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Wirtschaftsraum OÖ

"Instagram und Netflix sind unsere Konkurrenten"

Von Susanne Dickstein 09. November 2019 00:04 Uhr

"Instagram und Netflix sind unsere Konkurrenten"
In Linz versucht Thalia mit einer Lifestyle-Abteilung ein neues Konzept.

LINZ. Buchhandel: Thalia will die Österreicher wieder stärker zum Lesen animieren.

Dem Buchhandel stehen die stärksten Wochen des Jahres bevor. Im November und Dezember mache Thalia den doppelten bis dreifachen Monatsumsatz, sagt Geschäftsführer Thomas Zehetner. Die Österreich-Tochter der deutschen Buchhandelskette konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr (per 30.9.2019) ihren Umsatz um drei Prozent auf 150 Millionen Euro steigern. "Das Schöne ist, wir wachsen im stationären Handel und Online in gleichem Ausmaß", so Zehetner.

126 Millionen Euro betragen die Erlöse aus dem stationären Geschäft. Die verbleibenden 24 Millionen Euro mache der Onlinehandel aus. Im Vorjahr sei das Wachstum auf der bestehenden Fläche erfolgt. Seit Oktober hat Thalia drei neue Geschäfte und damit nun österreichweit 38 Standorte.

In Wien wurden zwei Geschäfte des Traditionshändlers Kuppitsch übernommen. "Es ist schade um jeden Buchhändler, der zusperrt, weil ein Nahversorger geistiger Nahrung verloren geht", sagt Zehetner, der auch für weitere Zukäufe und Kooperationen offen ist. Im steirischen Kapfenberg wurde ein neuer Standort eröffnet – mit einer Fläche von 350 Quadratmetern. "Vor zehn Jahr hätten wir über so kleine Flächen nicht einmal nachgedacht." Doch die stationäre Präsenz helfe auch dem Onlinehandel: Seit Bekanntwerden der neuen Filiale in Kapfenberg hätten sich die Onlinezugriffe bei Thalia in der Obersteiermark verdoppelt: "Es geht um Präsenz", erklärt Zehetner.

Online und stationär verzahnt

Das Erfolgsrezept im Handel sei die Verzahnung der Kanäle. "Es gibt starke Ströme von online-induzierten Käufen, die stationär vollzogen werden." Der Einkauf müsse den Konsumenten leicht gemacht werden, egal in welcher Situation sie gerade seien. Sehr gut werde zum Beispiel der Abholservice in den Filialen angenommen. Die Kunden würden online bestellen und bezahlen und sparen sich das Anstellen an der Kassa.

Seine Konkurrenz sieht der Thalia-Chef gar nicht so sehr in anderen Buchhändlern oder bei Amazon. "Instagram und Netflix sind unsere Konkurrenten: All das, was das Freizeitbudget konsumiert und Menschen davon abhält, sich mit tiefergehenden Inhalten zu beschäftigen." Ziel müsse sein, die Österreicher wieder stärker zum Lesen zu animieren.

Kochbücher und Geschirr

Zwei Drittel des Sortiments bestehen nach wie vor klassisch aus Büchern. Ein Drittel seien "buchnahe" Segmente von Spielwaren und Geschenkpapier bis hin zu Dekoartikeln. Mit einer Lifestyle-Abteilung testet Thalia zurzeit in Linz zudem ein für den Handelskonzern völlig neues Konzept. Auf einer Fläche von 300 Quadratmetern wurden die Kochbuch- und die Geschenkabteilung vereint und um Produkte aus dem Bereich Tischkultur erweitert. Damit soll vor allem die Zielgruppe des Buchhändlers erreicht werden, die zu 70 Prozent weiblich ist.

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Artikel von

Susanne Dickstein

Redakteurin Wirtschaft

Susanne Dickstein
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