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Tierisch beste Freunde

Hilfe, mein Hund hat kein Benehmen!

Von Ulrike Griessl  22. August 2019 00:04 Uhr

Hilfe, mein Hund hat kein Benehmen!
Kann sich der Hund vor dem Besuch bei Freunden oder im Gasthaus austoben, haben seine Besitzer nachher Ruhe. (colourbox.de)

Zehn gute Tipps, damit sich der treue Begleiter auch außerhalb der eigenen vier Wände von seiner besten Seite zeigt und Besuche nicht in Stress ausarten

"Mein sechs Monate alter Beagle Bobby ist der bravste Hund der Welt, wenn wir zu Hause sind, aber wehe wir besuchen jemanden, dann benimmt er sich, als hätte ich ihm gar nichts beigebracht", klagte kürzlich eine Freundin. Besonders schlimm sei es gewesen, als sie vor einigen Wochen eine Bekannte besucht habe. Bobby sei, ohne auf ihre Kommandos zu hören, in das Haus gestürmt, habe hektisch in jede Ecke geschnüffelt und konnte sich einfach nicht beruhigen. "Er hielt mich und die Gastgeberin mehr als eine Stunde lang auf Trab, ich konnte nicht einmal meinen Kaffee trinken, weil ich ihm aus Angst, er würde noch was zerstören, ständig nachlaufen musste", erzählte die Freundin. Schließlich habe sie schwitzend und entnervt aufgegeben, ihr vierbeiniges Energiebündel an die Leine genommen und sei wieder nach Hause gefahren.

Mit diesem frustrierenden Erlebnis ist diese Hundehalterin wohl nicht alleine. Vor allem pubertierende Hunde bringen ihre Besitzer oft an die Grenzen. Das Wichtigste ist in dieser Zeit für Herrchen und Frauchen, nicht müde zu werden, dem vierbeinigen Kameraden immer wieder ruhig, aber entschlossen aufzuzeigen, wer das Sagen in dieser Beziehung hat. Hilfreich können zudem folgenden Ratschläge sein.

Müder Hund – weniger Probleme: Wer ein Energiebündel wie Bobby hat, der sollte vor Besuchen immer ausgiebig mit seinem Hund spazieren gehen und ihn mit Laufspielen müde machen. Dann freut sich der Hund, wenn er sich ausrasten kann.

Geduld ist gefragt: Erst ins Haus eintreten, wenn sich der Hund völlig beruhigt hat und versteht, dass er jetzt gehorchen muss. Wichtig ist dabei, dass auch Herrchen oder Frauchen keine Nervosität oder Hektik an den Tag legen. Denn ihre Stimmung überträgt sich auf das Tier.

Die Leine leistet gute Dienste: Den Hund nach dem Eintreten ins Haus nicht gleich von der Leine nehmen. Den Gastgeber bitten, das Tier vorerst zu ignorieren. Das vermittelt dem Hund, dass er nicht im Mittelpunkt steht. Fordert er Aufmerksamkeit ein, sollte sein Besitzer mit einem "Nein" in strengem Ton darauf reagieren und sich die Zeit nehmen, so lange mit dem Hund im Vorzimmer zu bleiben, bis der verstanden hat, dass er sich ruhig verhalten soll.

Gehorsam muss sein: Ist der Hund ruhig und aufmerksam, gehen Sie mit ihm weiter. Die Leine wird noch immer nicht abgenommen. So weiß der Hund, dass er weiter gehorsam bleiben muss.

Gemeinsam auf Erkundungstour: Ist der Hund das erste Mal zu Besuch in einem fremden Haus, erkundet man langsam und ruhig mit ihm den Raum, bevor man sich niedersetzt. Der Hund bleibt dabei angeleint.

Die Hundedecke ist immer dabei: Ideal ist es, wenn man bei Besuchen immer dieselbe Decke für den Hund mithat. Man sollte ihm zu Hause lernen, dass dies die Decke ist, auf der er auf Geheiß seines Besitzers bleiben muss. Dafür sollte man das Kommando Platz gut trainiert haben.

Gutes Benehmen belohnen: Hilfreich ist es dabei, wenn man immer Leckerlis zur Hand hat, um dem Hund zusätzlich zu verbalem Lob auch damit zu zeigen, dass man zufrieden mit seinem Verhalten ist. Außerdem werden ihn kleine Belohnungen auch in Hinkunft motivieren, sich bei Besuchen ruhig zu verhalten.

Keine Flexi-Leine: Wer einen Hund hat, der sehr lebhaft ist und stark zieht, sollte keine Flexileine verwenden. Denn das Tier kann mit einer ausziehbaren Leine nicht lernen, dass es manchmal auch neben Frauchen oder Herrchen gehen muss. An der kurzen Leine (mit 1,20 Metern Länge) kann man das Tier zudem besser unter Kontrolle halten, wenn es bei den täglichen Spaziergängen zu Konflikten mit anderen Hunden kommt.

Blickkontakt üben: Wenn der Hund dazu neigt, seiner eigenen Wege zu gehen, ohne Rücksicht auf Frauchen oder Herrchen zu nehmen, lohnt es sich, "Blickkontakt" auf das Kommando "Schau" mit ihm zu trainieren. Das funktioniert so: Sie nehmen besonders gute Leckerlis zur Hand, zeigen sie Ihrem Hund, ohne ihm etwas davon zu geben. Dann stellen Sie sich ihm mucksmäuschenstill gegenüber und blicken ihn an. Sobald er zurückblickt, belohnen Sie ihn mit einem Leckerli. Üben Sie zuerst daheim ohne Ablenkung, später mit Ablenkung und schließlich beim Spazierengehen immer wieder. Beherrscht er dieses Kommando, bekommen Sie auch in unangenehmen Situationen leichter seine Aufmerksamkeit und können sein Verhalten dadurch besser lenken.

Keine zu hohen Erwartungen: Natürlich wird der junge Hund nicht gleich beim ersten Besuch bei Freunden perfekt gehorchen. Funktioniert nicht alles nach Wunsch, ist es wichtig, dass Herrchen oder Frauchen geduldig bleiben und immer wieder ruhig und bestimmt von ihrem Hund einfordern, am Platz zu bleiben.

Artikel von

Ulrike Griessl

Redakteurin Leben und Gesundheit

Ulrike Griessl
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