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LASK

Wolfsburg richtet sich ganz auf Oliver Glasner aus

Von Günther Mayrhofer   19. April 2019 00:04 Uhr

Wolfsburg richtet sich ganz auf Oliver Glasner aus
Aktuell liegt Wolfsburg auf dem neunten Platz der Bundesliga.

WOLFSBURG. Es ist längst nicht mehr die Frage, ob Trainer Oliver Glasner den Fußball-Bundesligisten LASK verlässt, sondern wann der Wechsel zu Wolfsburg offiziell bestätigt wird.

Nur noch ein Scheitern der Ablöseverhandlungen könnte den Abgang des 44-Jährigen verhindern, wovon aber nicht auszugehen ist. Der LASK wird Glasner keine Steine in den Weg legen, die kolportierten 1,5 Millionen Euro Ablöse sind für den deutschen Fußball-Bundesligisten nur ein Taschengeld. Auf Glasner wartet eine herausfordernde Aufgabe.

Video: Der bevorstehende Wechsel von Oliver Glasner war auch Thema in OÖN-TV

 

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Angetrieben vom VW-Konzern, der pro Saison 60 bis 70 Millionen Euro Treibstoff liefert, spielt Wolfsburg finanziell im oberen Bundesliga-Drittel mit, sportlich war das zuletzt selten zu sehen. In der vergangenen beiden Saisonen vermied man erst in der Relegation den Abstieg. Bruno Labbadia war im vergangenen Sommer der Retter, obwohl er Wolfsburg in der laufenden Saison in die Nähe der Europa-League-Plätze führte, wird er den Klub im Sommer verlassen, weil die Chemie mit Sportgeschäftsführer Jörg Schmadtke nicht stimmt.

Der neue Weg: Wolfsburg entschied sich bewusst gegen die "große Lösung" André Villas-Boas und richtet sich ganz nach Glasner, einem "No-Name" in Deutschland, aus. Das hat für Schmadtke 2013 in Köln gut funktioniert, als er Peter Stöger von Austria Wien abwarb. Die Zeit der teuren Wolfsburger Neuzugänge ist vorbei, zumal der VW-Konzern das finanzielle Engagement zuletzt zurückfuhr. Seit dem Meistertitel unter Trainer Felix Magath 2009 gab der Klub 520 Millionen Euro für neue Spieler aus und lukrierte rund 365 Millionen aus Verkäufen – alleine 76 Millionen für Kevin de Bruyne, der 2015 an Manchester City abgegeben wurde. Jetzt sollen die Spieler und das Team entwickelt werden – also genau das, was Glasner in den fast vier Jahren beim LASK schaffte.

Das Versprechen: Glasner soll die Zeit bekommen, seine Philosophie umzusetzen – und auch neue Spieler. Den aktuell besten LASK-Torschützen João Victor könnte er mitnehmen, mit dem Verteidiger Kevin Mbabu vom Schweizer Meister Young Boys Bern steht Wolfsburg bereits vor dem Abschluss. Der 23-Jährige soll sieben Millionen Euro kosten.

Glasners Team: Wie groß Wolfsburgs Vertrauen ist, zeigt, dass er seinen Stab selbst zusammenstellen darf. Assistent Michael Angerschmid und Athletik-Trainer Michael Berktold werden ihm folgen. Ex-Blau-Weiß-Trainer Thomas Sageder könnte das Team komplettieren, Team-Entwickler Werner Zöchling, auf den Glasner beim LASK und Stöger bei Köln vertrauten, sollte ebenso dabei sein.

Mehr zu Oliver Glasner lesen Sie hier:

Adi Hütter als Vorbild

Eines ist klar: Der Wechsel ist für Glasner eine Chance, aber auch ein Wagnis. Auch wenn ihm Wolfsburg Geduld versprach, muss er schnell liefern – und bei null anfangen. Der Kader des LASK ist ganz auf seine Spielphilosophie abgestimmt, in Wolfsburg muss er den Profis erst seine Herangehensweise beibringen. Dass das in kurzer Zeit möglich ist, bewies Adi Hütter in Frankfurt. Er startete im Sommer mit einem 0:5 im Supercup gegen Bayern München, einem Pokal-Aus gegen Viertligist Ulm und zwei Niederlagen aus den ersten drei Bundesliga-Partien – jetzt klopft Frankfurt an der Champions League an.

Vier Österreicher kickten bislang in Wolfsburg

Dietmar Kühbauer

2000 unterschrieb der aktuelle Rapid-Trainer nach einem glücklosen Gastspiel bei Real Sociedad San Sebastián einen Dreijahresvertrag bei Wolfsburg. Nach zwei Saisonen war aber schon Schluss, der Mittelfeldspieler kehrte nach Differenzen zu Mattersburg heim. Kühbauer: "Ich habe mich in Deutschland nicht schlecht verkauft. Ich war nach dem ersten Jahr Spieler der Saison und wurde Kapitän, das macht ja keinen schlechten Eindruck."

Gernot Plassnegger

2001 bekam Kühbauer mit dem aktuellen Lustenau-Trainer österreichische Gesellschaft im Wolfsburg-Kader. Der Flügelspieler, der vom damaligen Zweitligisten Saarbrücken verpflichtet worden war, konnte sich aber nicht durchsetzen und machte nur elf Pflichtspiele. In der Bundesliga reichte es nur zu 217 Minuten, das einzige Tor gelang im Cup. Nach einer Saison wurde er an den Zweitligisten Mannheim verliehen, danach an Rostock abgegeben.

Emanuel Pogatetz

2012 unterschrieb der aktuelle LASK-Verteidiger einen Dreijahresvertrag in Wolfsburg. "Ich sehe die Chance, ganz oben in der Bundesliga mitzuspielen, und habe ehrgeizige Ziele mit dem VfL", sagte er. Es wurde aber nur ein Kurzgastspiel daraus: In den ersten neun Pflichtspielen stand Pogatetz in der Startelf, danach kam er nicht mehr zum Einsatz und wurde schon im Winter an Premier-League-Klub West Ham verliehen. Nach der Saison wechselte er ablösefrei zu Nürnberg.

Pavao Pervan

2018 wechselte der damalige LASK-Kapitän völlig ohne vorherige Gerüchte zu Wolfsburg. "Dieser Schritt fällt mir nicht leicht, aber ich möchte die Chance nutzen, um mich auch in der deutschen Bundesliga zu beweisen", sagte Pervan damals. Wegen der Verletzung von Stammtorhüter Koen Casteels ist der 31-Jährige bis Saisonende die Nummer eins – und kann für Glasner nach einem Platz in der Europa League greifen.

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