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Wirtschaft

AMAG-Chef im Interview: „Das war alles andere als ein Flop“

Von Dietmar Mascher   08. April 2011 00:04 Uhr

„Das war alles andere als ein Flop“
Amag-Chef Gerhard Falch: „Andere würden sich alle zehn Finger abschlecken.“

RANSHOFEN/WIEN. Heute, Freitag, notiert die Austria Metall AG (Amag) zum ersten Mal an der Wiener Börse. Interessenten konnten die Aktie zum Preis von 19 Euro erwerben. Der Preis bewegte sich am untersten Ende des Preisbandes.

Im Gespräch mit den OÖNachrichten erklärt Vorstandschef Gerhard Falch, warum er den Börsegang als Erfolg sieht.

OÖN: Herr Falch, die Investoren zahlen 19 Euro für die Amag-Aktie. Weniger geht nicht. War das nicht ein Flop?

Falch: Das weise ich energisch zurück. Das war alles andere als ein Flop. Das war ein Erfolg. Wir bekommen außerdem unsere Kapitalerhöhung und können unsere Entwicklung so fortführen, wie wir das geplant haben.

OÖN: Ein Erfolg wären eher 23 oder 24 Euro gewesen.

Falch: Ich halte 19 Euro für einen grundsoliden Preis. Und vernünftig vom Eigentümer, der hier auch darauf schaut, dass die Entwicklung stimmt. Wir haben mehr als 100 Investoren, One Equity Partners bleibt mit mehr als 30 Prozent größter Einzelaktionär.

OÖN: Führen Sie den eher bescheidenen Preis auf die wenig begeisternde Börsenstory oder eher auf das allgemein schlechtere Börsenumfeld zurück?

Falch: Das Börsenumfeld ist tatsächlich nicht sehr gut. Darum bin ich stolz, dass wir das im Gegensatz zu anderen, die kurzfristig abgeblasen haben, jetzt durchgezogen haben. Institutionelle Investoren in London und New York waren grundsätzlich interessiert, halten sich aber nach wie vor zurück. Unsere Börsenstory ist gut. Wir expandieren, erweitern die Kapazitäten um 60 Prozent und haben sehr gute Kunden. Daneben gibt es intensive Verhandlungen die Elektrolyse in Kanada auszubauen.

OÖN: Der Börsegang wurde ziemlich rasch durchgezogen. Hat man vielleicht ein wenig auf die Kleinanleger, zumal aus der Region, vergessen?

Falch: Die beratenden Banken hatten die Aufgabe, sich darum zu kümmern. Aber es hat tatsächlich einen Zeitdruck gegeben, den Börsegang rasch umzusetzen.

OÖN: Es hat auch Kritik gegeben, One Equity Partners habe nur Kasse machen wollen und die Amag habe 170 Millionen Euro Sonderdividende zahlen müssen.

Falch: Hier wurde sehr viel Unwahrheit erzählt, leider hat dies auch Anleger verunsichert. Tatsache ist: Unsere Mutter Constantia Packaging hatte 800 Millionen Euro Schulden. Das wurde verteilt. Uns ist es gelungen, lediglich 170 Millionen Euro übernehmen zu müssen. Unserer Eigenkapitalquote hat dies unterm Strich jedenfalls nicht geschadet. Mit 50 Prozent würden sich andere börsenotierte Unternehmen in Österreich alle zehn Finger abschlecken.

Der Börsegang der Amag: 19 Euro für eine Aktie

Die Amag hat 19,3 Millionen Aktien, davon 5,3 Millionen neue, um 19 Euro bei den Anlegern platziert. Die bisherigen Eigentümer verkauften knapp 14 Millionen alte Aktien ans Börsepublikum, um drei Millionen weniger als geplant.

Über die Kapitalerhöhung fließen rund 100 Millionen Euro in die Amag, die frühere Constantia Packaging erhält für ihre Aktien rechnerisch rund 266 Millionen Euro brutto. Die abgebende Aktionärin CP Group 3 B.V., vormals Constantia Packaging, behält einen Anteil von 34,5 Prozent am Unternehmen.

Die Amag-Arbeitnehmer-Privatstiftung hält einen Anteil von rund 11 Prozent. Die Raiffeisenlandesbank (RLB OÖ) hält 11,5, die Oberbank fünf Prozent. Der Vorstand und weitere Führungskräfte beteiligen sich mit insgesamt 129.250 Aktien zum Emissionspreis.

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