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8369 Schritte mit Philippe und für ein Zeichen gegen HIV und Aids

Von Von Michael Vielhaber, 26. Juni 2010, 00:04 Uhr
8369 Schritte mit Philippe und für ein Zeichen gegen HIV und Aids
Entlang der Traun von Wels nach Linz: Philippe (links) hat inzwischen einen Tross junger Menschen im Schlepptau. (Hermann Wakolbinger) Bild: hermann wakolbin

WELS. Am 30. Mai ist Philippe Andrianakis (20) in Bregenz aufgebrochen, um ein Zeichen gegen HIV und Aids zu setzen. Er geht 757 Kilometer zu Fuß nach Wien. Die OÖN begleiteten den Grazer gestern auf dem Weg von Wels nach Linz.

Es ist 8.05 Uhr, als Philippe aus einem Welser Viersternhotel tritt. Gut gelaunt und munter geht er auf Burschen und Mädels zu, die bereits auf ihn warten. Der 20-Jährige hat in vier Wochen bereits 518 Kilometer zu Fuß zurückgelegt und dabei täglich neue Menschen mit seinem Anliegen erreicht.

Philippe: Ich will die Menschen dazu anregen, sich das Thema HIV und Aids wieder stärker ins Bewusstsein zu rufen. Jeder kann sich infizieren.

OÖN: Was entgegnen Sie jenen, die sagen, dass Sie so kranken Menschen nicht helfen?

Philippe: Ich bin kein Jesus, der irgendwen heilt. Mir geht es um die Prävention. Mir begegnen immer wieder Leute, denen nicht gefällt, was ich mache. Das bedeutet aber gleichzeitig auch, dass sie sich mit dem Thema auseinandersetzen. Das alleine reicht mir.

Ein Dutzend Leute begleiten Philippe, als er gegen 8.30 Uhr in Richtung Linz aufbricht. Der Sohn eines griechischen Vaters redet und redet – seit vier Wochen mit Menschen, die er nicht kennt. Sie alle wollen ihn treffen und begleiten. Auch per Facebook sprechen ihm Leute Mut zu oder bedanken sich.

Philippe: Ich trage inzwischen eine große Verantwortung. Da gibt es junge Menschen, die sagen, ich sei ihnen ein Vorbild. Ich kann ihnen mit meinem Projekt zeigen, dass man etwas bewegt, wenn man sich für etwas einsetzt.

OÖN: Sind Sie ein Träumer?

Philippe: Ich? Nein. Ich gehe in diesem Moment von Bregenz nach Wien. Ich träume nicht. Andere denken in meinem Alter schon jetzt an die Pensionsvorsorge – das sind die Leute, die träumen.

Mittels Funkgerät ist der Grazer ständig mit seinem Begleitfahrzeug verbunden. Alle paar Kilometer versorgen ihn seine Assistenten mit Getränken und aktuellen Informationen. Der Wandersmann soll sich schließlich auf seine Mission konzentrieren. Mit jedem Tag wird sein Abenteuer mehr zur Belastung.

Philippe: Nach dem Start in Bregenz war ich eine Woche lang alleine unterwegs. Das war richtig hart. Aber ich habe mit jedem Menschen, der mich begleitet hat, an Glaubwürdigkeit gewonnen.

OÖN: Bis Wien ist es noch weit, die Anhänger werden mit jedem Tag mehr. Wären Sie manchmal gerne allein?

Philippe: Ich bin manchmal wirklich froh, wenn ich abends meine Ruhe habe. In den ersten vier Wochen durfte ich so viele Menschen kennenlernen und habe derart viele Geschichten erfahren, dass man irgendwann voll ist.

OÖN: Hat Sie jemand begleitet, der mit dem HI-Virus infiziert ist?

Phillipe: In Salzburg habe ich einen Mann getroffen, der infiziert ist. Er hat mir seine Geschichte erzählt. Einfach unglaublich, was der Kerl durchmachen musste. Dieser beeindruckende Mann hat mir viel Kraft gegeben, um für diese Sache weiterzugehen.

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