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Kultur

Schnüffeln macht verrückt

21. Mai 2016 00:04 Uhr

Schnüffeln macht verrückt
Der Hutmacher (Johnny Depp, Mitte) bittet zum Tee (v.l.): Herzkönigin (Helena Bonham Carter), Weißes Kaninchen, Alice (Mia Wasikowska), Grinsekatze, Weiße Königin (Anne Hathaway)

Sechs Jahre nach dem Kassenschlager "Alice in Wunderland" zeigt sich Hollywood-Star Johnny Depp in der kunterbunten Fortsetzung "Hinter den Spiegeln" als Hutmacher noch verrückter. Ludwig Heinrich hat den 52-jährigen Schauspieler in London zum Interview getroffen.

Nach einer langen Seereise als Käpt’n eines eigenen Schiffes kehrt Alice nach London zurück. Zum Ausruhen bleibt jedoch keine Zeit. Als sie erfährt, dass ihr Freund, der Hutmacher, immer verrückter wird, geht sie – mit Hilfe eines Spiegels – zurück ins Wunderland und zu den alten Freunden, um ihn zu retten. "Alice im Wunderland 2: Hinter den Spiegeln" läuft am 25. Mai in den Kinos an. Wieder mit Mia Wasikowska als Alice und Johnny Depp, in einer seiner Paraderollen, als Hutmacher.

 

OÖNachrichten: Für Sie, Johnny Depp, eine Rückkehr mit Freude?

Johnny Depp: Absolut, denn als ich mich nach dem ersten Film vom Team – wir waren wie eine Familie geworden – verabschieden musste, tat mein Herz weh. Ich war also ungemein glücklich, als ich erfuhr, dass es einen zweiten Teil geben würde.

Eine neue interessante Figur im Geschehen ist Sacha Baron Cohen als Zeit. Ein seltsames Wesen, das halb Uhr, halb Mensch ist. Sie und ein Typ wie Cohen gemeinsam am Set, da ist es bestimmt nicht immer ernst zugegangen. Hat Sie Regisseur James Bobin viel improvisieren lassen?

Wir haben’s einfach gemacht. Einmal haben wir, vor dem Green Screen, so lange herumgeblödelt, so viel Unsinn geredet, bis wir merkten, dass das Team schon in die Kantine zum Mittagessen aufbrach. Und eine Kamera ist auch zerplatzt...

Warum wird der Hutmacher diesmal immer verrückter?

Zu jener Zeit, im 19. Jahrhundert, haben sie für das Aufkleben der Bänder und anderer Sachen auf die Hüte einen nicht ungiftigen Klebstoff benützt. Wahrscheinlich hat der Hutmacher zu viel daran geschnüffelt. Zum Verrücktsein wäre anzumerken: Ist es einer, ohne dass er es weiß, dann geht es noch. Ist er sich dessen aber bewusst, dann zerstört es sein Leben.

Spielen Sie gern mit englischem Akzent?

All meine Filme zusammengenommen, habe ich, so glaube ich, öfter englischen als amerikanischen Akzent gesprochen.

Und woher kommt der spezielle Akzent des Hutmachers?

Von der Privatlehrerin meiner Kinder. Wenn sie redet, klingt sie immer ein bisschen schizophren.

Wie geht es Ihren Hunden in Australien?

Wenn Sie jetzt glauben, dass ich mich bei den Aussies entschuldige, weil ich meine Yorkshire Terrier Pistol und Boo in ihr Land eingeschmuggelt habe, so ist das ein Irrtum. Ich weiß nicht, warum die so empfindlich sind. Lieber entschuldige ich mich dafür, dass ich sie jetzt nicht nach England zurückgeschmuggelt habe.

Im Film geht Alice auf Zeitreise, um den Hutmacher zu retten. Angenommen, Sie könnten auch auf Zeitreise gehen und dabei einen sechsjährigen Buben treffen, der vielleicht der kleine Johnny Depp sein könnte: Welche Ratschläge würden Sie ihm aufgrund Ihrer heutigen Erfahrungen geben?

Erstens: Such immer die einfachen Wege. Das Einfache ist das Schönste und Beste. Zweitens: Mach, zum Beispiel in Restaurants, keine Blödheiten, die die Leute dazu bringen, aufzustehen, dich anzustarren und dir danach eventuell auch noch mit Auto oder Motorrad bis zum Hotel nachzufahren. Drittens: Meide Menschen, die über dich und deine Familie die absurdesten – wenngleich manchmal unterhaltsame – Dinge schreiben. Und letztlich (augenzwinkernd): Wenn dir jemand ganz blöd kommt, gib ihm eine!

Sie treten hin und wieder mit Ihrer neuen Band auf, den Hollywood Vampires. Welcher ist der wirkliche Johnny Depp, der auf der Leinwand oder der auf der Bühne?

Der auf der Bühne ist wirklicher. Schon mit zwölf war die Musik meine erste und größte Liebe. Das hat sich bis heute nicht geändert. Als ich jedoch beim Film jenen gewissen Bereich erreicht hatte, den sie Karriere nennen, wusste ich, dass es vorbei war mit der Musik. Auf einmal, 2012, kam Alice Cooper zu mir an den Set von Tim Burtons "Dark Shadows" und fragte mich, ob ich nicht mit ihm ein bisschen musizieren, mehr noch: ob ich nicht ein paar Songs für ihn und mit ihm schreiben wollte. Cooper, kein Geringerer als Alice Cooper! Damit ist meine alte Leidenschaft wieder voll aufgebrochen.

Und wenn Sie, wie jetzt zum Beispiel für "Alice im Wunderland 2", zur Premiere auf den roten Teppich am Leicester Square kommen, wie fühlen Sie sich da? Nicht sicherer als auf der Bühne?

Ach wo! Ich fürchte mich, bin konfus, zu Tode erschrocken und möchte am liebsten nur eines: nach Hause gehen.

 

Ein Klassiker

 

Ein Klassiker
Autor Lewis Carroll

Autor Lewis Carroll

 

Mehr als eine Milliarde Dollar hat Disneys „Alice im Wunderland“ in der Regie von Tim Burton 2010 weltweit eingespielt. Damit positionierte sich der Streifen an 22. Stelle der kommerziell erfolgreichsten Filme.

Als Vorlage für das Abenteuer dienten die Romane des englischen Autors Lewis Carroll (1832 – 1898): „Alice im Wunderland“ (1865) und die Fortsetzung „Alice hinter den Spiegeln“ (1871).

Der Kinderbuchklassiker wurde bisher rund zwei Dutzend Mal für TV und Kino verfilmt – 1951 etwa als Zeichentrickfilm von Walt Disney, oder 1976 als Porno-Musical von Bud Townsend.

Von der ersten Ausgabe des Buches sind nur 22 Exemplare erhalten, fünf davon sind in Privatbesitz, die anderen in öffentlichen Bibliotheken. 1998 wurde eine Erstausgabe für 1,5 Millionen Dollar versteigert.

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