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Innviertel

Illegales Glücksspiel? Lokaltür mit Betonklotz "verriegelt"

Von Thomas Streif   07. September 2016 05:44 Uhr

Illegales Glücksspiel? Behörde ließ Lokaltür mit Betonklotz "verriegeln"
Schluss mit lustig: Dem Lokalbetreiber wurde gestern einfach ein Betonklotz vor die Eingangstüre gestellt – das Lokal wurde behördlich geschlossen.

SCHÄRDING. Bezirkshauptmannschaft Schärding geht mit "Schwergewicht" gegen uneinsichtigen Lokalbetreiber vor.

Schärdinger Stadtplatz, ein paar Gäste sitzen in einem Gastgarten und genießen ihr Frühstück. Wohl ihr letztes in diesem Lokal für längere Zeit. Dass in wenigen Minuten ein Lastwagen der Straßenmeisterei Schärding samt Kran und 600 Kilogramm schwerem Betonklotz vor dem Lokal auftauchen wird, wissen die Gäste nicht.

Die Kellnerin kassiert den offenen Betrag, dann kann die eher ungewöhnliche Aktion der Finanzpolizei und Bezirkshauptmannschaft Schärding, die als Sicherheitsbehörde gegen illegale Spielautomaten vorgeht, beginnen. Wie berichtet, hatte sich ein Schärdinger Gastronom, der laut Behörde illegales Automaten-Glücksspiel ohne Konzession anbot, immer wieder gegen Teilschließungen seines Lokals widersetzt. Mehrfach habe er, so Friedrich Burgstaller von der BH Schärding, die Amtssiegel entfernt und immer wieder aufgesperrt. Für den Betreiber des Lokals gilt die Unschuldsvermutung.

Gestern ist der Behörde endgültig der Geduldsfaden gerissen. In der Früh seien die Automaten zwar nicht am üblichen Platz gestanden, allerdings sei der Raum, in dem die Spielautomaten standen, nicht versperrt gewesen.

Laut Burgstaller war ein Automat in Betrieb. Zuerst wird die Lokalität außen mit einer amtlichen Versiegelung versehen. Eine Beschädigung oder Ablösung des Siegels ist mit einer Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten bedroht. "Wenn wir nicht so drastisch vorgehen, sperrt der Besitzer das Lokal wohl immer wieder auf", sagt Peter Weldy, Leiter der Finanzpolizei Oberösterreich und Salzburg, der sein Büro in Schärding hat.

Eine Aufhebung der Lokalschließung sei nur dann vorstellbar, wenn nachgewiesen wird, dass kein illegales Glücksspiel mehr angeboten wird. "Ich begrüße dieses rigorose und konsequente Vorgehen der Behörden", sagt Weldy und fügt an: "So ein Vorgehen wie hier in Schärding würde ich mir in allen Bezirken wünschen. Es handelt sich nicht nur um illegales Glücksspiel, denn auch Steuern für den Automatenbetrieb werden nicht abgeführt. Damit wird die Gesellschaft an allen Ecken und Enden geschädigt."

Kran stellt Betonklotz ab

Immer mehr Schaulustige haben sich mittlerweile in der Nähe des Lokals im Zentrum der Barockstadt eingefunden. Mittels Kran wird der Betonklotz vor die Eingangstüre gehoben und platziert. Dass dieses Lokal behördlich geschlossen wurde, ist jetzt nicht mehr zu übersehen.

Friedrich Burgstaller und Martin Sigmund von der BH Schärding sind zufrieden. "Die Mühlen des Rechtsstaates mahlen oft langsam, aber sie mahlen sorgfältig", sagte Sigmund im August zu den OÖN. Er hat – zumindest vorerst – Recht behalten.

Schärding: Betonklotz wird vor Lokal platziert

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