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Innviertel

Geothermie: Dritte Bohrung, um Großkunden bedienen zu können

Von Dieter Seitl   05. Oktober 2018 02:02 Uhr

Groß-Geothermie: Nun dritte Bohrung, um Großkunden bedienen zu können
Helmut Binder, Geschäftsführer der Energie Ried mit Netzplan

RIED/MEHRNBACH. Bei Österreichs größter Geothermie, die weite Teile des Raumes Ried mit Heizenergie versorgt, beginnt in wenigen Tagen eine dritte Bohrung.

Der Netzausbau war in der jüngeren Vergangenheit gebremst, zumal die bestehende Geothermie voll ausgelastet ist. "Wir haben noch einige Großkunden in der Pipeline, diese könnten wir derzeit aber gar nicht versorgen. Darum ist die dritte Bohrung unbedingt notwendig", sagt Helmut Binder, Geschäftsführer der Energie Ried, auf OÖN-Anfrage.

So gebe es mit der Rieder Kaserne fortgeschrittene Gespräche, der in Bau befindliche Maximarkt soll angeschlossen werden, auch das Krankenhaus ist im Gespräch. "So große zusätzliche Abnehmer könnten wir derzeit nicht versorgen." Das soll sich in absehbarer Zeit ändern. Nächste Woche soll das Vormaterial zur neuen Bohrung angeliefert werden, einige Tage später soll der Bohrturm in Stellung gebracht werden.

46 Tage sind für die Bohrung in eine Tiefe von 2700 Metern vorgesehen, wo sich das heiße Wasser befindet. Den Zuschlag erhalten hat ein Tochterunternehmen der Strabag. "Wenn alles klappt, sollten die Bohrung selbst Mitte Dezember fertig sein", sagt Binder.

Eigentlich sollte die neue Bohrung bereits fertiggestellt und seit September am Netz sein. Weil eine europaweite Ausschreibung, verbunden mit vielen sensiblen und aufwendigen Facetten, nötig war, sei der Zeitplan nicht zu halten gewesen, so Binder.

Gebohrt wird sieben Meter neben einer Bohrung, bei der es zu einer massiven Panne kam. Wie berichtet, hatte es bereits eine dritte Bohrung gegeben: Bis zu einer Tiefe von 550 Metern war alles reibungslos verlaufen. Eine Tiefe, ab der der Raum zwischen eingebrachten Rohren und dem Gestein vor dem Weiterbohren erstmals von ganz unten bis nach oben mit Beton ausgegossen wird.

Dabei habe sich zwischen zwei Rohren in der Tiefe die Verschraubung gelöst. Das führte dazu, dass der Beton eingeflossen ist – sprich, das Bohrloch wurde ungewollt zubetoniert, so Experten. Die Bohrfirma musste Insolvenz anmelden. Nun muss knapp daneben völlig neu gebohrt werden.

Die Infrastruktur um die anstehende Bohrung sei jedenfalls fertiggestellt – von den Verbindungsleitungen bis zum Heizhaus. Ist die Bohrung selbst abgeschlossen, muss nur noch die Pumpe hinunter, und es könne losgehen.

Derzeit wird in Mehrnbach an einer Bohrstelle Heißwasser entnommen, an einer zweiten muss das Wasser nach dem Wärmetausch wieder in die Tiefe verpresst werden. Steigende Nachfrage macht eine dritte Bohrung notwendig, so die Betreiber. Im Jänner soll ein behördlich vorgeschriebener Pumpversuch erfolgen, der Daten über Ergiebigkeit, Temperatur und Druckverhalten zu benachbarten Bohrungen liefert.

 

Wechsel im Aufsichtsrat der Energie Ried

Im Aufsichtsrat der Energie Ried kam es zuletzt im Rahmen von Wahlen zu personellen Veränderungen. VP: Karl Danninger ist als Vorsitzender bestätigt worden, sein Stellvertreter und neu im Gremium ist Bernhard Zwielehner. Gabriele Luschner scheidet wie Thomas Brückl aus, dieser wechselt in den Aufsichtsrat der Rieder Messe.

Für die VP vertreten sind auch Ulrike Purkart und Claudia Schoßleitner. SP: Michael Steffan bleibt im Aufsichtsrat, Rudolf Holzinger macht für Roland Demmelbauer Platz. FP: Für die FP im Gremium sind Thomas Dim sowie Ernst und Martin Reiter. Grüne: Auf Max Gramberger folgt Lukas Oberwagner. Im Aufsichtsrat vertreten ist auch der Betriebsrat.

 

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