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Bildhauer Karl Prantl 86-jährig gestorben

WIEN. Bildhauer Karl Prantl, Träger der höchsten Kunst-Auszeichnung des Landes, des Großen Österreichischen Staatspreises, ist am Freitag im 87. Lebensjahr infolge eines Gehirnschlags gestorben.

Prantl erntete internationale Anerkennung

Bild: APA (Archiv/Techt)

Prantl war einer der prägenden Bildhauer der Zweiten Republik und erwarb sich durch die Gründung des internationalen Bildhauersymposions in St. Margarethen auch abseits der Kunst internationale Anerkennung.

Karl Prantl hatte an der Akademie der Bildenden Künste in Wien zunächst bei Albert Paris Gütersloh Malerei studiert, ehe er sich der Bildhauerei zuwandte. Im Winter 1950/51 entstanden die ersten Skulpturen. 1958 arbeitete Prantl erstmals länger im Steinbruch St. Margarethen, wo er im Jahr darauf das erste internationale Freiluft-Bildhauersymposium organisierte.

In der dortigen Arbeit mit Kollegen aus aller Welt und nicht in seinen eigenen "Zwiesprachen mit dem Stein", seinen "Meditationssteine", die durch sanfte, organisch wirkende Formen bestechen, sah der Künstler stets sein Hauptwerk. Prantl hat auch bei seiner Staatspreisverleihung 2008 darauf hingewiesen, dass man das im Steinbruch von Bildhauern aus aller Welt hinterlassene Erbe zu pflegen habe. Erst jüngst waren Initiativen gesetzt worden, dieses Erbe auch tatsächlich zu bewahren.

Nach einer schweren gesundheitlichen Krise vor einem Jahr hatte sich der Bildhauer in den vergangenen Wochen wieder erstaunlich fit gefühlt. "Er hat immer seine Arbeit im Kopf gehabt. Er wollte 100 Jahre alt werden, schon alleine wegen der vielen Steine, die er noch ausgewählt hatte," erzählte seine Witwe Uta Prantl.

Prantl hatte selbst nicht mehr am Stein arbeiten können, hatte jedoch laut Uta Prantl einen türkischen Gehilfen, der ihm ständig zur Hand ging, um seine Vorstellungen umzusetzen. Prantl, der derzeit noch im Kreise seiner Familie zu Hause aufgebahrt ist, werde vermutlich am Pöttschinger Friedhof beigesetzt.

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Artikel tsc 08. Oktober 2010 - 16:45 Uhr
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