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Gesundheit

Herzkrank: Reha fängt Kinder gut auf

11. Mai 2022 00:04 Uhr

Herzkrank: Reha fängt Kinder gut auf
Der kleine Paul Allmer nach seiner ersten Reha in Rohrbach-Berg wieder zu Hause beim Essen - ohne Sonde und mit großer Freude.

Im "kokon" in Rohrbach-Berg lernen Patienten bis zum Alter von 18 Jahren, wie sie am besten mit ihrer Erkrankung umgehen. Auch die Familien sind willkommen und werden mitbetreut.

Jedes hundertste Kind in Österreich wird mit einem Herzfehler geboren. Oft sind viele korrigierende und damit lebensrettende Operationen notwendig. Doch trotz großer medizinischer Fortschritte begleiten ein angeborener Herzfehler oder später auftretende Herz-Kreislauf-Erkrankungen die meisten Betroffenen bis ins Erwachsenenalter.

Ein großes Stück Lebensqualität können die Kinder und Teenager durch eine altersgerechte, ganzheitliche Rehabilitation gewinnen. "Idealer Zeitpunkt für den Antritt der Reha ist sechs bis acht Wochen nach einem Eingriff. In Einzelfällen übernehmen wir Betroffene aber auch direkt aus dem Krankenhaus", sagt Primaria Evelyn Lechner, Ärztliche Direktorin in der Reha-Einrichtung für junge Menschen "kokon" in Rohrbach-Berg.

Jedes Jahr zur Reha

Regulär dauert eine Reha drei Wochen, im Bedarfsfall kann sie verlängert werden. Was viele Eltern nicht wissen: "Mit einem chronisch herzkranken Kind können Familien sogar einmal pro Jahr kommen", sagt die Kinderfachärztin mit den Spezialgebieten Kinderkardiologie, Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin.

Zur ersten Reha war der heute zweijährige Paul mit seiner Familie ins "kokon" gekommen, um ihn von einer Sonde zu entwöhnen. Der kleine Patient war mit einem hypoplastischen Linksherz zur Welt gekommen und musste zu Beginn seines Lebens schon mehrere Operationen mit langen Krankenhausaufenthalten über sich ergehen lassen. Von der Reha profitierte letztendlich die ganze Familie, wie sich Mutter Martina Allmer erinnert: "Durch den Aufenthalt im kokon ist uns erst bewusst geworden, dass Paul gar nicht so ein schwaches Kind ist, wie wir anfangs dachten, sondern dass er sich mit der richtigen Unterstützung wirklich gut entwickeln kann."

Geschwisterkind einbezogen

Auch Pauls nur ein Jahr ältere Schwester Anna durfte als Geschwisterkind an der Reha teilnehmen und erfuhr dadurch ebenfalls sehr viel Stärkung. So wie ihre Eltern und ihr Bruder konnte auch sie die belastende Zeit so gut verarbeiten und Ängste abbauen. Und noch etwas freut Martina Allmer besonders: "Das Eingewöhnen zu Hause nach der Reha hat dank der vielen Tipps und Tricks richtig gut funktioniert."

Solche und ähnliche Rückmeldungen erhält auch Michaela Altendorfer, Präsidentin des Selbsthilfevereins "Herzkinder Österreich": "Es ist für Familien mit betroffenen Kindern wesentlich, nach einem Spitalsaufenthalt wieder neue Energie zu schöpfen."

Zur Auswahl steht im "kokon" auf insgesamt 5500 Quadratmetern eine Vielzahl an verschiedenen Therapien – auch für die Psyche. Unterricht für Kinder und Jugendliche in der hauseigenen Heilstättenschule hilft dabei, den Anschluss in der jeweiligen Klasse nicht zu verlieren.

Auch Patienten von null bis 18 Jahren mit vielen anderen Fragestellungen sind in Rohrbach-Berg willkommen.

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