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Oberösterreich  > Salzkammergut

450 Feuerwehrleute kämpften vergeblich um Schloss

ALTMÜNSTER. Es begann scheinbar harmlos und endete als größte Brandkatastrophe, die der Bezirk in den vergangenen Jahren erleben musste: Gestern Vormittag entstand aus noch unbekannter Ursache ein Glimmbrand in einem Efeugebüsch an einer Säule des Schlosses Ebenzweier.

350 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen im Schloss Ebenzweier an

Bild:

Er arbeitete sich in die Höhe und setzte den Dachstuhl des Jahrhunderte alten Gebäudes in Brand.

Höchste Alarmstufe

Zuerst versuchten vier örtliche Feuerwehren, das Gebälk zu löschen. Doch die Flammen breiteten sich im staubtrockenen Dachstuhl - wie berichtet - rasch aus. Zuerst wurden vier weitere Feuerwehren gerufen. Doch bald musste die Einsatzleitung höchste Alarmstufe ausrufen. Um 15.30 Uhr standen 25 Feuerwehren aus dem gesamten Bezirk mit mehr als 300 Frauen und Männern im Einsatz. Im Laufe des Nachmittags kamen noch bis zu 150 dazu. Der böige Wind erschwerte ihre Arbeit zusätzlich. "Die Männer müssen mit schwerem Atemschutz arbeiten", sagte Stefan Pamminger, Sprecher des Einsatzkommandos. "Die Hitze, die vom Dachstuhl abstrahlt, ist so groß, dass die Löschmannschaften alle 30 Minuten ausgewechselt werden müssen."

Weil die Löschwasserkapazität der Hydranten nach wenigen Stunden nicht mehr reichte, begann die Feuerwehr, das Wasser vom nahen Traunsee anzupumpen. Deshalb musste die Salzkammergut-Bundesstraße am Nachmittag gesperrt werden.

Gleichzeitig wurde die benachbarte Gastgewerbliche Berufsschule evakuiert. 285 Mädchen und Burschen, die aufgrund eines Turnuswechsels gestern ihren ersten Schultag hatten, wurden in Sicherheit gebracht. Das Schloss Ebenzweier dient als Internat, auch die Schulküche ist darin untergebracht. Als das Feuer ausbrach, waren aber keine Schüler im Schloss.

Am späten Nachmittag war vom Dachstuhl nichts mehr übrig. Das restliche Schlossgebäude stand noch, ist aber schwer in Mitleidenschaft gezogen. Ob das Gebäude gerettet werden kann, stand gestern Abend nicht fest. "Wir wissen noch nicht, was aus dem Wahrzeichen von Altmünster wird", sagte SP-Bürgermeisterin Elisabeth Feichtinger. "Am wichtigsten ist aber, dass alle Personen rechtzeitig gerettet werden konnten. Mein Dank gilt jetzt allen Feuerwehrleuten im Bezirk, die uns halfen."

 

Habsburger, Bourbonen und Kochlehrlinge

Das Schloss Ebenzweier im Ortszentrum von Altmünster stammt aus dem Mittelalter und war Stammsitz der Schachner. Der Name „Nebenzweier“ kommt von der Lagebezeichnung („neben dem Weiher“).
Später gelang das Schloss in den Besitz der Habsburger, die es 1891 an den Prinzen Don Jayme de Bourbon verkauften. 1971 wurde es völlig renovierungsbedürftig der Gemeinde Altmünster verkauft, danach ging es an das Land Oberösterreich und wurde vor wenigen Jahrzehnten aufwändig renoviert. Zuletzt befand sich im Gebäude das Internat der gastgewerblichen Berufsschule.

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Artikel Edmund Brandner 10. Mai 2016 - 00:04 Uhr
Video

Großbrand im Schloss Ebenzweier

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