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Motorsport

"Double" aus Ebensee war zu schnell

27. Mai 2020 00:04 Uhr

"Double" aus Ebensee war zu schnell
Keine Gaudi im Audi: Daniel Abt

INGOLSTADT. Audi trennt sich nach einer Schummelei am Simulator von Daniel Abt.

Ein arg missglückter Gag bringt jetzt die Motorsport-Karriere von Daniel Abt ins Schleudern. Der 27-jährige Formel-E-Pilot hatte sich am Wochenende bei einem Simulator-Rennen vom 18-jährigen eSport-Profi Lorenz Hörzing aus Ebensee "doubeln" lassen, der prompt als Dritter auf das Podium fuhr. Der Schwindel flog auf. Nach einem heftigen Shitstorm wurde Abt gestern von Audi aus dem Team geworfen. Die Verantwortlichen der Marke aus dem VW-Konzern, der gerade mit den Nachwehen des Diesel-Skandals zu kämpfen hat, konnten über die vielleicht lustig gemeinte Schummelei von Abt nicht lachen.

Die verständlicherweise humorbefreite Erklärung von Audi zieht nach sechs Jahren und 63 Rennen einen vorläufigen Schlussstrich unter die Formel-E-Karriere des Deutschen. "Daniel Abt hat beim fünften Rennen der Race at home Challenge sein Fahrzeug in Qualifikation und Rennen nicht selbst gesteuert, sondern dies einem professionellen Sim-Racer überlassen. Integrität, Transparenz und die konsequente Einhaltung geltender Regeln haben für Audi oberste Priorität – dies gilt ausnahmslos für alle Aktivitäten, an denen die Marke beteiligt ist. Aus diesem Grund hat Audi Sport entschieden, Daniel Abt mit sofortiger Wirkung zu suspendieren", so die Aussendung des Konzerns.

Mit der "Race at home"-Serie versucht die Formel E die coronabedingte Rennpause zu überbrücken. Nicht alle Piloten haben eine Freude damit. Abt hatte immer Mühe, in der künstlichen Wirklichkeit des Computerspiels, bei dem jeder Pilot in seinen eigenen vier Wänden im Simulator sitzt, Tempo zu machen. Am Wochenende setzte er den 18-jährigen Ebenseer Lorenz Hörzing als "Double" ein, der den Audi mit der Nummer 66 im Spitzenfeld des Rennens halten konnte. Zur Überraschung der Konkurrenz, die schnell bezweifelte, dass Abt tatsächlich sein Auto steuerte. Schließlich flog der Schwindel auf. Abt zeigte sich zerknirscht und reumütig. "Ich hab es nicht so ernst genommen, wie ich das hätte tun sollen", meinte der 27-Jährige, der nach seiner Entschuldigung mit einer 10.000-Euro-Spende an eine wohltätige Organisation die Wogen glätten wollte. Zu spät. Sein Cockpit bei Audi ist seit gestern weg. Und sein Ebenseer "Double" plötzlich eine Internet-Berühmtheit. (chz)

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