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Ein Werk, das den Rahmen sprengt

Die monumentale Oper "Die Frau ohne Schatten" von Richard Strauss hat am Samstag im Musiktheater Premiere. Falko Herold hat die gesamte Ausstattung konzipiert.

Ein Werk, das den Rahmen sprengt

Falko Herold, Ausstatter der „Frau ohne Schatten“, hat die Grenzen des Musiktheaters ausgelotet. Bild: Weihbold

Das Musiktheater am Volksgarten hat in seiner gut vierjährigen Bestandszeit schon einige Großprojekte der Opernliteratur gestemmt. Unter anderem Wagners Ring. Die Premiere am kommenden Samstag ist aber so etwas wie ein Elchtest für das Haus. Richard Strauss’ "Die Frau ohne Schatten" gilt als Monumentalwerk, als oft auch deshalb nicht spielbar, weil es kaum Opernhäuser gibt, in die diese Oper hineinpasst. Allein im Orchestergraben werden am Samstag, bei der Opernpremiere von Chefdirigent Markus Poschner und dem Regiedebüt von Intendant Hermann Schneider, rund 100 Musiker Platz nehmen. Und auch das reicht nicht: Die Glasharmonika wird von einem Nebenraum bedient und eingespielt.

Von Rand zu Rand zu Rand

Aber auch auf der Bühne wird die gesamte Kubatur von Rand zu Rand zu Rand bespielt: "Diese Produktion ist das Maximum, was man aus diesem Haus herausholen kann", sagt Falko Herold, der für Bühne, Kostüme und Videodesign zuständig ist. Die beiden Ebenen – Zauberwelt und Menschenwelt, die in der Mitte der Drehbühne durch eine Wand abgeteilt ist – hat der 45-jährige Deutsche sehr realistisch umgesetzt. Seit einem Jahr beschäftigt sich Herold, der eben das Bühnenbild für "Hoffmanns Erzählungen" in Salzburg fertiggestellt hat und demnächst einen Don Giovanni in Genf auf die Bühne stellen muss, mit der "Frau ohne Schatten". Trotzdem gibt es zwei Tage vor der Premiere noch Baustellen, für die noch keine Lösungen in Sicht sind. "Wir haben noch ein akustisches Problem beim Bühnenumbau auf der Rückwand. Wenn vorne eine tolle, ruhige, berührende Szene gespielt wird und es hinten laut ist, dann müssen wir uns wirklich noch etwas einfallen lassen", sagt Herold.

Einfallen lassen hat sich das Duo Schneider/Poschner auch schon einiges für das Ensemble. Von den drei fixen Neuen spielt Katherine Lerner mit der "Amme" bereits eine Hauptrolle. Die restlichen vier großen Rollen wurden mit Sängerinnen und Sängern besetzt, die künftig fix ans Haus gebunden werden sollen. Etwa Heiko Börner und Brigitte Geller (Kaiser und Kaiserin) sowie die finnische Sopranistin Miina-Liisa Värelä (Färberin). Weil die "Frau ohne Schatten" mit vier Stunden Spielzeit inklusive Pausen auch zeitlich umfangreich ist, wurde die Beginnzeit auf 18.30 Uhr vorverlegt. Aus Jugendschutzgründen, weil das letzte, versöhnliche Wort im Stück Kinder haben.

"Die Frau ohne Schatten": Musik Richard Strauss, Text Hugo von Hofmannsthal. Premiere 30. September, 18.30 Uhr, Musiktheater. Weitere Termine: www.landestheater-linz.at

Die Kammerspiele feiern 60. Geburtstag

 

„Das Kammerspielhaus ist fertig und ins Kulturleben unserer Stadt, ja des ganzen Landes Oberösterreich als eine bedeutsame Potenz aufgenommen worden.“ Das schrieben die OÖNachrichten am 30. September 1957, zwei Tage nach der feierlichen Eröffnung der nach den Plänen von Clemens Holzmeister errichteten Kammerspiele an der Linzer Promenade. Heute feiern die Kammerspiele ihren 60. Geburtstag.

Eröffnet wurde die damals neue Spielstätte von Landeshauptmann Heinrich Gleißner als Antwort auf die immer größer werdenden Raumprobleme im Linzer Landestheater. Am langen Eröffnungsabend stand unter anderem Franz Werfels Schauspiel „Paulus unter den Juden“ auf dem Programm.

Originalbericht (PDF)



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Artikel Helmut Atteneder 28. September 2017 - 00:04 Uhr
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