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Wirtschaft

Geldschleusen der EZB bleiben weiter offen

Von OÖN f   11. Juni 2021 00:04 Uhr

Geldschleusen der EZB bleiben weiter offen
Christine Lagarde

FRANKFURT. Leitzins bleibt weiterhin bei null; höhere Inflation wird als vorübergehendes Phänomen eingestuft

Obwohl sich die Coronakrise entspannt, will die Europäische Zentralbank (EZB) im Krisenmodus bleiben. Die Anleihekäufe sollen weiter "signifikant" höher sein als in den ersten Monaten des Jahres. Die Leitzinsen ließ der EZB-Rat gestern wie erwartet unverändert bei 0,0 Prozent.

Ihre Prognosen für die sich langsam von der Coronakrise befreiende Wirtschaft im Euroraum hat die Notenbank deutlich angehoben. Für 2021 erwarten die EZB-Volkswirte jetzt eine Teuerungsrate von durchschnittlich 1,9 Prozent. Im März hatten sie nur ein Plus von 1,5 Prozent vorhergesagt. Sie rechnen 2021 nun mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 4,6 Prozent, statt der bisher vorausgesagten 4,0 Prozent.

"Fortschritte bei den Impfkampagnen, die eine allmähliche Lockerung der Eindämmungsmaßnahmen ermöglichen sollten, dürften den Weg für eine feste Konjunkturerholung im Laufe des Jahres 2021 ebnen", sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde.

Bei der Inflation strebt die EZB mittelfristig knapp unter zwei Prozent Inflation als Idealwert für die Wirtschaft an, verfehlt diese Marke aber bereits seit Jahren. Im Mai wurde dieser Zielwert mit einer Teuerung von 2,0 Prozent allerdings leicht übertroffen. Hinter dem Schub standen vor allem die Energiepreise, die besonders kräftig zunahmen. "Die Inflation wird in den kommenden Monaten wahrscheinlich weiter anziehen", sagte Lagarde. Daran seien auch Verzerrungen durch die Pandemie schuld, die aber ab Anfang kommenden Jahres auslaufen dürften.

Aus Sicht der EZB ist der Anstieg der Lebenshaltungskosten daher nicht nachhaltig. Für 2022 sehen die neuen Projektionen eine Inflationsrate von 1,5 (März-Prognose: 1,2) Prozent und für 2023 von unverändert 1,4 Prozent vor. Damit würde die EZB weiterhin ihre Zielmarke verfehlen. Die Notenbank-Volkswirte erwarten zudem, dass die Wirtschaft 2022 um 4,7 (März-Prognose: 4,1) Prozent wächst. Für 2023 wird dann wieder mit einer unveränderten Wachstumsrate von 2,1 Prozent gerechnet.

Gegen die Coronakrise hat die Zentralbank ein besonders flexibles Notkaufprogramm für Staatsanleihen und Wertpapiere von Unternehmen (Pandemic Emergency Purchase Programme/PEPP) aufgelegt. Das Programm mit einem Gesamtvolumen von inzwischen 1,85 Billionen Euro läuft bis mindestens Ende März 2022.

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