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Magistratsbeamter verewigte sich im Stadtpflaster

STEYR. Nach der Neugestaltung des Stadtplatzes verbirgt das Kopfsteinpflaster vor dem Steyrer Rathaus eine Geheimbotschaft: In die Längsquerungen der Steinplatten haben die Pflasterer die geheimnisvollen Buchstaben "H", "I", "N", "G", "E", "R", "L" eingefügt.

In die Längsquerungen der Steinplatten haben die Pflasterer die Buchstaben "H", "I", "N", "G", "E", "R", "L" eingefügt. Bild: OÖN

Es bedarf nicht eines Symbologen vom Schlage des vom Buchautor Dan Brown bekannten Harvard-Professors Robert Langdon, um zu erkennen, dass sich in den Zwischenräumen der Namenszug "Hingerl" versteckt, wenn man das Pflaster über eine Länge von fünfzig Metern abschreitet: Franz-Michael Hingerl ist Bereichsleiter am Magistrat und beaufsichtigte die Baustelle der Pflasterlegung. Nebenher ist er SP-Gemeinderat.

Video: "Eine völlig irre Geschichte"

Den Befehl, seinen Nachnamen ins Kopfsteinpflaster zu verlegen und dafür eigens Granitsteine zurechtzuhauen, haben die Bauarbeiter offenbar von ihm selbst bekommen. "Von mir stammt so ein Auftrag nicht", sagt Baureferent Vizebürgermeister Helmut Zöttl (FP), "ich fände es schon verkehrt, würde ich mich oder der Bürgermeister sich verewigen lassen."

Bei Bürgermeister Gerald Hackl (SP) hat sich Hingerl für die Handlungsweise auf eigene Faust schon eine Kopfwäsche geholt: "Das ist ja eine Aktion wie von einem Zwölfjährigen, richtig deppert ist das", ärgert sich der Rathauschef, "mit dem Blödsinn hat er selber die gute Arbeit, die er geleistet hat, in den Schatten gestellt." Von einer "Aktion mit hohem Peinlichkeitsfaktor" spricht der Grünen-Stadtrat Reinhard Kaufmann, Kopfschütteln herrscht auch in der VP/Bürgerliste und bei den Neos.

Bürgermeister Gerald Hackl hat darauf bestanden, dass die eigenmächtige Extra-Pflasterung umgehend beseitigt wird. "Hingerl muss dafür sorgen, dass das Pflaster so ausgeführt wird, wie es in dem öffentlichen Auftrag beschlossen wurde – ohne irgendwelche Namenszüge." Schon heute erhalten die Bauarbeiter die Anweisungen, Hingerls Buchstaben aus dem Beton herauszumeißeln und durch neutrale Pflastersteine zu ersetzen. Hackl: "Wir wollen kein kurioses Denkmal schaffen, mit dem die Stadt sich bei den Besuchern lächerlich macht."

Die Kosten für die Entfernung der "Steine des Anstoßes" werden Hingerl vom Bauhof ebenso in Rechnung gestellt wie die Mehrarbeit, die die Pflasterer seinetwegen hatten. Für den eigenmächtig erteilten Auftrag an die Bauarbeiter, der ohne Wissen seiner Vorgesetzten erfolgt sei, handelte sich Hingerl auch eine Ermahnung ein. Laut Berechnungen des Magistrates waren zwischen fünf und sechs Stunden Mehrarbeitszeit nötig, damit Hingerls Name in die Pflasterung eingefügt werden konnte. Die Ausführung der Arbeit war jedenfalls gelungen, wie fachkundige Handwerker meinten.

Erst nach Wochen entdeckt

Dass Hingerls Namenszug im Pflaster entdeckt wurde, brauchte übrigens auch seine Zeit: Vor zwei Wochen stand noch die halbe Stadt auf den Buchstaben, als das erste Baulos des neugestalteten Stadtplatzes bei einem Fest in geselliger Atmosphäre eröffnet wurde.

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Artikel Hannes Fehringer 07. November 2018 - 00:04 Uhr
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