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Wirtschaft

MAN: Schramböck bastelt an Österreich-Konsortium

Von Dietmar Mascher und Wolfgang Braun  01. Oktober 2020 00:04 Uhr

MAN: Schramböck bastelt an Österreich-Konsortium
Eine neue Chance für die MAN-Beschäftigten?

STEYR / WIEN. VP-Wirtschaftsministerin: Der Standort Steyr soll übernommen und in abgeänderter Form weitergeführt werden

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) gibt sich zuversichtlich, dass der Standort von MAN in Steyr in anderer Form erhalten werden kann. Sie wolle ein Österreich-Konsortium zusammenstellen, das den Standort Steyr übernimmt und erhält, sagt die Ministerin im Gespräch mit den OÖNachrichten.

"Ich bin seit einigen Tagen mit den Vorständen von MAN und Volkswagen im Gespräch und möchte ähnlich wie bei Novartis in Kundl eine Lösung finden, die hilft, die Arbeitsplätze in Steyr zu retten", sagt Schramböck.

Video: Die Arbeitsplätze im MAN-Werk in Steyr sollen laut Arbeitsministerin Margarte Schramböck (ÖVP) erhalten bleiben.

Die Bundesregierung sei von MAN kurzfristig über die Pläne informiert worden, das Werk in Steyr bis 2023 zu schließen, sagt Schramböck. "Ich bin aber mit MAN-Vorstandschef Andreas Tostmann und dem VW-Personalvorstand Gunnar Kilian in Kontakt und werde mit ihnen verhandeln, wie wir in Steyr weiter vorgehen können", sagt Schramböck.

Sie habe schon jetzt Interessenten aus der Branche, die entweder ihren Sitz in Österreich oder einen Österreich-Bezug haben. Daraus soll ein Konsortium entstehen, das MAN bzw. VW den Standort abkaufen soll.

"Eine Fortführung wird allerdings nicht funktionieren, wenn man so weitermacht wie bisher. Produktionsprozess und Produkte müssen grundsätzlich überdacht werden", sagt Schramböck. Diesen Eindruck habe sie nach dem ersten Gespräch mit den deutschen Managern gewonnen. Positiv sei, dass man für einen geordneten Übergang Zeit habe, weil MAN ja nicht von heute auf morgen zusperre.

Im Sommer war es Schramböck gelungen, die Verlagerung der Penicillin-Produktion des Schweizer Novartis-Konzerns von Kundl (Tirol) nach Asien zu verhindern. Stattdessen verkündeten Schramböck und Novartis, dass in den kommenden fünf Jahren 150 Millionen Euro in Kundl investiert würden. Das lässt sich die öffentliche Hand 50 Millionen Euro kosten.

Kalliauer: Taskforce MAN

Oberösterreichs Arbeiterkammer-Präsident und ÖGB-Landeschef Johann Kalliauer fordert die Einsetzung einer "Task-Force MAN". "Wir brauchen jetzt eine koordinierte Vorgangsweise und eine enge Abstimmung der einzelnen Akteure im Land", sagt Kalliauer. Es bringe nichts, wenn jetzt Arbeitnehmer-Vertreter oder die Landespolitik mit Einzelaktionen aktiv werden. Klar ist für Kalliauer auch, dass die Stoßrichtung der Bemühungen in Richtung des VW-Konzerns, der Konzernmutter von MAN, gehen müsse. "Es gibt eine Standortgarantie für MAN Steyr, die vom VW-Konzern nicht irgendwann vor zwanzig Jahren gegeben wurde. Diese Garantie besteht erst seit etwas mehr als einem Jahr. Wenn das Wort eines Weltkonzerns nach so kurzer Zeit schon nichts mehr gilt, dann wäre das schon ein starkes Stück", sagt Kalliauer.

Lesen Sie mehr zum Thema im Interview mit dem Bürgermeister der Stadt Steyr, Gerald Hackl.

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