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"Puma" jagt Drogenschmuggler auf der B 148

Von Marina Mayrböck, 10. Mai 2024, 09:21 Uhr
Verkehrskontrollen an der B 148 in St. Peter/Hart
Verkehrskontrollen an der B 148 in St. Peter/Hart Bild: Daniel Scharinger (Daniel Scharinger)

SANKT PETER/HART. Schwerpunktkontrolle der fremdengrenzpolizeilichen Einheit auf der vielbefahrenen B 148 – ein Lokalaugenschein

Ein lässiger Typ mit moderner Dauerwelle und Sneakers ist verkrampft. Nervös macht ihn an diesem verregneten Nachmittag Rüde Yoschi. Mit seiner feinen Nase wird der Suchtmittelspürhund in wenigen Sekunden seine Arbeit an den Einkaufs- und Reisetaschen des Mittzwanzigers verrichten. Puma, die fremden- und grenzpolizeiliche Polizeieinheit, lauert Drogenschmugglern und Diebesgutverschleppern auf. Österreich gilt wegen der geografischen Lage als Drogentransitland, der Einfallsreichtum der Schmuggler ist groß. "Diese Verstecke gilt es zu finden", sagt Puma-Einsatzkommandant Gottfried Hohensinn.

Spürhund Yoschi
Spürhund Yoschi Bild: Daniel Scharinger (Daniel Scharinger)

25 Beamte, darunter auch Kollegen aus Bayern, sind beim Kontrollplatz in Sankt Peter an der Bundesstraße 148 im Einsatz. Stundenlang werden alle Autos von Braunau kommend über den Kontrollplatz geleitet und massenweise kontrolliert. Autos aus Tschechien, der Schweiz, Rumänien, Slowenien, Deutschland, Kroatien – die Bundesstraße durchs Innviertel ist ein Faden des internationalen Straßennetzes. In dieser Verkehrsader fließe allerhand Kriminalität, die Dunkelziffer sei enorm, sagt Hohensinn, der mit seiner starken Mannschaft sämtliche Fahrzeuge und Lenker durchleuchtet.

Puma-Einsatzleiter Gottfried Hohensinn
Puma-Einsatzleiter Gottfried Hohensinn Bild: Daniel Scharinger (Daniel Scharinger)

Yoschi ist nicht eingefroren. "Freeze" nennt man das Verhalten, hätte er Drogen gerochen. Der Verdacht hat sich nicht bestätigt. Mit einem intensiven Zigarettenzug lässt die Anspannung des jungen Mannes nach. Die Hunde haben ihre Schnauze, die Beamten Erfahrung. "Es gibt nichts, was es nicht gibt. Jedes Auto hat baubedingte Hohlräume oder speziell umgebaute Schmuggelverstecke. Am Ende liegt es am kontrollierenden Beamten, dass er genauso kreativ ist. Dazu braucht es viel Erfahrung. Oft ist es auch das Bauchgefühl", sagt Hubert Weiß. Momentan, sagt der Passauer Grenzpolizist, überschwemme Kokain den Markt. "Exklusiv aus Südamerika, durch Österreich und Deutschland durch. München, Linz, Budapest, Bukarest werden versorgt. Ich glaube, allein die Stadt Wien braucht 20 Kilo Kokain am Tag."

Vollbepackt
Vollbepackt Bild: Daniel Scharinger (Daniel Scharinger)

Die B 148 ist seit der Verlängerung der deutschen Autobahn A 94 bis Marktl vor gut drei Jahren nicht mehr die, die sie einmal war. Ihre knapp 40 Kilometer durchs Innviertel, von der Staatsgrenze nach Deutschland in Braunau bis zur Innkreis Autobahn (A 8) in Ort im Innkreis, werden seither als Abkürzung von München nach Wien ausgenutzt.

Nach einer Stunde: die erste Festnahme. Bei der Überprüfung hat sich herausgestellt, dass ein 54-jähriger Kroate noch eine Freiheitsstrafe in Vorarlberg offen hat. Wegen Körperverletzung bzw. Deliktes "gegen Leib und Leben", wie das korrekt heißt. Zweimal innerhalb kurzer Zeit zieht die Polizei zwei Autofahrer aus dem Verkehr. Einer jungen, französischen Familie fehlt die Zulassung ihres grauen Audis mit englischem Kennzeichen, ein älterer Rumäne ist führerscheinlos unterwegs. Nach Diskussionen und einem versöhnlichen Schulterklopfer zeigt er so etwas Ähnliches wie Einsicht. Beide dürfen nicht mehr weiterfahren. Was passiert mit ihnen? "In der Regel sind alle gut vernetzt. Keine Sorge, übrig geblieben ist noch niemand", beruhigt der Beamte.

"Puma" jagt Drogenschmuggler auf der B 148
Ganz genau werden die Autos untersucht. Bild: Pressefoto Scharinger / Daniel Scharinger

Für Mutter endet hier die Fahrt

Alles andere als ruhig ist das Mutter-Tochter-Gespann aus dem grünen Bus mit slowakischem Kennzeichen, der sorgfältig kontrolliert wird. Das verlängerte Wochenende wollten die gebürtigen Afghaninnen aus Deutschland bei Verwandten in Wien verbringen. Für die Mutter ist in St. Peter aber vorschnell die Reise zu Ende: illegale Einreise.

Bis 22 Uhr dauert die Schwerpunktkontrolle. Die Bilanz: fünf Anzeigen nach verkehrsrechtlichen Bestimmungen – einmal Fahren ohne gültigen Führerschein, einmal wegen mangelnder Kindersicherung und dreimal wegen fehlenden KFZ-Zulassungen – plus 22 Organmandate wegen verkehrsrechtlicher Übertretungen.

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Autorin
Marina Mayrböck
Redaktion Innviertel
Marina Mayrböck

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2  Kommentare
2  Kommentare
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Weltliner (444 Kommentare)
am 10.05.2024 13:44

Leider haben es unsere Politiker verabsäumt
den Knoten Ried bis Braunau mit einer Autobahn zu verbinden. Das holen jetzt die deutschen Autobahnbauer auf der deutschen Seite nach.

Braunau hatte dann wieder einen Anschluss an die A 1 (Eugendorf )gebraucht.

Große Firmen wie KTM und Hargassner Alu Sandhofen hatten davon ebenso profitiert wie Pendler nach Salzburg

Aber das innviertler wird in Linz und in Folge Wien stiefmütterlich behandelt

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docholliday (8.352 Kommentare)
am 10.05.2024 16:10

Und was hängt das mit diesem Thema zusammen?

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