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Innviertel

Schüler für nachhaltiges Fischfutter und Mikroplastik-Nachweis prämiert

15. Juli 2019 00:04 Uhr

Schüler für nachhaltiges Fischfutter und Mikroplastik-Nachweis prämiert
Simon Esterbauer und Franz Forster mit Anna Riedler und Lena Stadler

BRAUNAU. Gleich zwei Umweltpreise des Landes wurden an Projekte der HTL Braunau verliehen.

Gleich zwei Projekte der HTL Braunau wurden mit dem Landespreis für Umwelt und Nachhaltigkeit bedacht – eines zum Thema Mikroplastik und eines für nachhaltige Fischnahrung. Die Schüler Simon Esterbauer und Franz Forster haben für die Firma Ecofly ein Wärmemanagement entwickelt, das Kosten und Energie spart.

"Jährlich werden rund 20 Millionen Tonnen Fisch zu Futtermehl, vor allem für Fische, verarbeitet. Unser Partner, die Firma Ecofly, beschäftigt sich mit der Züchtung von Insekten, die den Fischmehlanteil im Fischfutter reduzieren sollen. Sie leisten so einen großen ökologischen Beitrag. Um wechselwarme Tiere effizient züchten zu können, müssen in abgeschlossenen Kammern sehr kontrollierte Klimabedingungen, hohe Temperaturen und hohe Luftaustauschraten geschaffen werden", so die Projektanten.

Gleichzeitig werden durch die Stoffwechselvorgänge der Insekten große Energiemengen in Form von Wärme frei. "Und genau für diese Situation wollen wir mit unserem Projekt eine wesentliche Hilfestellung leisten", so die beiden Bioniker. Sie haben eine ausgefeilte Mess- und Regelungstechnik konzipiert – die entstehenden Energieströme werden erfasst, und die Beheizung der Zuchteinheiten wird vollständig durch die Prozessabwärme der Insekten mit Hilfe eines Gegenstromwärmetauschers ermöglicht.

Die Aufzucht von Insekten könne deshalb auch im heizkostenintensiven Winterhalbjahr weitestgehend energieneutral betrieben werden. "Mittels mehrerer Sensoren ermitteln wir die Parameter für die optimale Regelung von Heizung und Lüftung in der Zuchtanlage. Mit Hilfe eines Wärmetauschers und Lüftern rechnen wir mit einer Einsparung von 150.000 kWh pro Jahr und somit von 15.000 Euro. Der Einbau unserer Anlage ist abgeschlossen, der Probebetrieb läuft", so die HTLer.

Projekt Mikroplastik

Aus Sicht der HTL Braunau zweite Preisträger sind Anna Riedler und Lena Stadler – sie haben eine Methode entwickelt, um "Mikroplastik" in Pflanzen und Kleinstlebewesen nachzuweisen. Die beiden Bionikerinnen sind in ihrer Diplomarbeit, die sie unter der Betreuung von Josef Wagner erstellt haben, der Frage nachgegangen, ob Mikroplastikpartikel von Pflanzen oder Mikroorganismen aufgenommen werden und so in den Nahrungskreislauf gelangen können. Sie haben dafür eine Methode entwickelt, mit der sie thermoplastische Mikroplastikpartikel in einer Teilchengröße kleiner als ein Haardurchmesser herstellen und diese mit einem Fluoreszenzfarbstoff durchfärben können.

Fluoreszenzfarbstoffe leuchten bei Bestrahlung mit UV-Licht in der Dunkelheit. Dadurch gelang es, die hergestellten Mikroplastikteilchen in den Pflanzen und Kleinstlebewesen nachzuweisen. Mit Hilfe von Pantoffeltierchen und Urzeitkrebsen bei den Mikroorganismen und mit Radieschen bei den Pflanzen haben sie entsprechende Untersuchungen durchgeführt. "Ein wesentlicher Teil unseres Projektes beschäftigte sich mit dem Transfer unseres Wissens an Schülerinnen der siebten und achten Schulstufe", so die beiden Maturantinnen.

Die beiden Preisträgerprojekte wurden in der Kategorie "Schulen und Erwachsenenbildungseinrichtungen" ausgezeichnet und haben jeweils 1000 Euro Preisgeld erhalten.

"Wir freuen uns sehr, dass zwei der sieben Preisträger in dieser Kategorie aus der HTL Braunau kommen", sagt Experte Josef Wagner von der HTL Braunau.

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