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Weltspiegel

"Verwöhnter Rotzbengel und miserabler Hacker"

13. April 2019 00:04 Uhr

"Verwöhnter Rotzbengel und miserabler Hacker"
Julian Assange kurz nach seiner Festnahme in Ecuadors Botschaft in London

LONDON/QUITO. Ecuadors Präsident Lenin Moreno übt heftige Kritik an Wikileaks-Gründer Julian Assange.

Wenige Stunden nach der Verhaftung von Wikileaks-Gründer Julian Assange in der Botschaft Ecuadors in London hat Lenin Moreno, der Präsident des südamerikanischen Landes, ordentlich gegen den 47-Jährigen ausgeteilt. Assange sei ein "verwöhnter Rotzbengel", der sich während seiner Zeit im Botschaftsgebäude respektlos gegenüber den Beamten verhalten habe.

Der seit zwei Jahren regierende Staatschef warf Assange zudem vor, die Wände des Botschaftsgebäudes in London mit eigenen Fäkalien beschmiert zu haben. "Wenn man Zuflucht bekommt, umhegt und mit Essen versorgt wird, prangert man nicht den Hausherrn an", sagte Moreno bei einem Auftritt in der Hauptstadt Quito. Ecuador werde nun nur jenen Personen Asyl gewähren, die es wert seien – "und nicht miserablen Hackern, deren einziges Ziel darin besteht, Regierungen zu destabilisieren."

Festnahme in Ecuador

In Ecuador ist unterdessen ein Mitarbeiter von Julian Assange festgenommen worden. Innenministerin María Paula Romo sagte in der Nacht auf Freitag dem Radiosender "Sonorama", die Festnahme in Quito sei erfolgt, als der "sehr enge" Vertraute Assanges nach Japan habe reisen wollen. Angaben zur Identität des Festgenommenen machte die Ministerin nicht. Einem Medienbericht zufolge soll es sich um einen Schweden handeln, der auf Sicherheitstechnologie und Verschlüsselung spezialisiert ist.

> Video: Wikileaks-Gründer Julian Assange verhaftet

Assange war am Donnerstag nach sieben Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London festgenommen worden. Quito hatte zuvor das politische Asyl für den Australier aufgehoben, der wegen der Veröffentlichung geheimer US-Dokumente vielen in den USA als Staatsfeind gilt. Washington forderte daher die Auslieferung.

Der Zugriff erfolgte laut Scotland Yard aufgrund einer Gerichtsanordnung aus dem Jahr 2012 wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen. Ein Gericht in London sprach Assange wenige Stunden später in diesem Punkt schuldig. Diese Straftat kann mit bis zu einem Jahr Gefängnis geahndet werden.

In den USA wurde der Australier nach Angaben des Justizministeriums wegen Verschwörung zur Attacke auf Regierungscomputer angeklagt. Dafür drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Wikileaks-Publikationen hunderttausender geheimer Regierungsdokumente in den Jahren 2010/11, die Wikileaks von der früheren US-Soldatin Chelsea Manning zugespielt worden waren.

"Ich weiß nichts über Wikileaks"

US-Präsident Donald Trump hat gestern erklärt, dass er mit der Enthüllungsplattform nicht vertraut sei. "Ich weiß nichts über Wikileaks. Er habe gehört, was mit Assange passiert sei, und es sei nun an US-Justizminister William Barr, eine Festlegung zu treffen. Auf Nachfragen erklärte Trump, er habe zu dem Fall keine Meinung. Während des Präsidentschaftswahlkampfes 2016 hatte der Republikaner Wikileaks gelobt und erklärt, er liebe die Organisation.

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