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Chronik

Fall Leonie: Verdächtiger laut Staatsanwaltschaft mindestens 18 Jahre alt

Von nachrichten.at/staro/apa   23. Juli 2021 13:08 Uhr

M?DCHENMORD IN WIEN-DONAUSTADT
Trauer um Leonie

WIEN. Im Zusammenhang mit den Ermittlungen um eine am 26. Juni in Wien-Donaustadt tot aufgefundene 13-Jährige steht nun fest, dass sämtliche festgenommene Tatverdächtige volljährig sind.

Entsprechende Medienberichte bestätigte am Freitag die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, Nina Bussek. Ein vorgeblich 16-Jähriger sei einem Gutachten zufolge "mindestens 18, möglicherweise 20 Jahre alt", sagte Bussek.

Er werde jedenfalls nicht mehr als Jugendlicher, sondern nach dem Jugendgerichtsgesetz (JGG) als junger Erwachsener (Personen im Alter zwischen 18 und 21, Anm.) geführt, erläuterte die Behördensprecherin. Gegen den Burschen afghanischer Abstammung wird - eben so wie gegen zwei inhaftierte Landsmänner im Alter von 18 und 23 sowie einen flüchtigen 22-jährigen Afghanen - wegen Vergewaltigung mit Todesfolge ermittelt. Der Strafrahmen sieht dafür für junge Erwachsene bis zu 20 Jahre, für Erwachsene zehn bis 20 Jahre oder lebenslang vor.

Vierter Verdächtiger auf der Flucht

Bei dem vorgeblich 16-Jährigen sowie dem 18-Jährigen hatte die Staatsanwaltschaft wegen Zweifeln an ihren Geburtsdaten Altersfeststellungsgutachten einholen lassen. Beim 18-Jährigen, der an der Wohnadresse gemeldet war, wo die 13-Jährige eine Überdosis Ecstasy verabreicht bekommen haben soll und dann mehrfach missbraucht worden sein soll, fand der Gutachter keine Zweifel an dessen Altersangaben. Demgegenüber kam der Sachverständige beim angeblich jüngsten Verdächtigen zum Schluss, "dass er definitiv kein Jugendlicher ist", wie Bussek im Gespräch mit der APA erläuterte. Der gesuchte vierte Verdächtige befindet sich nach wie vor auf der Flucht.

"Mein Mandat sagt, er war es nicht"

Die genaue Todesursache der 13-jährigen Schülerin aus Tulln ist weiterhin nicht bekannt. Man warte auf die schriftlichen Ergebnisse der Gerichtsmedizin, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien am Freitag. Der Wiener Strafverteidiger Mathias Burger vermutet, dass das Opfer an einem Multiorganversagen infolge einer Drogenüberdosis gestorben ist. Der Anwalt vertritt jenen Beschuldigten, der laut einem altersdiagnostischen Gutachten nicht 16 sondern wahrscheinlich bereits 20 Jahre alt ist. Der Bursch behauptet, mit dem Mädchen "liiert" gewesen zu sein. Welche Taten sein Mandant konkret begangen haben soll, sei unklar, meint der Verteidiger. Die Tatverdächtigen würden sich „wechselseitig beschuldigen“. Es gebe daher „viele Varianten“ in den Akten. Das Mädchen soll von drei der vier Beschuldigten missbraucht worden sein. „Mein Mandant sagt, er war es nicht. Er bekennt sich nicht schuldig.“ Die Hoffnung, dass zeitnah DNA-Ergebnisse vorliegen, hat Burger nicht. „Das wird erfahrungsgemäß Wochen dauern.“

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