Lade Inhalte...
  • NEWSLETTER
  • ABO / EPAPER
  • Lade Login-Box ...
    Anmeldung
    Bitte E-Mail-Adresse eingeben
    Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse oder Ihren nachrichten.at Benutzernamen ein.

gemerkt
merken
teilen

Vorsicht vor giftigen Amphibien!

Von Ulrike Griessl, 17. März 2024, 16:19 Uhr
Andrea Großalber mit ihren Lagotto-Hündinnen Bild: privat

Eine Hundebesitzerin aus St. Florian erzählt vom Zusammentreffen ihrer Lagotto-Hündin mit einer Erdkröte, das beinahe tödlich ausgegangen wäre.

Bei Andrea Großalber aus St. Florian sitzt der Schock noch immer tief. Fast wäre ihre dreijährige Lagotto-Hündin Joy gestorben, nachdem sie sie, wie üblich vor dem Schlafengehen, noch einmal in den Garten gelassen hatte. „Normalerweise kehrt Joy nach spätestens fünf Minuten von selbst wieder ins Haus zurück, doch in dieser Nacht kam sie trotz meiner Rufe nicht“, erzählt die Besitzerin des Restaurants „Am Teich“ in St. Valentin. Also suchte die 41-Jährige ihre Hündin – und fand sie am Bauch liegend mit weißem Schaum vor dem Maul. Neben ihr lag eine verletzte Kröte.

Als die Gastronomin versuchte, Joy zum Aufstehen zu bewegen, stellte sie fest, dass sie zu schwach dafür war. „Obwohl ich keine Ahnung hatte, was passiert war, schrillten bei mir die Alarmglocken. Ich trug Joy ins Haus und spülte ihr sofort den Schaum aus dem Maul.“ Dann suchte sie im Internet nach den Worten Hund und Kröte und stellte fest, dass diese Amphibien hoch giftig sind. Großalber fotografierte die Kröte und machte sich sofort auf den Weg zur Tierärztin. Dort wurde anhand des Bildes festgestellt, dass es sich um eine Erdkröte handelte. Der Hündin wurde zusätzlich zu einem Brechmittel sofort das passende Gegengift gespritzt.

„Die Ärztin sagte, dass es knapp war. Joy wäre wohl gestorben, wenn sie nicht sofort behandelt worden wäre“, so die Gastronomin. Um andere Hundebesitzer vor dieser Gefahr zu warnen, ersuchte sie die OÖNachrichten, über diesen Vorfall zu berichten.

Krötenwanderung

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen im Frühjahr erwachen Erdkröten aus dem Winterschlaf und machen sich auf die Wanderschaft. Die unter Artenschutz stehenden Amphibien suchen das Gewässer, in dem sie selbst geboren worden sind. Dort wollen auch sie ihre Eier ablegen. Um sich vor Feinden zu schützen, sondern Erdkröten ein Nervengift ab, das sie nicht nur ungenießbar macht, sondern für manche Tiere sogar tödlich sein kann. Selbst als Kaulquappen werden Erdkröten wegen ihres toxischen Schutzschildes von vielen Feinden wie Molchen oder Fischen verschmäht.

Auch wenn Hunde lediglich an einer Kröte schnuppern oder lecken, kann es für sie gefährlich werden. Nehmen sie viel von dem Krötensekret auf, bildet sich beim Kontakt mit der Schleimhaut Schaum, der aus dem Mund austritt und sich auch im Rachenraum ausbreitet. Die Atmung wird dadurch erschwert. Bald darauf bekommt das Tier Kreislaufbeschwerden, Herzrhythmusstörungen und Muskelkrämpfe. Beißt der Hund in eine Kröte oder verschluckt sie, kann innerhalb kurzer Zeit der Tod durch einen anaphylaktischen Schock eintreten.

Andrea Großalber hat instinktiv richtig auf diesen Notfall reagiert, indem sie den Schaum vom Maul ihrer Hündin abgewaschen und die gesamte Mundhöhle ausgespült hat. Dass sie danach sofort zum Tierarzt gefahren ist, hat Joy das Leben gerettet.

Am besten vorbeugen:

  • Meiden Sie während der Amphibienwanderzeit (Frühling und Herbst) die Wege der Amphibien.
  • Rufen Sie Ihren Hund sofort zu sich, wenn sie eine Erdkröte bei einem Spaziergang sehen.
  • Beachten Sie: Das Nervengift der Kröte ist auch für Menschen giftig. Wenn Sie Kröten in Ihrem Garten finden, tragen Sie zum Entfernen immer Handschuhe.
  • Das Töten aller heimischen Amphibien ist verboten, da sie streng geschützt sind.

Feuersalamander

Anders als bei den Kröten muss bei einer Vergiftung durch einen Feuersalamander kein direkter Kontakt erfolgen:

Bei Gefahr spritzt der Feuersalamander aus den Ohrendrüsen sein Gift bis zu einem Meter weit. Bei Hunden und Katzen verursacht das Nervengift eine Genickstarre durch Verkrampfung der Nackenmuskulatur und eine Maulsperre durch Krämpfe der Kaumuskulatur. Kommen Menschen mit dem Gift in Kontakt, beginnt die Haut zu brennen. Übelkeit und Erbrechen treten auf. Vor allem Kinder sind durch das Gift gefährdet.

 

mehr aus Tiere

Aktuelle Hundestudie: Lange Nase, langes Leben

Viel geliebt, oft gefürchtet: Der Deutsche Schäferhund wird heuer 125 Jahre alt

Auch Hühner erröten bei Aufregung

Tiermütter machen sich auch ganz schön was mit

Autorin
Ulrike Griessl
Redakteurin Leben und Gesundheit
Lädt

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

7  Kommentare
7  Kommentare
Neueste zuerst Älteste zuerst Beste Bewertung
nichtschonwieder (8.738 Kommentare)
am 19.03.2024 11:49

Blödsinn,.
Ich hatte schon viele Erdkröten gesammelt, - ohne Handschuhe - und nie in irgend einer Weise etwas gespürt. Das gleiche gilt auch für die schönen Feuersalamander.
Unnötige Panikmache - und ein Hund gehört halt auch erzogen.

lädt ...
melden
antworten
diwe (2.395 Kommentare)
am 17.03.2024 17:59

Man kann einen Hund auch so erziehen, dass er nicht gleich auf alles rumbeißt, was ihm in die Quere kommt. Meine hätte man nicht einmal mit Giftködern locken können. Der Erdkrötenbestand ist zwar relativ stabil, die Kröte ist aber in Österreichs Roter Liste in der Kategorie „Gefährdung droht“ eingestuft. Bei den Feuersalamandern ist die Lage kritischer. Der Feuersalamander ist vor allem durch den Ausbau und die Begradigung von Bächen gefährdet. Auch die Verschmutzung der Fortpflanzungsgewässer und der Straßenverkehr stellen eine erhebliche Bedrohung der Art dar. Daher gilt er als „besonders geschützt“ gemäß Bundesnaturschutzgesetz und Bundesartenschutzverordnung. Und nebenbei, wenn sich Feuersalamander nicht bedroht fühlen, ich ihnen also nicht auf die Pelle rücke, passiert eh nichts.

lädt ...
melden
antworten
faun (634 Kommentare)
am 17.03.2024 17:36

"Wenn Sie Kröten in Ihrem Garten finden, tragen Sie zum Entfernen immer Handschuhe."
Wie wärs, wenn man sich freut dass eine Kröte im Garten ist?

lädt ...
melden
antworten
nichtschonwieder (8.738 Kommentare)
am 19.03.2024 11:54

Ist ja kein Streicheltier - also für die "Tierliebhaber" nichts wert.

lädt ...
melden
antworten
MariaX (246 Kommentare)
am 17.03.2024 17:35

Der Hund ist wohl wichtiger als eine bedrohte Tierart

lädt ...
melden
antworten
nichtschonwieder (8.738 Kommentare)
am 19.03.2024 11:53

scheint so. Ich hab auch noch keine Kröte gesehen, die einen Menschen zu Tode gebissen hat.

Und komisch, der Vorbesitzer des Gasthauses hatte auch immer Hunde und Kröten, aber in der Zeitung stand er nie. Seine Hund bissen aber auch nicht darauf.

lädt ...
melden
antworten
Fuchsfreund (459 Kommentare)
am 17.03.2024 17:24

und die (durch den Hund?) verletzte Kröte wurde hoffentlich erlöst…

lädt ...
melden
antworten
Aktuelle Meldungen