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Das Wetter aus der Schlangengrube

Walking on Sunshine: Übers Wetter reden alle. Der ORF startet am 7. Jänner dazu sogar eine Dramedy-Serie. Eine sehr selbstironische und erfolgversprechende übrigens

Das Wetter aus der Schlangengrube

Sekunden vor der Live-Wettermoderation: Ein Stimmungstief über Moderator Otto Czerny-Hohenburg (Robert Palfrader) und seiner Chefin Tilia Konstantin (Proschat Madani) Bild: ORF

Die Wetterredaktion des ORF, eine Schlangengrube. Der Generaldirektor als Kopf einer Bussi-Bussi-Gesellschaft ein durchtriebener, eitler Gockel. Und der Wettermoderator ein abgehalfterter Narziss und – man muss es sagen – ein richtiges Arschloch. Vier Jahre lang hat der ORF gemeinsam mit Drehbuchautor Mischa Zickler (Erfinder von "Taxi Orange") getüftelt, jetzt liegt das fertige Produkt auf dem Tisch. "Walking on Sunshine" heißt die Dramedy, die ab 7. Jänner im Hauptabend von ORF-eins zehn Folgen lang (je 45 Minuten) zu sehen sein wird – mit den eingangs erwähnten, durchaus selbstironischen Tendenzen. Nach dem Preview für Medien und Schauspieler am Dienstagabend waren sich alle einig: Diese Serie hat wirklich Potenzial.

Großartiger Cast

Das liegt auch daran, dass man beim Cast ein wirklich gutes Händchen hatte. Robert Palfrader kehrt als ehemaliger ZiB-Anchorman Otto Czerny-Hohenburg nach vier Jahren und wieder trocken an den Küniglberg zurück – in der Serie ein wahrhaftiger und teilweise umwerfend komisch dargestellter Intrigantenstadel. Doch sein Stuhl ist längst besetzt, und so mutiert er zum Wetterfrosch. Proschat Madani steht ihm als Redaktionsleiterin in wenig bis nichts nach. Überhaupt will jeder aus der Wetterredaktion (Miriam Fussenegger und Selina Graf) nur selbst ins Bild kommen. Aaron Karl spielt als Lukas Jaric den Good Guy.

Anleihen bekamen die Darsteller von den tatsächlichen ORF-Wetterredakteuren. Marcus Wadsak, ausgebildeter Meteorologe und Wetter-Moderator, schließt Ähnlichkeiten zwischen Fiktion und Realität aus. "Wir machen hier eine One-Man-Show", sagt Wadsak in seinem kleinen Büro, eingefasst mit elf Bildschirmen, die die tatsächliche Wetterlage via Satellit und aktuelle Berechnungsmodelle zeigen. "Überhaupt", sagt Wadsak, "braucht man nur zwei Dinge für die Wettervorhersage: Man muss wissen, wie das Wetter ist und wie es wird." Bis zu einer Million Zuseher hat das ZiB-Wetter kurz vor 20 Uhr, drei Mal im heurigen Jahr war die Wettervorhersage die Nummer 1 aller ORF-Sendungen.

Ob "Walking on Sunshine" auch so erfolgreich sein wird? Channel-Managerin Lisa Totzauer, ansonsten eher nüchterne Betrachterin der Fakten, sagt: "Wir zeigen einen Blick in die Anstalt. Wenn das gut ankommt, dann werde ich schon im Jänner über eine zweite Staffel entscheiden."

3 Fragen an...

3 Fragen an Robert Palfrader

Kabarettist und Schauspieler

Der 50-Jährige spielt in Walking on Sunshine das Wetter-Moderatoren-Ekel Otto Czerny-Hohenburg.

Herr Palfrader, sind Sie wetterfühlig?

Erstens einmal: Das Wetter ist mir völlig wurscht. Aber mir ist relativ schnell heiß und relativ spät kalt. Ich mache im Waldviertel und in Nordschweden Urlaub. Für mich ist die Vorstellung von Karibik die Vorhölle.

Man kennt Sie als Kaiser, als Film-Mörder – aber in der Rolle des Wettermoderators Otto Czerny-Hohenburg sind sie unfassbar ekelhaft.

In der ersten Folge gings noch, aber er gibt später noch so richtig Gas. Es macht wahnsinnig Spaß, wenn du auf nichts Rücksicht nehmen musst und wenn es so komplett unreflektiert dahingeht. Und trotzdem findet man in dieser Figur ein paar Anhaltspunkte, an denen man sagen kann: Nein, der ist doch auch ein netter Kerl. Er ist nicht nur eindimensional der Arsch.

Waren Sie vom fertigen Produkt der ersten Folge überrascht?

Du liest das Drehbuch und hast selber eine Geschichte im Kopf. Unser Regisseur Andreas Kopriva hat das sehr gut gemacht. Ich mag es grundsätzlich nicht, mich selber zu sehen.

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Artikel Helmut Atteneder 06. Dezember 2018 - 00:04 Uhr
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