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Regeln für die Roboterzukunft

Ich schreibe Ihnen diese Woche aus Alpbach, "Europas schönstem Blumendorf" in den Tiroler Bergen.

Neben den vielen hübschen Holzhäuschen und einer augenscheinlich profund konzipierten Balkonblumen-Ästhetik zeichnet sich die sympathische Berggemeinde vor allem auch durch das European Forum Alpbach aus, das hier seit 1945 alljährlich im August Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und – besonders schön – ganz viele junge Menschen zum intellektuellen Austausch im Grünen versammelt.

Wie passen nun die Roboter in die Alpin-Idylle? Sie waren Dreh- und Angelpunkt der Alpbacher Technologiegespräche, die das Programm der vergangenen Tage bestimmten. Nicht nur standen freundlich lächelnde Service-Bots wie der japanische "Pepper" oder der aus München angereiste "Roboy" für ministeriale Selfies bereit. Auch im Plenum des großen Konferenzraumes wurde extensiv über die Auswirkungen der Automatisierung debattiert. Und: Innovations- und Technologieminister Jörg Leichtfried stellte ein neues Beratungsgremium der Bundesregierung vor – den Rat für Robotik. Laut einer aktuellen SORA-Umfrage glaubt die Hälfte der Österreicherinnen und Österreicher, dass Roboter bald so selbstverständlich in unserem Alltag präsent sein werden wie Smartphones. Die klare Mehrheit wünscht sich außerdem, dass sich die Politik potenziellen Risiken und Chancen von künstlicher Intelligenz, Robotik und Automatisierung stärker annimmt. Genau das soll der neu installierte Roboter-Rat künftig gewährleisten.

Ich freue mich, als eine von acht Expertinnen und Experten in den Rat berufen worden zu sein und ich sage Ihnen – wieder einmal: Es ist höchste Zeit. Es ist höchste Zeit, zu diskutieren, in welche Zukunft uns die Robotik führen soll. Und es ist höchste Zeit, gemeinsam mit politischen Entscheidungsträgern Leitlinien dafür zu entwickeln, wie wir künstliche Intelligenz einsetzen, wie nah wir sie an uns heranlassen. Vor allem, weil unser Team erfreulich interdisziplinär ist, bin ich optimistisch, dass wir zu fundierten Empfehlungen kommen werden. Neben Sabine Köszegi, Leiterin des Instituts für Arbeitswissenschaft an der TU Wien, die den Vorsitz des Roboter-Rats übernimmt, sind auch Technik, Recht, Philosophie und Sozialwissenschaften vertreten. Gemeinsam werden wir an einer österreichischen Robotik-Strategie arbeiten, die den Menschen ganz klar in den Mittelpunkt stellt. Eine Chance, dem bevorstehenden Roboterzeitalter nicht nur mit passiver Mulmigkeit entgegenzublicken, sondern im Sinne von Gemeinwohl und menschlicher Würde aktiv mitzugestalten.

Launiger Nachsatz aus Anlass wiederholter Nachfrage: Nein, Arnold Schwarzenegger wird nicht Teil des Rats sein.

Martina Mara ist Medienpsychologin und forscht am Ars Electronica Futurelab zur Mensch-Roboter-Beziehung. Twitter: @MartinaMara

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Artikel Martina Mara 26. August 2017 - 00:04 Uhr
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