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Oberösterreich

Nobelpreiswürdig: 60 Jahre Aktion Familienfasttag

Veronika Pernsteiner, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung, über die Meilensteine und die "Menschen dahinter".

Nobelpreiswürdig: 60 Jahre Aktion Familienfasttag

Veronika Pernsteiner (r.) auf ihrer Reise zu Kaffeebäuerinnen in Nicaragua, deren Dankbarkeit sie "tief beeindruckt" hat. Links im Bild Anna Rosenberger von der Kfb St. Pölten. Bild: kfb

"Über den Tellerrand hinausschauen, das ist nicht nur ein Spruch, sondern ein Wortspiel mit großer Aussagekraft für uns", sagt Veronika Pernsteiner, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreich (Kfb). Genau vor 60 Jahren hat Herta Pammer, eine ihrer Vorgängerinnen, die Aktion Familienfasttag ins Leben gerufen. Seit damals werden Frauen weltweit unterstützt – und zwar mit Spenden, die unter anderem durch das Benefizsuppenessen in vielen Pfarren gesammelt werden.

820.000 Euro aus Oberösterreich

"Jährlich kommen etwa 2,5 Millionen Euro zusammen. Das größte Spendenaufkommen verzeichnet die Aktion übrigens aus Oberösterreich. 2017 waren das stolze 820.000 Euro", sagt die gebürtige Mühlviertlerin, die in Feldkirchen an der Donau zu Hause ist.

Das Jubiläum selbst wird heute und morgen im Rahmen eines Symposiums in Salzburg gefeiert, bei dem aber auch Zukunftsfragen diskutiert werden sollen. "Aktuell engagieren wir uns in 100 Projekten auf drei Kontinenten", sagt Pernsteiner.

Wenn sie zurückdenkt, so ist ihr ein Besuch in Nicaragua bei Kaffeebäuerinnen besonders in Erinnerung geblieben. Berührt habe sie vor allem die Dankbarkeit der Menschen, erzählt Pernsteiner. "Und es war auch toll zu sehen, wie die Frauen, die ja meist in sehr patriarchalischen Strukturen leben, durch Bildung aufblühen und auf einmal etwas wert sind und etwas gelten in ihrer Familie." Das Schöne daran: Die Mütter geben diese neugewonnene Stärke an ihre Töchter weiter. "Únd so kommt was ins Rollen."

Als größten Meilenstein in der Geschichte des "Familienfasttags" bezeichnet die 59-Jährige ein Projekt aus den Anfängen. "Die Aktion hat damals zwei Tiroler Ordensschwestern unterstützt, die in einer Lepra-Kolonie in Südkorea gearbeitet und dort unter anderem ein Spital gebaut haben", sagt Pernsteiner. "Mehr als 40 Jahre haben Marianne Stöger und Margaret Pissarek den isolierten Kranken auf der Insel Sorok geholfen, dafür wurden sie nun für den Friedensnobelpreis 2019 vorgeschlagen."

Doch nicht nur so außergewöhnliche Leistungen, sondern jedes einzelne Engagement sei es wert, gewürdigt zu werden: "Ich bin so dankbar, dass sich unzählige Frauen und Männer in Österreich für eine bessere Welt stark machen."

Helfen als große Kraftquelle

Das helfe nicht nur den Armen in Krisenregionen, sondern würde auch hierzulande zu einer Bewusstseinsbildung beitragen: "Wenn wir sehen, wie die Menschen und oft auch die Natur in anderen Teilen der Erde ausgebeutet werden, erkennen wir, dass auch wir auf unsere Ressourcen achten müssen." Ob sie nicht manchmal verzweifle angesichts der vielen traurigen Schicksale? "Man kann leider nicht alle retten. Aber wenn man etwas bewegen und etwas Sinnvolles tun kann, dann ist das eine große Kraftquelle."

Viel Motivation bekommt Pernsteiner auch durch ihre Familie und ihre beiden erwachsenen Kinder. "Und ich bin mittlerweile auch stolze Oma, und auch das ist ein großer Ansporn für mich: Ich möchte meinen Beitrag leisten, um die Welt ,enkeltauglich’ zu hinterlassen."

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Artikel Valerie Hader 09. November 2018 - 00:04 Uhr
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