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Unfälle mit Elektroautos: Vorsicht ja, Hysterie ist allerdings fehl am Platz

INNVIERTEL. Arbö-Schulungsleiter Johannes Kremslehner aus Eberschwang zeigt Gefahrenquellen auf

Unfälle mit Elektroautos: Vorsicht ja, Hysterie ist allerdings fehl am Platz

Das Löschen von Hochvolt-Fahrzeugen stellt die Einsatzkräfte vor viele neue Herausforderungen. Bild: APA/FF-LANGENZERSDORF/MARTIN RUZ

Rund 21.000 Elektroautos waren Ende 2018 in Österreich angemeldet. Mit der steigenden Anzahl steigt auch die Wahrscheinlichkeit bei Unfällen auf derartige Hochvolt-Fahrzeuge zu treffen. Die neue Technik von Elektro- und Hybridfahrzeugen stellt auch die Einsatzkräfte vor neue Herausforderungen. Wie groß ist die Gefahr für Retter bei einem Unfall? Johannes Kremslehner aus Eberschwang gibt Auskunft. Der Kfz-Techniker- und Karosseriebaumeister hält in Oberösterreich Schulungen für Hochvolt-Fahrzeuge ab.

"Momentan schule ich sehr viele Feuerwehren und vermittle in den Kursen das grundsätzliche Verständnis für die neue Technik. Bei den Einsatzkräften ist die Unsicherheit groß. Schließlich ist nicht jeder Feuerwehrmann ein Techniker oder Mechaniker", sagt Kremslehner. Je nach Autotyp und Hersteller kommen verschiedenste Batterien zum Einsatz. Bei den Hybrid-Modellen sind das meistens Nickel-Metallhydrid-Batterien. Häufiger sind Natrium-Nickelchlorid- und Lithium-Ionen-Batterien in den Autos verbaut. "Von der Lithium-Ionen-Batterie geht die größte Gefahr aus. Da gab es auch schon einmal ein Problem bei einer Handymarke. Die Gefahr ist, wenn die Batterie verformt wird und es zu einem Kurzschluss kommt, die ganze Zeit Strom fließt und Zelle für Zelle überhitzt. Eine Art Kettenreaktion", erklärt der Arbö-Schulungsleiter. Leider sind sogenannte Hochvolt-Fahrzeuge für den Laien schwer erkennbar. Manche haben eine grüne Nummerntafel (nicht zwingend Vorschrift), sämtliche Kabelstränge sind orange isoliert und auf den Bauteilen befindet sich ein Hochvolt-Symbol.

Muss ein Autofahrer, der bei einem Unfall mit einem Elektroauto helfen will, Angst haben? "Das große Thema ist das Löschen. Das Lithium reagiert explosiv auf Wasser. Allerdings nur, wenn schon Flüssigkeit ausgetreten ist. Wenn die Batterie noch dicht ist, wird sie geflutet. Mit viel Wasser. Oder mit Trockeneis gekühlt. Manche Automarken schreiben ihren Händlern sogar vor, ein Becken zu bauen, um verunfallte Fahrzeuge dort hineinzustellen und fluten zu können", erklärt Johannes Kremslehner. Die E-Autos sind sicherheitstechnisch sehr gut. "Wenn der Airbag aufgeht oder der Crashsensor aktiv wird, schaltet das System ab. Beide Pole haben einen extra Schutz. Sogar wenn man die Zündung abstellt, das Auto zusperrt oder ein Fehler im System angezeigt wird, ist das der Fall. Blind vertrauen sollte man darauf nicht.

Jedes Sicherheitssystem, auch wenn es noch so ausgefeilt ist, kann einmal versagen", warnt er. So gut wie unmöglich ist die Gefahr beim Retten einen Stromschlag zu bekommen. Das verwendete It-Netz (insulated terra = isolierte Erde) verfügt über keine Erdung. Daher ist ein Kurzschluss oder eine Gefährdung selbst dann nicht gegeben, wenn z. B. ein Bauteil defekt ist. Ein Stromfluss durch den Körper ist ebenfalls nicht möglich, da der Stromkreis nicht über die Erde geschlossen wird. Eine toxische Gefahr geht von beschädigten Stromspeichern vor allem dann aus, wenn Elektrolyte austreten. "Aufgerissene Akkus sind immer gefährlich. Deshalb immer Augen und Ohren auf bei Unfällen. Auf Rauchentwicklung, Feuer und knisternde Geräusche achten! Allerdings ist die oft verbreitete Hysterie und Katastrophenstimmung fehl am Platz", sagt Kremslehner.

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Artikel Josef Schuldenzucker 09. Februar 2019 - 10:48 Uhr
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