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Oberösterreich

Vor zehn Jahren: Strychnin-Drama kostete Jugendliche das Leben

PERG. Es sollte für Sandra (13) ein vergnügter Abend vor einer Urlaubsreise werden: Doch am 13. Juli 2001 starben sie und ihr Bekannter Dominik (16) qualvoll: Das Mädchen erlag einer Strychnin-Vergiftung, Dominik wurde ertränkt.

Vor zehn Jahren: Strychnin-Drama kostete Jugendliche das Leben

Gedenken am Sterbeort von Sandra in Perg Bild: OÖN

Dass die beiden Teenager ihr Leben verloren, lag in der Verantwortung von zwei ihnen bekannten Jugendlichen (damals 15 und 16 Jahre alt) sowie eines 23-Jährigen: Sie gaukelten Sandra und Dominik vor, sie hätten „zerbröseltes Ecstasy“. Denn Sandra und Dominik hatten sich am Abend des 12. Juli 2001 „etwas besorgen“ wollen und hatten ihre Bekannten aus dem Seyr-Park in Perg „um Speed“ gebeten.

Bereits Tage zuvor hatten die „Freunde“ Strychnin als Suchtmittel verkauft. Ein erster Konsument hatte Krämpfe erlitten und die Dealer gewarnt: „Das könnte tödlich sein“.

Dennoch gab das Trio am 12. Juli gegen 23 Uhr Sandra und Dominik Strychnin als „Speed“. Kurze Zeit später setzten bei beiden schwere Krämpfe ein, im Todeskampf wurde Sandra vom 23-Jährigen noch sexuell missbraucht. Dann starb Sandra kurz nach Mitternacht qualvoll.

Dominik lebte noch, als der 15-Jährige aus dem Seyr-Park nach Hause ging. Statt Hilfe zu holen, beschlossen der 16-Jährige und der 23-Jährige, Dominik in die Naarn zu legen: „Damit die Spuren verwischt werden“. Dominik ertrank hilflos.

Seine Leiche wurde am 13. Juli gegen 16.45 Uhr im Wasser entdeckt. Sandra blieb bis zum 16. Juli verschwunden: Der 16-Jährige und der 23-Jährige hatten ihre Leiche in einem Hohlraum unter einer Brücke über die Naarn, rund 80 Meter von der Fundstelle von Dominik, versteckt.

Drei Wochen ermittelte die Mordgruppe der Kriminalabteilung, dann stießen sie auf das Trio: Im Haus eines Verdächtigen fand sich eine Strychnin-Dose.

Das Trio wurde festgenommen und von Staatsanwältin Brigitte Loderbauer des zweifachen Mordes und weiterer Verbrechen angeklagt.

Bei der Verhandlung am Linzer Landesgericht am 29. Juni 2002 wurde jedoch nur das Ertränken von Dominik als Mord beurteilt, die Tat an Sandra war „Absichtlich schwere Körperverletzung mit Todesfolge“. Der 15-Jährige erhielt vier Jahre Haft, der 16-Jährige sieben und der 23-Jährige 18 Jahre Haft.

Der Staatsanwaltschaft waren die Strafen zu gering und sie berief: Das Oberlandesgericht revidierte am 20. Mai 2003 die Höhe der Strafen für den 16- und den 23-Jährigen entscheidend: Neun Jahre Haft für den 16-Jährigen, „Lebenslang“ für den 23-Jährigen.

Die damals 15- und 16-Jährigen sind heute bereits wieder in Freiheit, der 23-Jährige verbüßt noch immer seine lebenslange Freiheitsstrafe.

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Artikel Gerhard Lukesch 14. Juli 2011 - 00:04 Uhr
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