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ADHS und Eigenheiten dieser Störung

Von Dietlind Hebestreit, 21. Oktober 2015, 04:37 Uhr
Hyperaktiv!
Bild: Bettina Brinkmann

Warum Strafen bei Kindern mit ADHS nicht sinnvoll sind und welche positiven Eigenschaften oft mit der Störung einhergehen.

Woran erkennt man ADHS?

Die drei wichtigsten Symptome sind eine Störung der Aufmerksamkeit, Hyperaktivität und eine Störung der Impulskontrolle. Die Kinder können sich schlecht auf eine Sache konzentrieren. Sie sind zappelig und versuchen ständig in Bewegung zu sein – gerne auch im Freien. Weil sie Impulse von außen und von innen nicht gut filtern können, treffen sie oft die falschen Entscheidungen und geraten deshalb leicht in Konflikte. Sie sind oft in Streitereien verwickelt, und wenn sie Freunde finden, sind diese oft selbst schwierig.

Ist jedes lebhafte Kind gleich hyperaktiv?

Nein, da gehört schon mehr dazu. Die Probleme müssen mehr als sechs Monate und mindestens in zwei bis drei Situationen auftreten, also zum Beispiel in der Schule und zuhause. Die Betroffenen sind im Vergleich zu Altersgenossen auffällig.

Was kann man für ein Kind mit ADHS und sein Umfeld tun?

Wichtig ist es, aufzuklären. Eltern und Lehrer sollten sich um eine gute Beziehung bemühen, immer nur einen Auftrag erteilen, beim Strukturieren helfen (mehr dazu im nächsten Gesundheitsmagazin). Strafen sind nicht sinnvoll, weil die Kinder darauf meist nicht reagieren.

Sind Medikamente immer notwendig?

Bei leichter und mittlerer Ausprägung nicht. Medikamente wie Ritalin oder Strattera sollten auf jeden Fall immer in Kombination mit anderen Maßnahmen eingesetzt werden. Sie helfen dem Kind, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Ohne Medikament ist jeder Reiz gleichwertig – egal ob es die Stimme der Lehrerin oder ein Autogeräusch vor dem Fenster ist. Medikamente verbessern die Lebensqualität der Kinder oft deutlich.

Machen Ritalin und Strattera abhängig und haben sie Nebenwirkungen?

Eine Nebenwirkung kann Appetitlosigkeit sein. Süchtig machen sie nicht. Im Gegenteil. Studien beweisen, dass die Kinder später weniger anfällig für Suchtmittel und Drogen sind.

Hat bei ADHS-Kindern die Erziehung versagt?

Die Erziehung hat sicher nicht versagt. Ich erlebe aber oft, dass Eltern durch die sehr herausfordernden Kinder sehr erschöpft sind, irgendwann aggressiv reagieren oder aufgeben.

Hat ADHS auch gute Seiten?

Viele Menschen mit ADHS sind besonders kreativ und haben gute Ideen. Viele Künstler und Sportler hatten oder haben ADHS. Was es braucht, ist dann ein Gegenspieler, der dieses Potential strukturiert.

 

OÖN-Gesundheitstour

Die nächste OÖNachrichten-Gesundheitstour macht mit dem Thema „Einmal Zappelphilipp – immer Zappelphilipp? ADHS bei Kindern und Erwachsenen.“ am 29. Oktober um 18 Uhr im Ausbildungszentrum der Landes-, Frauen- und Kinderklinik Linz Station. Es referiert Primar Michael Merl, Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Landes-Frauen- und Kinderklinik und in der Landes-Nervenklinik Wagner-Jauregg. Anschließend beantwortet der Experte alle Fragen. Nach der Veranstaltung sind die Besucher zu einer Jause eingeladen. Der Eintritt ist frei.

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