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Wirtschaft

Ganz Österreich "SUPt" die Seen und Flüsse

Von Ulrike Rubasch 27. Juli 2019 00:04 Uhr

Ganz Österreich "SUPt" die Seen und Flüsse
Stehend paddeln, das bereitet immer mehr Österreichern Spaß. Der Markt wird heuer auf mindestens 30.000 verkaufte SUPs geschätzt.

LINZ/MOLLN/WIEN. Der Trendsport des Sommers ist Stand-up-Paddling (SUP). Lieferanten der aufblasbaren Bretter geraten ins Schwitzen. Viele sind ausverkauft.

"Googeln" hat sich bereits einen sicheren Platz in unserem Wortschatz gesichert. "SUPen" noch nicht – das könnte sich aber bald ändern. Denn das Stand-up-Paddeln hat sich zu einer Trendsportart entwickelt. Das hat Händler und Erzeuger der aufblasbaren Boards auf dem falschen Fuß erwischt.

Das Gleiten über das Wasser im Stehen oder kräftiges Stechen im Fluss mit einem langen Paddel ist eine beliebte Freizeitbeschäftigung geworden. "Wir sind überrollt von der Nachfrage", schildert der Geschäftsführer des Sporthändlers Hervis, Alfred Eichblatt, den OÖNachrichten die Situation. Die Kunden reißen den Händlern die Bretter förmlich aus den Händen.

Viele Händler sind ausverkauft und können auf Grund der großen Nachfrage auch nicht rechtzeitig bei den Produzenten mit Nachlieferungen rechnen. Seit geraumer Zeit seien nicht mehr alle Boards, die es für verschiedene Unterarten des Sports (von Wildwasser- bis zu Wettkampfbrettern) bereits gibt, in allen Filialen verfügbar, sagt Eichblatt. Die Spar-Tochter Hervis hat bei den SUV in Österreich nach Eigenangaben einen Marktanteil von 20 Prozent.

Der Markt wird heuer auf mindestens 30.000 verkaufte SUPs in Österreich geschätzt. Manche gehen von bis zu 50.000 Stück aus. Einen wesentlichen Beitrag, dass der Sport in der Breite der Bevölkerung angekommen ist, haben die Diskonter geleistet. Mit ihren Einstiegsboards unter 300 Euro haben die Billig-Supermärkte den Markt aufbereitet und den Sport bekannt gemacht. "Jetzt wollen viele Leute bessere Modelle. Wir profitieren davon", sagt Gregor König, Finanzchef des Mollner SUP-Erzeugers Boards & More, der mit der Marke "Fanatic" weltweit Fans im Premiumsegment hat.

Verkäufe deutlich über Vorjahr

Bei Wind- und Kitesurfen sind die Oberösterreicher sogar Weltmarktführer. Bei SUPs schätzt König den Österreich-Marktanteil auf 25 Prozent im Premiummarkt. Die Verkäufe liegen 15 Prozent über dem Vorjahr. Ein SUP-Set (mit Paddel, Rucksack zum Tragen und Pumpe) kommt in guter Qualität auf 500 bis 600 Euro. Viele Hotels und Strandbäder, aber auch Händler wie Hervis vermieten die Boards auch. Sogar Riesen-SUPs für acht Personen finden ihre Käufer. Das Mieten sei auch eine gute Alternative, wenn die Boards, wie eben in diesen Wochen, häufig nicht lieferbar sind, sagt Eichblatt.

Höhepunkt noch nicht erreicht

Auch der Linzer Händler Scubaboard weiß nicht, wie er dem Andrang gerecht werden soll. "Wir hätten gedacht, dass der Trend den Höhepunkt erreicht hat. Aber das kommt jetzt erst so richtig", bestätigt Andreas Kroh, dass viele Modelle ausverkauft sind. Seiner Meinung nach ist SUP deshalb so attraktiv, weil es sehr flexibel auf Seen, Flüssen und am Meer einsetzbar ist, windunabhängig ist und keine Folgekosten (wie Liftkarten für Wasserskilifte) nach sich zieht. Es ist kleiner als ein Surfbrett und braucht, weil aufblasbar, kaum Stauraum. Für Kinder ist es Spaß-, für Erwachsene Sportgerät.

Boards & More – Der Champion für Bretter in Molln

Das Mollner Unternehmen Boards & More ist mit seinen Produkten auf der ganzen Welt bei Wind- und Kitesurfern und Fans des Stand-up-Paddlings vertreten. In Molln werden die Boards entwickelt und in Asien gefertigt.

Das Unternehmen spürt nach schwierigen Zeiten Anfang der 2000er-Jahre wieder kräftigen Rückenwind. Mit einem Münchner Finanzinvestor, der voraussichtlich noch einige Jahre an Bord bleiben wird, als Eigentümer erzielten die 170 Mitarbeiter (davon 70 in der Entwicklung) 2018 einen Umsatz von 76 Millionen Euro. Der SUP-Bereich macht bereits 16 Prozent aus.

Die Umsatzrendite (Ebitda) liege bei mehr als zehn Prozent. Der anhaltende Trend zu Stand-up-Paddling kommt den Mollnern sehr entgegen, weil sie aus dem Nischensport heraus mehr in den Breitensport gehen und sich somit in der Produktpalette breiter aufstellen können, sagt Finanzchef Gregor König.

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Ulrike Rubasch

Redakteurin Wirtschaft

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