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Oberösterreich

Walter Scheucher: Er bringt Kinder sicher über die Straße

Walter Scheucher ist einer von sechs Schülerlotsen auf dem Linzer Pöstlingberg.

Walter Scheucher, Schülerlotse und Pensionist Bild: Weihbold

Seit zwei Jahren steht Walter Scheucher regelmäßig am Zebrastreifen an der Hohen Straße auf dem Linzer Pöstlingberg, um die Volksschüler sicher hinüberzugeleiten. Gemeinsam mit David Furtner, dem Linzer Polizeipressesprecher startete er die Initiative, heute sind sie zu sechst. „Ich fand das eine hervorragende Idee und habe auch meine Gattin rekrutiert“, sagt der Pensionist. Der 70-Jährige lebt mit seiner Frau Dagmar in der Nähe des Zebrastreifens, kann das Geschehen also gut beobachten.

„Die Frage nach der Sicherheit steht immer im Vordergrund. Wir helfen den Schülern von halb acht bis acht Uhr Früh, da haben es die Autofahrer immer besonders eilig“, sagt Scheucher und fügt an, dass Kinder bei der Überquerung der Straße geschützt werden müssen. Nochmals gesteigert hat sich das Schutzbedürfnis, seitdem Scheuchers Enkel in die Schule geht. Der Bub kommt heute in die zweite Klasse und wird ebenfalls vom Opa gelotst. „Für mich sind alle Kinder lieb, aber wenn’s den eigenen Enkel betrifft, ist es nochmal ein anderes Gefühl“, sagt der Linzer.

Dass der 27-fache Onkel die Kinder ins Herz geschlossen hat, zeigt sich vor allem an kleinen Gesten. So bekommen die jungen Schüler von Scheucher kleine Geschenke zum Nikolo oder einen Schoko-Osterhasen. „Dadurch machen wir uns natürlich beliebt“, sagt der frühere Rotes-Kreuz-Mitarbeiter und lacht.
Sein „Helfersyndrom“, wie er es selbst nennt, hört aber hier nicht auf. Wenn er ein Kind länger nicht sieht, fragt er bei den Eltern nach, ob es krank sei.

Aber auch abseits des Schülerlotsen-Daseins hilft Scheucher in der Siedlung mit: So passt er regelmäßig auf zwei Hunde seiner Nachbarinnen auf oder hilft bei der Gartenarbeit. Entspannung findet der Pensionist beim Segeln oder im Englisch-Sprachkurs. Was er aber am schönsten findet? „Am glücklichsten bin ich um kurz vor acht Uhr, wenn ich alle Kinder sicher über die Straße gebracht habe. Da denke ich mir: Heute habe ich etwas Gutes getan.“

 

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Artikel Sandra Chociwski 10. September 2018 - 00:04 Uhr
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