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Wirtschaftsraum OÖ

Putzfirmen wollen ihre Arbeit sichtbar machen

Von Sigrid Brandstätter   11. April 2015 00:04 Uhr

Putzfirmen wollen ihre Arbeit sichtbar machen
Fenster werden tagsüber geputzt, Büros in den Randzeiten frühmorgens und am Abend

LINZ. Reinigungsfirmen wollen mehr während des Tages arbeiten – in Skandinavien ist das üblich.

Unattraktive Arbeitszeiten, schlechte Bezahlung, hohe Fluktuation. Mit diesen Handicaps haben die heimischen Reinigungsfirmen zu kämpfen. Diese sagen: zu Unrecht. "Der Kunde will das Reinigungsgeschäft nicht sehen. Deshalb werden wir an den Rand gedrängt, vor allem in Mitteleuropa", sagt Karl Dauerböck, Geschäftsführer von Schmidt Reinigung mit Sitz in Ried/Innkreis. Der Chef dieser Putzfirma hat einen Branchenaustausch initiiert. Im Rahmen eines Treffens dieser Clean Lounge haben die OÖN mit mehreren Branchenvertretern gesprochen.

Während in Österreich nur zu acht Prozent während der Bürozeiten geputzt wird, liegt dieser Anteil in den nordischen Ländern bei 80 Prozent. "Dort ist die Fluktuation in der Branche viel geringer", ergänzt Wolfgang Fuchs, Geschäftsführer der Büro- und Industriereinigung mit Standorten in Neukirchen und Traun. EU-weit wollen Reinigungsverbände und Gewerkschaften Reinigung am Tag forcieren.

60 Prozent Personalwechsel

Das würde die hohe Fluktuation von bis zu 60 Prozent drücken. Die vier Familienbetriebe Steiner & Praschl (320 Mitarbeiter, 11,5 Millionen Euro Umsatz), TopRein (400 Mitarbeiter, 10,5 Millionen Euro) Büro- und Industriereinigung (90 Mitarbeiter, 3,5 Millionen Umsatz) und eben Schmidt (950 Mitarbeiter, 20,1 Millionen) zählen in Oberösterreich zu den größten. Der Teilzeitanteil ist überall dort groß, wo Frauen im Einsatz sind. In der Außenreinigung und bei Gartenarbeiten sind Männer Vollzeit – und tagsüber – im Einsatz.

Den Vorwurf der schlechten Bezahlung lassen die Reinigungsfirmen nicht gelten. Bei 1400 Euro brutto liege der Einstiegs-Kollektivvertragslohn. Damit liege man über der Gastronomie und dem Handel. Die Putzfirmen nehmen auch für sich in Anspruch, für viele migrantische Arbeitskräfte den Einstieg in den heimischen Arbeitsmarkt zu bieten. Allerdings machen immer wieder schwarze Schafe, die nicht korrekt abrechnen, von sich reden. "Das kriegt man nicht in den Griff", sagen die Branchenvertreter.

Aktuell ärgern sich die Reinigungsfirmen auch über den seit 1. Jänner in Kraft getretenen Kollektivvertrag. Der sehe Obergrenzen vor, wie viel Quadratmeter in einer Stunde gereinigt werden dürfen. "Das ist kontraproduktiv. Es führt dazu, dass wir teurer werden müssen oder kreative Umgehungen gemacht werden", heißt es. So habe die Bundesbeschaffungsgesellschaft die Ausschreibung für die Reinigung hunderter Gebäude der öffentlichen Hand von Oberösterreich bis Vorarlberg gestoppt. Dies, weil eine Umsetzung der neu aufgenommenen Regularien eine Verteuerung um bis zu 30 Prozent bedeutet hätte. "Da haben uns unsere eigenen Verhandler keinen guten Dienst erwiesen", sagt Dauerböck.

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