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Literatur

Manchmal muss man sich zu einem Bier zwingen

02. Januar 2021 00:04 Uhr

Es ist immer wieder vergnüglich, durch die Argumentation von Robert Pfaller zu stromern.

Der Professor für Philosophie an der Kunstuniversität Linz ist ein Freund des Ironischen, des Spotts und des Hedonistischen. In seinem neuen Band der Reihe "Wiener Vorlesungen" stellt er sich der saloppen Frage: "Gibt es ein Leben vor dem Tod?"

Pfaller bietet von Aristoteles bis Watzlawick Denker auf, die den Unterschied zwischen "nacktem Leben und gutem Leben" im Auge behielten. Die Unterscheidung mache einen erst politikfähig, so Pfaller. Zumal in einer Zeit, "in der man uns ständig erklärt, unser Leben sei bedroht, und das sei das Schlimmste, was uns passieren könnte". Dem hält Pfaller die alte Erkenntnis entgegen, dass die antiken Götter die Menschen lieben, wenn sie sie tanzen sehen. Folgerichtig gustert den Philosophen nicht eben nach Apfelsaft, wenn er in eine Jazzbar geht.

Wie schon früher verteidigt Pfaller das Rauchen, wobei er sich vergaloppiert. Ansonsten trifft er genau, wenn er den "kindlichen Habitus" unserer Zeit kritisiert im Bild altkluger Kinder, die Vernunftprinzipien aufsaugen und sagen, Mülltrennung sei notwendig und Alkoholgenuss schädlich. Ja, es ist schon so: Angesichts der neoliberalen Hirnverödung und der herrschenden Lustfeindlichkeit muss man sich manchmal zu einem Bier zwingen. (but)

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