgetauscht, da und dort zückt einer der Messebesucher eine Kamera, um die Erinnerung festzuhalten.

Was mit dem Gebäude passiert, ist unklar, die Verhandlungen zwischen Diözese und Kapuzinern sind im Gange. Zur Diskussion steht, das bisherige Gotteshaus als Kulturgüterdepot für Objekte mit sakraler und/oder historischer Bedeutung zu nutzen. Für Bischofsvikar Hintermaier ist jedenfalls eines klar: "Die Profanierung ist nichts Alltägliches. Hier wird ein Stück Pionierarbeit geleistet."

 

Nachgefragt: Stimmen zum Umzug der Pfarre St. Matthias

„Ich habe in der Kapuzinerkirche geheiratet. Da tut mir schon das Herz weh.“
Renate Rothbauer, Linz

„Die Profanierung ist nichts Alltägliches. Hier wird ein Stück Pionierarbeit geleistet.“
Johann Hintermaier, Bischofsvikar

„Mit der Kapuzinerkirche verbinde ich viele Erinnerungen. Ich freue mich aber auf die Martinskirche.“
Barbara Voglmayr, Linz

 

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