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Außenpolitik

Gaddafi-Sohn Khamis tot? „Dreckige Lüge“, sagt Libyen

06. August 2011 00:04 Uhr

Gaddafi-Söhne
Zwei von Gaddafis Söhnen: Khamis (rechts) und Saif al-Islam.

TRIPOLIS. Gaddafis Sohn Khamis al-Gaddafi soll bei einem nächtlichen Luftangriff der NATO getötet worden sein, behaupten die libyschen Rebellen. Das Regime dementierte umgehend.

Bei dem NATO-Angriff auf die westliche Stadt Slitan seien insgesamt 32 Menschen ums Leben gekommen, darunter Khamis al-Gaddafi, sagte ein Sprecher der Aufständischen. Er berief sich dabei auf Angaben von Spionen im Umfeld Gaddafis und abgefangene Funksprüche. Doch die Regierung in Tripolis dementierte umgehend: „Alles falsch und erlogen. Das ist eine dreckige Lüge“, sagte ein Regierungssprecher.

Die NATO wiederum gab zwar zu, einen Luftangriff auf Slitan geflogen zu sein. Ob der Gaddafi-Sohn dabei getötet wurde, werde geprüft.

Der jüngste Sohn des Staatschefs wurde seit Beginn des Konflikts in Libyen bereits mehrfach totgesagt. Der an einer russischen Militärakademie ausgebildete Offizier gilt als Hardliner. Er führt die nach ihm benannte Khamis-Brigade, die als die schlagkräftigste Kampftruppe des Landes gilt. Wenn er wirklich tot ist, wäre das ein großer Erfolg für die Rebellen.

„Haben Gaddafi unterschätzt“

Khamis wäre der zweite Sohn Gaddafis, der seit Beginn des Aufstandes gegen seine 41-jährige Herrschaft im Februar getötet wurde. Anders als Khamis bekleidete sein Bruder Saif al-Arab allerdings keine wichtigen Ämter. Zusammen mit Saif al-Arab Gaddafi kamen im Mai auch drei Enkelkinder des Machthabers ums Leben.

Trotz Treibstoffmangels und Luftangriffen der NATO ist es Gaddafi-treuen Truppen bisher gelungen, die Hauptstadt zu halten. Frankreichs Außenminister Alain Juppé räumte nun erstmals ein, das Durchhaltevermögen Gaddafis unterschätzt zu haben. Zugleich betonte er aber, dass der Einsatz aus seiner Sicht nicht festgefahren sei. „Niemand hat je behauptet, dass es ein schneller Krieg werden würde“, sagte Juppé. Noch im Mai hatte Juppé erklärt, die Geduld seines Landes sei begrenzt, und Paris sei nicht gewillt „länger als einige Monate“ zu kämpfen.

 

Die Familie des Diktators

• Mohammed al-Gaddafi: (geb. 1970): Der Informatiker leitet das staatliche Post- und Fernmeldeunternehmen. Er ist das einzige Kind von Gaddafi und seiner Ex-Frau, der vermögenden Offizierstochter und Lehrerin Fatiha.

• Saif al-Islam al-Gaddafi: (geb. 1972): war mit dem verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ) befreundet. Ihm gehören mehrere Wirtschaftsunternehmen.

• Al Saadi al-Gaddafi: (geb. 1973): hat den Rang eines Obersten und ging 2003 als Fußballprofi nach Italien. Doping-Vorwürfe beendeten seine Karriere.

• Mutassim Billah al-Gaddafi (geb. 1975): befehligt die einflussreiche Präsidentengarde.

• Aisha al-Gaddafi (geb. 1976): Die Juristin ist die einzige Tochter des Herrschers.

• Hannibal al-Gaddafi (geb. 1977): Der Absolvent der Militärakademie wurde in er Schweiz verhaftet, weil er in Genf Hausangestellte misshandelt haben soll.

• Saif al-Arab al-Gaddafi: geriet in Deutschland wegen Schlägereien und Diebstählen in die Schlagzeilen. Er wurde am 1. Mai getötet.

• Khamis al-Gaddafi (geb. 1980): soll eine wichtige Funktion im libyschen Sicherheitsapparat gehabt haben.

• Milad Aubustaia al-Gaddafi: Gaddafis Neffe wurde adoptiert. Während eines US-Bombenangriffs 1986 soll er das Leben des Diktators gerettet haben. Die 15 Monate alte Adoptivtochter

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