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Wirtschaft

Baumarktkette Praktiker schafft Sanierung nicht

12. Juli 2013 00:04 Uhr

Baumarktkette Praktiker schafft Sanierung nicht
Großaktionär Alain de Krassny (OTS)

HAMBURG. Deutsche Baumärkte melden Insolvenz an – Österreichischer Großaktionär wollte noch helfen

Ein Jahr lang hatte die deutsche Baumarktkette Praktiker um eine Sanierung gerungen. Nachdem der Verkauf der luxemburgischen Tochter gescheitert ist, musste das Unternehmen gestern Insolvenz anmelden.

Praktiker betreibt mit mehreren Marken in verschiedenen Ländern mehr als 400 Baumärkte. 80 verlustreiche Filialen sollen zugesperrt werden, es wird jedoch eine Fortführung angestrebt. Die Kette Max Bahr, die mit 132 Märkten ebenfalls zum Praktiker-Konzern gehört, ist zahlungsunfähig.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Aktiengesellschaft nach eigenen Angaben einen Umsatz von drei Milliarden Euro. 18.000 Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs. 2005 war das Unternehmen an die Börse gegangen. 2007 hat sich Praktiker nach verlustreichen Jahren in Österreich wieder aus dem Markt verabschiedet.

Die Österreich-Beziehung ist dennoch heute stärker denn je: Seit Oktober 2012 ist Armin Burger, der langjährige Chef des Diskonters Hofer, der Vorstandsvorsitzende. Aufsichtsratschef ist der Sanierer Erhard Grossnig. Die frühere Österreich-Chefin des Kreditversicherers Coface, Martina Dobringer, und der frühere Metro-Manager Gerhard Sandler aus Hinterbrühl sitzen ebenfalls im Aufsichtsgremium. Angesichts der Aktionärsstruktur ist es kein Wunder, dass drei der acht Kapitalvertreter aus Österreich kommen: Größte Anteilseigner sind die Donau Invest Beteiligung von Alain de Krassny mit 9,95 Prozent (ihm gehört Donau Chemie in Krems) und seine Frau Isabella mit der zypriotischen Maseltov Ltd. mit 9,61 Prozent. Knapp fünf Prozent gehören Goldman Sachs, zwei Drittel sind in Streubesitz. Die Aktien sind im Sturzflug. 10 Cent bedeuten einen Wertverfall von 90 Prozent seit Jahresanfang. Auch Anleihegläubiger zittern um ihr Geld. 250 Millionen Euro wurden 2011 eingesammelt.

De Krassny hatte bei Geldgebern noch 40 Millionen Euro aufgetrieben – letztlich scheiterte die Hilfe an fehlenden Sicherheiten. (sib)

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