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Tonnenschweres Material in den Wald geschafft

MUNDERFING. Windpark Munderfing: Eine besondere Baustelle im Wald – ein Lokalaugenschein.

Tonnenschweres Material in den Wald geschafft

Links ist ein Teil des Turmes zu sehen, allerdings wird er mit Hilfe des Riesenkrans rechts viel höher. Bild: mala

Schon die holprige Anfahrt zu der nicht alltäglichen Baustelle im Kobernaußerwald ist ein kleines Abenteuer. Nur mit dem Geländewagen sind die dreieinhalb Meter breite und drei Kilometer lange Zufahrt und die zusätzlichen 1,9 Kilometer Auffahrt passierbar. "Wir haben hier teils 15 Prozent Steigung, die Lastwagen mit Schwertransport haben einen Vorspann", erklärt Bauleiter Thomas Sutter. Das heißt, ein schwerer Lkw fährt voran und zieht den anderen mit hoch, gemeinsam sind hier 1450 Pferdestärken am Werk. Kein Wunder denn alleine das Maschinenhaus ist 72 Tonnen schwer und jedes der geplanten fünf Windräder hat ein eigenes.

Zum Teil sind schon erste Turmelemente aufgebaut. Zum Beispiel bei der Anlage zwei beim Weißenstein. Doch es sind erst jeweils zwei Turmelemente fertig, weitere vier folgen. "Das sind erst etwa 25 Meter, der Turm wird aber 120 Meter hoch", sagt Amtsleiter und Geschäftsführer des Windparks Munderfing, Erwin Moser.

Zur Zeit wird der Großkran aufgebaut, erst dann kann der Windrad-Bau weitergehen. Der Großkran selbst allerdings ist schon ein unglaubliches Unterfangen. Vier Tage lang wird er Schritt für Schritt aufgebaut, bis der 155 Meter lange Ausleger und die Gewichte montiert sind. Der mobile Kran ist 96 Tonnen schwer. 45 Lastwagen-Tieflader sind im Einsatz und liefern die dazugehörigen Teile. "Wenn die Anlage hier fertig ist, wird der Kran abgebaut und bei der nächsten Anlage wieder aufgebaut", sagt Erwin Moser.

Auch die sogenannte Nabe und das Maschinenhaus stehen für die Anlage zwei schon bereit. Das Maschinenhaus ist 12,8 Meter lang. Wenn der Turm fertig ist, wird das Haus auf ihm montiert. "Die Arbeiter können dann in den Turm hineingehen und rauf ins Maschinenhaus fahren oder auf der Leiter hochklettern", sagt Bauleiter Sutter. Er weiß wovon er spricht, schließlich baut er schon seit elf Jahren Windräder. "Ursprünglich bin ich Vorarlberger, lebe derzeit im Waldviertel und ziehe mit den Windparks mit", sagt er. Immer noch sind die Baustellen für ihn etwas Besonderes. Besonders ist auch die Nabe, sie sieht wie ein Raumschiff aus. In Wahrheit werden auf ihr die Rotorblätter montiert, jeweils drei Stück. Hunderte Schrauben halten ein Rotorblatt, es ist 12,3 Tonnen schwer und fast 55 Meter lang. Die Rotorblätter sollen, wenn alles nach Plan läuft, am Freitag montiert werden. In drei Wochen soll sich das erste der fünf Windräder in Munderfing bereits drehen. "Hoffentlich gefriert es noch ein bisschen, denn der Gatsch macht alles schwerer", sagt der Bauleiter. Vorsichtshalber sind schon Stahlplatten bestellt, damit dem Windrad-Aufbau nichts im Wege steht.

Zahlen und Fakten zur Baustelle

54,65 Meter lang ist ein Rotorblatt. Jedes der fünf Windräder besitzt insgesamt drei. Zusammen wiegen die drei Rotorblätter eines Windrads 36,9 Tonnen.

72 Tonnen schwer ist das Maschinenhaus. Es ist 12,8 Meter lang und vier Meter breit. Die Maschinenhäuser wurden über die neue Umfahrung Straßwalchen nach Munderfing gebracht. Besonders spannend war der Weg durch die enge und kurvige Straße in Heiligenstatt (Gemeinde Lengau), der Transport verlief aber ohne Probleme.

11 Kilometer Kabel werden in der Netzabteilung verwendet. Die Kabel für die interne Verkabelung sind knapp drei Meter lang. Alle Anlagen und das Umspannwerk Lengau sind mit Lichtwellenleiterkabel verbunden. Es wird ein Postkabel für Telefon und Internet zu jeder Anlage verlegt.

3.075 Kilowatt ist die Nennleistung. Die Einschaltgeschwindigkeit ist bei drei Metern pro Sekunde zu beziffern, die Nenngeschwindigkeit bei 13 Metern pro Sekunde.

998 Tonnen ist der Montagekran schwer. Der Aufbau dauert ungefähr vier Tage. 45 Lkw liefern die tonnenschweren Kranteile für den Großkran.

 

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Artikel Magdalena Lagetar 06. Februar 2014 - 00:04 Uhr
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