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Kultur

Das Neujahrskonzert von A bis Z

Von Lukas Luger   30. Dezember 2017 00:04 Uhr

Das Neujahrskonzert von A bis Z
Riccardo Muti

Das Neujahrskonzert der Philharmoniker ist das größte klassische Musikereignis der Welt. Die OÖN verraten Ihnen alles, was Sie darüber wissen müssen.

Aufwand: Mit 14 Kameras ist das ORF-Team am 1. Jänner im Einsatz. Die Bilder aus Wien werden in 95 Länder übertragen, darunter Brasilien, Pakistan und Vietnam. 50 Millionen Zuschauer sind weltweit vor ihren Fernsehgeräten mit dabei.

Blumenschmuck: Die Wiener Stadtgärten lassen den Goldenen Saal im Musikverein in einem Blumenmeer erstrahlen. Rund 30.000 Blüten werden von den Gärtnern arrangiert. Alles Florale ist in dezentem Pastell gehalten.

Czibulka: Die 1880 entstandene "Stephanie-Gavotte" des in Vergessenheit geratenen slowakischen Komponisten Alfons Czibulka (1842–1894) ist die größte Überraschung im Programm. Czibulka komponierte das Stück zur Verlobung von Prinzessin Stephanie mit Kronprinz Rudolf.

Doppel-CD: Ein Doppel-Album mit einem Mitschnitt des Konzerts ist ab 5. Jänner im Handel erhältlich, DVD und Blu-Ray folgen am 26. Jänner, Vinyl am 16. 2.

Einschaltquoten: Das Neujahrskonzert ist ein echter Quotenbringer. So verfolgten bis zu 1,163 Millionen Zuseher im Jänner 2017 Gustavo Dudamels Premiere am Pult. Der Marktanteil lag bei 56 Prozent. Ähnliche Werte werden auch dieses Mal erwartet.

Fernsehen: Erstmals sendete der ORF 1959 live aus dem Musikverein, seit 1969 in Farbe. Mittlerweile ist das Konzert der Philharmoniker ein traditioneller TV-Fixpunkt und das meistübertragene Klassik-Ereignis der Welt.

Gäste: Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat die Staatsoberhäupter der österreichischen EU-Ratsvorsitz-Partner Estland und Bulgarien zum Neujahrskonzert eingeladen, Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) seinen niederländischen Amtskollegen Mark Rutte.

Henning: Erstmals zeichnet der deutsche Regisseur Henning Kasten für die Bildregie verantwortlich.

Italien überträgt seit 2004 als eines von ganz wenigen Ländern das Konzert aus Wien nicht live, sondern zeitversetzt am Nachmittag.

Video: Beim 78. Neujahrskonzert aus dem Goldenen Saal des Wiener Musikvereins wird 2018 bereits zum fünften Mal der italienische Dirigenten Riccardo Muti am Pult stehen.

Johann Strauß (Sohn) Gleich elf Stücke von Johann Strauß (Sohn) stehen heuer auf dem Plan. Vom Auftakt, dem Einzugsmarsch aus dem "Zigeunerbaron", bis hin zur ersten Zugabe, dem Walzer "An der schönen blauen Donau".

Karten für die Neujahrskonzerte werden über die Website der Wiener Philharmoniker verlost. Wer kommendes Jahr dabei sein will, hat die Chance, sich zwischen 2. Jänner und 28. Februar auf der Homepage www.wienerphilharmoniker.at anzumelden. Das Konzert 2018 ist restlos ausverkauft.

Länge: Die Live-Übertragung im ORF ist bis 13.45 Uhr avisiert. Die Konzertdauer, inklusive Pause, beträgt also zweieinhalb Stunden.

Moderation: Durch das Programm der Live-Konzertübertragung führt wieder ORF-Kulturexpertin Barbara Rett. Sie trat 2008 die Nachfolge von Ernst Grissemann an.

Nie wieder? Sei ne in italienischen Medien geäußerte Absicht, das Neujahrskonzert nicht mehr zu dirigieren, relativierte Muti: "Sag niemals nie." Er sei Großvater, und "bevor ich zur Hölle fahre, möchte ich noch Zeit mit meinen Enkeln verbringen." Andererseits seien die Wiener Philharmoniker seine musikalische Familie. Deshalb gelte: "Glauben Sie nie, was Dirigenten sagen."

Offiziell trägt das Neujahrskonzert erst seit 1946 seinen Namen. Seine Geschichte beginnt aber bereits im Jahr 1939 – und zwar mit einem "Außerordentlichen Konzert" am Silvestertag (!) unter Clemens Krauss im Großen Musikvereinssaal. Bis zum Jahr 1946 firmierten die Veranstaltungen noch unter "Johann-Strauß-Konzert" oder "Philharmonische Akademie".

Pausenfilm: Der von Georg Riha gestaltete Film trägt den Titel "Wiener Moderne 1918–2018" und widmet sich den Jubilaren Otto Wagner, Gustav Klimt, Egon Schiele und Koloman Moser, deren 100. Todestag sich 2018 jährt. Ein junges Pärchen geht in dem knapp 26-minütigen Streifen auf architektonische Forschungspfade und trifft auf ausgewählte Ensembles der Wiener Philharmoniker an verschiedenen historischen Schauplätzen. Ausgestrahlt wird der Film in der Neujahrskonzertpause – also etwa gegen 11.50 Uhr.

Qualität: Die 1842 gegründeten Wiener Philharmoniker gelten als eines der besten Orchester der Welt und als die musikalischen Botschafter Österreichs.

Radio: Auch der Radiosender Ö1 überträgt das Konzert als seine traditionelle Jahres-Eröffnung am 1.1. ab 11.15 Uhr live. Es kommentiert Christoph Wagner-Trenkwitz.

Scherze vor Beginn der Zugaben sind heuer keine geplant. "Ich habe stets Scherze und Spiele vermieden. Höchstens kann man mit einem Glas Champagner anstoßen", so Dirigent Riccardo Muti im Interview mit der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera". Denn: "Ich denke wie Herbert von Karajan: Das ist keine Unterhaltungsmusik. Es ist eine Musik, die ernst genommen werden muss, die schwierig zu spielen ist."

Tanzeinlagen: Für diese standen die Solisten des Wiener Staatsballetts im Schloss Eckartsau sowie in Otto Wagners Hietzinger Hofpavillon vor der Kamera. Die Choreografie stammt zum dritten Mal vom Italiener Davide Bombana.

USA: Auch die Vereinigten Staaten liegen zum Jahreswechsel im Walzerfieber. Der Sender PBS überträgt aus dem Musikverein. Als Moderator konnte der britische Schauspieler Hugh Bonneville, bekannt aus der TV-Serie "Downton Abbey", gewonnen werden. Bonneville löst Julie Andrews ab.

Vier Mal dirigierte Riccardo Muti bereits das Neujahrskonzert. In den Jahren 1993, 1997, 2000 und 2004 stand der 76-jährige Neapolitaner am Pult.

Willi Boskovsky: Insgesamt fünfundzwanzig Mal, von 1955 bis 1979, dirigierte der Wiener Konzertmeister Willi Boskovsky (1909–1991) das Neujahrskonzert. Damit ist er der unumstrittene Rekordhalter.

X-Beine: Der Neujahrskonzert-Dirigent kann selbst keinen Walzer tanzen. Muti: "Ich habe es einmal versucht und bin meiner Frau Cristina auf den Fuß gestiegen. Ich kann keine Walzer tanzen, ich dirigiere sie."

YouTube: Auf der Videoplattform finden sich unzählige Perlen aus der langen Neujahrskonzert-Geschichte. Die Aufnahmen reichen bis in die frühen 70er-Jahre. Das Stöbern lohnt sich!

Zugabe: Der straußväterliche "Radetzky-Marsch" wird auch dieses Mal wieder als "Rausschmeißer" gespielt. Die Uraufführung des dem Feldmarschall Josef Wenzel Graf Radetzky von Radetz gewidmeten Werks fand am 31. August 1848 statt – natürlich in Wien.

 
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