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Mehr Leistung und Strom als Alternativenergie

Auf der EICMA 2018 in Mailand zeigen Motorradhersteller, was die Biker nächstes Jahr erwartet - Harley-Davidson stellt das E-Bike LiveWire aus.

Mehr Leistung und Strom als Alternativenergie

Die Kult-Enduro holt tiefer Luft: Die BMW-GS hat nun 1250 Kubik und 136 PS. Bild: BMW

Klar war, dass BMW in der lombardischen Metropole einen großen Auftritt hinlegen wird mit der neu gemachten Topsellerin R 1250 GS, mit neu aufgebautem Boxer und 136 PS. Einen Monat zuvor hatte sie erstmals vor Publikum auf der Intermot in Köln debütiert – nachdem das deutsche Norm-Bike live schon erste (heimische) Runden gedreht hatte. Dennoch stand sie auch auf der EICMA in Mailand, samt vervollständigtem Programm der bayerischen Novitäten, mit unter anderem der auf 207 PS gepushten S 1000 RR, der R 1250 R, der R 1250 RT, der F 800 GS, der F 800 GS Adventure und etlichen weiteren Modellen, plus der neuen Adventure-Version der großen GS.

Darüber hinaus alles schön der (alphabetischen) Reihe nach: Angesichts der Fülle der Novitäten haben wir uns die markantesten Highlights herausgepickt, gemäß den drei Haupttrends: Reise- und Abenteuer-Eisen, wobei die Mittelklasse forciert ist, Supersportlerinnen mit mächtiger Leistung, als Prestige-Trägerinnen und Retro-Gefährte respektive Klassikerinnen zum genussvollen Cruisen.

In den Reigen der vom Publikum, wie in Mailand üblich, ebenso begeistert wie dicht umschwärmten Exponate – darunter auch jede Menge Zubehör, Accessoires, Outfits, nicht zu vergessen eine Reihe von historischen und klassischen Motor-Zweirädern – mischte sich Großserien-Elektrisches: Endlich marktreif ist die Vespa Elettrica, mit rund fünf PS Maximal-Leistung und 100 Kilometern Reichweite, ab 6590 Euro. Nachfolgen wird eine X-Version mit Range Extender (in der Funktion eines benzinbetriebenen Generators) und 200-Kilometer-Ausdauer. Ladezeit: vier Stunden bei 220 V.

Harley-Davidson: Im kommenden Jahr auslieferfertig sein soll ebenso die erste Strom-Harley-Davidson, genannt "LiveWire", wobei die Amerikaner noch keine technischen Eckdaten preisgeben. Doch noch beherrschen die Benzin-Konsumentinnen die Motorradwelt.

Mehr Leistung und Strom als Alternativenergie

Aprilia liefert mit der Aprilia RSV4 1100 Factory eine Top-Leistungsansage, der V4 mit 1078 ccm Hubraum produziert 217 PS bei einem Startgewicht von 199 Kilo. Das lässt Ducati nicht unbeantwortet, die Panigale V4 R (998 ccm) schickt 221 PS ans Hinterrad, bei ab unter 190 Kilo – sie ist weniger für die öffentliche Straße denn als Homologations-Basis fürs Superbike-WM-Eisen gedacht. Außerdem stellen die Bologneser für 2019 unter anderem die 950er-Hypermotard (V2, 937 ccm, 114 PS) zu den Händlern, ebenso wie die verstärkte Diavel 1260 (V2, 1262 ccm, 159 PS).

Honda hat das Modell-Portfolio so gut wie komplett aktualisiert, hervorzuheben ist die Leistungs-Mittelklasse am Beispiel der neuen CB650R (R4, 649 ccm), deren 95 PS auch auf A2-Führerschein-gerechte 48 PS drosselbar sind.

Husqvarna: Die Baureihen des KTM-Familienmitglieds Husqvarna werden, zusätzlich zur 701 Svartpilen (Einzylinder, 690 ccm, 75 PS), um eine Café Racer-Variante der 701 Vitpilen angereichert, die hat den Zunamen "Aero".

Kawasaki hat die Kompressor-Athletin H2 nachgeschärft (R4, 998 ccm) von 205 auf 231 PS. Die 10er-Ninja hat jetzt 203 PS. Die neue Klein-Nackte Z400 (Parallel-Twin, 399 ccm, 45 PS, 167 kg) ersetzt die bisherige 300er. Das Retro-Modell W800 kehrt zurück, als "Street" und als "Café" (R2, Königswelle, 773 ccm), mit ihren 48 PS zielt sie – vorerst – in erster Linie auf die A2-Führerscheinklasse.

Mehr Leistung und Strom als Alternativenergie

KTM stellt den großen Adventure-Bikes eine Abenteurerin in der Hubraum-Mittelklasse zur Seite. Die 790er (R2, 799 ccm) ist aber mit ihren 95 PS kein Leistungs-Stiefkind. Die 212 Kilo der Standard-Version (eine "R" gibt’s auch) gehen mit aufs Konto des 20-Liter-Benzin-Tanks.

MV Agusta: Aus Mandello del Lario kommen ganz neue Töne, sprich Bikes. Mit der V85 TT – steht für "tutto terreno" – haben die Italiener die Reise-Mittelklasse im Visier, mit neuem 80-PS-V2 (853 ccm). MV Agusta machte die Brutale 1000 als "Serie Oro" noch brutaler (R4, 998 ccm), sie hat 208 oder 212 PS und knapp mehr als 200 kg.

Piaggio hat den Dreiradler MP3 überarbeitet, der 300er ist nun ein 350er (Einzylinder, 330 ccm) mit nicht ganz 31 PS, der 500er (Parallel-Twin, 493 ccm) hat jetzt knapp mehr als 44 PS.

Suzuki tansponierte die Katana der 1980er-Jahre ins zweite Jahrtausend. Aus einem R4-Tausener holt sie bei 215 Kilo Gewicht 150 PS.

Triumph ist nebst Aktualisierungen und Derivaten mit der neuen Scrambler 1200 nach Mailand gereist. Die All Terrain-Britin holt aus einem 1200-ccm-Reihen-Zweier 90 PS (ab 225 kg).

Vespa macht sich nicht nur elektrisch, es ist auch die Evolution der 300 GTS angesagt. Ein neuer 278-ccm-Einzylinder bringt’s auf 24 PS.

Mehr Leistung und Strom als Alternativenergie

Yamaha ist endlich wieder soweit, eine kleine leichte Wüstenbezwingerin aufzulegen: Die 700 Ténéré (Parallel-Twin) hat 73 PS und wiegt nur knapp mehr als 200 Kilo vollgetankt. Um eine Granturismo-Version erweitert ist die Dreirad- und Doppelgabelbaureihe Niken: Die GT hat (R3, 847 ccm) bei 115 PS doch recht satte 260 kg.

Mehr Leistung und Strom als Alternativenergie

Wer die Neuen in Österreich begutachten will, der muss sich bis Anfang Februar gedulden. Und nach Tulln reisen: Von 1. bis 3. Februar 2019 steht auf dem örtlichen Messegelände die "bike austria" auf dem Programm.

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Artikel Beatrix Keckeis-Hiller 20. November 2018 - 00:04 Uhr
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