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Kultur

Bruckner in weltmeisterlichem Orchesterklang

Von Michael Wruss 01. Juli 2019 00:04 Uhr

Bruckner in weltmeisterlichem Orchesterklang
Markus Poschner

Das Bruckner Orchester feierte unter Markus Poschner mit Bruckners Siebter in der Stiftsbasilika St. Florian erneut einen Triumph.

Beim Verlassen der Stiftsbasilika St. Florian, wo am Samstag das Bruckner Orchester unter Markus Poschner bei den Stiftskonzerten Bruckners VII. Symphonie spielte, verglich eine Zuhörerin den Klang des Landesorchesters mit jenem der Wiener Philharmoniker.

Und tatsächlich, an diesem frühen Abend waren Musiker klanglich, technisch und musikalisch nicht weit davon entfernt. Satte, warm timbrierte Streicher, ein perfekt intoniertes und in sich stimmiges Holz sowie ein nie zu Härte neigendes und doch klanglich überzeugend auftrumpfendes Blech, die obendrein von Markus Poschner ideal in Balance gehalten wurden. Eine Balance, die das Motto "Bruckner neu erleben" tatsächlich zum Erlebnis geraten ließ. Neue Facetten taten sich auf, oft nur marginal heraustretende Nebenstimmen spielten sich in den Vordergrund. So gelang es, den Kosmos dieser zu Lebzeiten Bruckners erfolgreichsten Symphonie vor allem klanglich zu erschließen. Dennoch verharrte das Publikum nach dem Schlussakkord ungewöhnlich lange in betretenem Stillschweigen, und so wirklich stürmischer Applaus kam erst auf, als Poschner die Stimmführer und die Instrumentengruppen einzeln aufstehen ließ.

Das mag daran gelegen haben, dass Markus Poschner auch hier die Partitur gegen den Strich gebürstet und nicht nur im selbst für die Stiftsbasilika durchsichtigen Spiel Details offengelegt hat, sondern dabei auch sonst oft elegant überspielte Brüche aufgetan hat, die die einzelnen Themenblöcke viel urgewaltiger aufeinanderprallen ließen und den so oft beschriebenen unendlichen Melodien nicht diesen Raum gegeben haben, wie man es vielleicht gewöhnt ist.

So geriet der erste Satz extrem ruhig und setzte sich vom Tempo her wenig vom im Vergleich dazu zügig und fast mahlerhaft musizierten zweiten Satz ab, dem dadurch aber die Kraft zur ultimativen Steigerung fehlte.

Fein gespenstisch und das mahlersche "schattenhaft" vorwegnehmend geriet das Scherzo, während im Finale analog zum ersten Satz Fragen offenblieben und sich nicht alles zwingend ineinanderfügte, sodass für viele der Schluss absolut überraschend war.

Fazit: Eine vom Bruckner Orchester grandios und perfekt klanglich ausbalanciert musizierte VII. Symphonie, bei der das interpretatorische Konzept nicht ganz so überzeugte.

Stiftsbasilika St. Florian: Bruckners VII. mit dem Bruckner Orchester unter Markus Poschner, 29.6.

Artikel von

Michael Wruss

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