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Wirtschaftsraum OÖ

Raiffeisen stellt sich neu auf

Von Alexander Zens   26. März 2016

Weniger Banken, dafür mehr Gewinn: Raiffeisen muss sich neu aufstellen
„Seit unserer Fusion 2010 haben wir das Ergebnis jedes Jahr um eine Million gesteigert. Als größere Einheit tut man sich leichter.“ Rudolf Bauer, Geschäftsleiter der Raffeisenbank Region Schärding

LINZ. Heuer werden im Bezirk Kirchdorf sieben Raiffeisenbanken fusionieren. Weitere Verschmelzungen im Sektor in den nächsten Jahren sind alles andere als ausgeschlossen. Außerdem machen sich die derzeit 94 regionalen Banken fit: Seit 2012 läuft ein Effizienzprogramm. Das Ergebnis der Gruppe ist seither auch schon deutlich gestiegen.

Das wirtschaftliche und politische Umfeld für Banken ist hart. Darum stellt sich der oberösterreichische Raiffeisensektor derzeit neu auf. Einerseits wird fusioniert, andererseits die Produktivität gesteigert. Das Ergebnis gewöhnlicher Geschäftstätigkeit (EGT) der regionalen Raiffeisenbanken ist im Vorjahr laut vorläufigen Zahlen um 17 Prozent auf insgesamt 159 Millionen Euro gestiegen.

Seit 2010 hat sich die Zahl der Raiffeisenbanken in Oberösterreich von 99 auf 94 verringert. Im September werden es 88 sein. Wie berichtet, fusionieren heuer die Raiffeisenbanken Micheldorf, Kremsmünster, Pettenbach, Molln, Ried/T., Schlierbach und Nußbach zum Institut "Region Kirchdorf". Auch anderswo gibt es Gespräche über Verschmelzungen. Für Banken mit beispielsweise weniger als 200 Millionen Euro Bilanzsumme wird es angesichts steigender behördlicher Auflagen, die Kosten verursachen, immer schwieriger.

Schärding-Fusion bringt Effekte

Als positives Beispiel gilt die Raiffeisenbank Region Schärding. Sie entstand 2010 aus der Fusion von Schärding, Pramtal und Münzkirchen. "Seither haben wir das Ergebnis jedes Jahr um eine Million Euro gesteigert", sagt Geschäftsleiter Rudolf Bauer. Als größere Einheit tue man sich leichter, zu reagieren. Die Zahl der Bankstellen sank nur um eine auf 22. "Alle Filialen sind im positiven Bereich", sagt Bauer. Sollte sich das ändern, "muss man darüber nachdenken". Die Mitarbeiterzahl sank um zehn auf 151.

2015 hat sich Krenglbach der Raiffeisenbank Wels angeschlossen. Dadurch haben die Messestädter Perg als größte regionale Raiffeisenbank des Landes überholt.

Die Frage einer Fusion müsse jede Bank selbst entscheiden, sagt Heinrich Schaller, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank (RLB).

Deutlich die Kosten senken und die Erträge sowie Kundenzahl erhöhen soll das Projekt "Raiffeisenbankengruppe OÖ 2020", das die RLB und die Primärbanken seit Schallers Amtsantritt 2012 gemeinsam umsetzen und das bis 2020 läuft. Auch Raiffeisen müsse effizienter werden, sagt Schaller: "Mehr als die Hälfte der Maßnahmen haben wir schon erledigt, oder sie sind derzeit in Umsetzung. Erfolge sind sichtbar."

Seit 2012 hat sich das Gesamt-EGT der regionalen Raiffeisenbanken um 44 Prozent erhöht. Die Zahl der Mitarbeiter und Filialen sank geringfügig, um 28 und vier. Die Primärbanken schaffen Einsparungen, indem sie beispielsweise ihre Revision und Tätigkeiten zur Verhinderung von Geldwäsche an die RLB auslagern oder Prozesse und Produkte standardisieren.

Nicht nur die Strukturen sind ein Thema. Im Jahr 2010 etwa wirkten noch die Finanzkrise und Probleme bei Unternehmenskrediten negativ auf die Ergebnisse einiger Raiffeisenbanken. 2015 waren laut Schaller alle 94 Institute positiv.

"In unserer Bilanz spiegelt sich die starke wirtschaftliche Entwicklung des Bezirkes", sagt Karl Fröschl, Direktor der Raiffeisenbank Perg. Dank hoher Eigenmittelquote sei man risikotragfähig. Raiffeisenbank-Wels-Chef Günter Stadlberger sagt, dass man im Zentralraum stark organisch wachsen und das Kreditvolumen steigern könne. "Regionalbanken punkten mit schnellen Entscheidungen."

 

Die sieben größten Raiffeisenbanken in Oberösterreich (PDF):

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