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Kultur

Die große Gewinnerin dieses Abends war die Blasmusik

21. November 2017 00:04 Uhr

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Bild 1/57 Bildergalerie: Best of Blasmusik 2017

Die Trachtenkapelle Fornach gewann den OÖN-Wettbewerb "Best of Blasmusik". Beste Stimmung begleitete die Gala am Sonntag im Linzer Brucknerhaus.

Diesen Jubel hätte das "Applausometer" nicht mehr messen können. Die Trachtenkapelle Fornach unter Max Lidauer erspielte sich im fast ausverkauften Brucknerhaus den ersten Platz beim Galakonzert "Best of Blasmusik", präsentiert von den OÖNachrichten und dem Brucknerhaus, wo sie auch am 20. November 2018 beim Siegerkonzert zu erleben sein wird.

Platz zwei und drei gingen – mit nur knappem Unterschied – an die Musikvereine Weilbach und Pischelsdorf. Doch: "Der große Gewinner ist die oberösterreichische Blasmusik", betonte Bundeskapellmeister und Jury-Vorsitzender Walter Rescheneder. Das bewiesen an diesem Abend, moderiert von OÖN-Kulturredakteur Helmut Atteneder und Stefanie Poxrucker, die drei beliebtesten (Publikumsvoting) und die drei besten (Jury) Kapellen des Landes in den Genres Polka, Walzer, Marsch.

25.477 Klicks für Kremsmünster

"Es gibt noch keine Referenzaufnahme, das macht es spannend", freute sich Komponist Thomas Asanger. Sechsmal kreativ anders klang sein Pflichtmarsch "Sympatria", erstmals gespielt von der Musikkapelle Pischelsdorf.

"Rosen aus dem Süden" ließ der Musikverein Kremsmünster aufblühen, der mit 25.477 Stimmen das OÖN-Leser-Voting gewonnen hat. Und damit eine Garderobe aus ausgedienten Instrumenten des Engerwitzdorfer Künstlers Samuel Karl. Möge das Musikheim folgen, zum 200-Jahr-Jubiläum der Kapelle 2019.

Dass die Bläserreihen zunehmend weiblich werden, ist schon selbstverständlich, eine Kapellmeisterin noch weniger: Mit Ursula Fischer liegt der Musikverein Weilbach in kundiger weiblicher Hand, zu hören bei der Polka "Danke für die Jugendzeit". Nicht nur auf ihren Posaunisten, der auch ein versierter Geiger – im stimmungsvollen Kaiserwalzer – ist, darf die Marktmusik Timelkam stolz sein. "Wo man angefangen hat, da ist man daheim", hält Komponist Fritz Neuböck seiner Feuerwehrmusik Langwies am Pult die Treue, die mit Strauss’ "Künstlerleben" den Funken überspringen ließ.

"Du hast was vergessen!!", rief ein zartes Stimmchen Max Lidauer auf die Bühne nach: Ob es auch zum Sieg gereicht hätte, hätte Greta den Leiter der Trachtenkapelle Fornach nicht an seine stimmenstarken Helfer erinnert? Auf die feierliche Krönung der Gewinner beschwingt mit "Puttin’ on the Ritz" ein Ensemble geleitet von Günther Reisegger, Landesjugendreferent im Blasmusikverband, ein. Der Jubel galt dem großen Gewinner: der Blasmusik und all ihren zahlreichen Fans.

Mit Gefühl und Genauigkeit spielte sich die Trachtenkapelle Fornach zum Sieg

„Gute Kameradschaft, Zusammenhalt, das gefühlsbetonte Musizieren und die genaue Arbeit“ – das ist es, was die Trachtenkapelle Fornach besonders macht, sagt Kapellmeister Max Lidauer. Dass sich die 63 Musiker bei „Best of Blasmusik“ auf den ersten Platz gespielt haben, war selbstverständlich Anlass zum Feiern. „Unsere Dorfwirtin hat extra noch für uns aufgesperrt, die ganze Gaststube war voll und alle haben die schöne Stimmung genossen“, erzählt der 43-Jährige.

250 Fans waren in vier Bussen ins Brucknerhaus zur „Best of Blasmusik“-Gala am Sonntag mit angereist. Nicht zuletzt sie hatten großen Anteil daran, dass die Trachtenkapelle Fornach neben der Jury- auch die Publikumswertung für sich entscheiden konnte. Auch die jüngsten Unterstützer brachten die Fornacher ins Brucknerhaus: „Wir haben natürlich gehofft, dass der Kinderchor die Herzen vieler erweicht“, sagt der Kapellmeister: „Außerdem war das eine Win-win-Situation, weil der Chor erst vor kurzem gegründet wurde und so gleich einen großen Auftritt hatte, was allen getaugt hat.“

Seit 2010 leitet der Fagottist die Kapelle. Das Jahr 2017 war nicht nur für ihn, sondern für alle Mitglieder ein besonders anstrengendes: Die Feier des 140-jährigen Bestehens, Neujahrskonzert, Zeltfest, Einladungen zu Frühschoppen, Requiem für ein verstorbenes Ehren-Mitglied und die Hochzeit eines Hornisten mit einer Klarinettistin – all das verlangte den Musikern viel Einsatz zusätzlich zur donnerstäglichen Probe ab.

„Musizieren mit Gefühl und Genauigkeit – so haben wir versucht, zu überzeugen“, sagt Lidauer. Dass dieses Unterfangen erfolgreich war, motiviert nicht nur, sondern wurde auch mit 1500 Euro Preisgeld belohnt. Erika Scharmüller, Senior-Chefin einer ortsansässigen Firma, verdoppelt die Prämie sogar noch. Wofür das Geld verwendet wird, ist klar: „Wir werden unsere jungen Musiker mit Tracht und Instrumenten ausstatten.“

Best of Blasmusik

Die OÖNachrichten riefen heuer zur Wahl der besten und beliebtesten Kapellen im Land auf. Mehr als 100.000 Stimmen wurden auf nachrichten.at abgegeben.

Das Leser-Voting gewann der Musikverein Kremsmünster mit 25.477 Stimmen vor der Trachtenkapelle Fornach (19.381) und der Feuerwehrmusik Langwies (12.667). Über eine Jurywertung ins Finale schafften es die Marktmusik Timelkam, der Musikverein Weilbach und die Musikkapelle Pischelsdorf.

Ergebnis der Finalgala:

(Summe Applausometer Publikum und Jurywertung)

1. Trachtenkapelle Fornach

Saal: 89 Jury: 562 Gesamt: 651 Punkte

2. Musikverein Weilbach

Saal: 85 Jury: 533 Gesamt: 618 Punkte

3. Musikkapelle Pischelsdorf

Saal: 87 Jury: 525 Gesamt: 612 Punkte

4. Feuerwehrmusik Langwies

Saal: 72 Jury: 524 Gesamt: 596 Punkte

5. Musikverein Kremsmünster

Saal: 86 Jury: 495 Gesamt: 581 Punkte

6. Marktmusik Timelkam

Saal: 85 Jury: 487 Gesamt: 572 Punkte

 

 

 

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