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Wirtschaft

Deutsche Bank wegen Danske im Visier der US-Ermittler

Von nachrichten.at/apa   02. Dezember 2019 08:31 Uhr

Deutsche Bank Frankfurt
Das Hauptquartier der Deutschen Bank in Frankfurt.

FRANKFURT. Der Deutschen Bank droht erneut Ärger in den USA: Das Geldhaus ist Insidern zufolge wegen seiner Verwicklungen in den Geldwäscheskandal bei der Danske Bank ins Visier der US-Ermittler geraten.

Die Justizbehörde untersuche die Rolle der Frankfurter bei den verdächtigen Transaktionen des größten dänischen Finanzinstituts, sagten vier mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Unter anderem gehe es darum, ob die Deutsche Bank der Danske Bank geholfen habe, Zahlungen in die USA zu leiten, fügte eine Person hinzu. Dies könnte zu hohen Strafen führen.

Die US-Ermittler baten den Insidern zufolge um Amtshilfe ihrer deutschen Kollegen, die schon länger die Verbindungen der Deutschen Bank mit der Danske Bank unter die Lupe nehmen. Auch die Staatsanwaltschaft in Estland arbeitete mit den Amerikanern zusammen. Die Deutsche Bank war jahrelang als Korrespondenzbank für Danske tätig. Über deren Filiale in Estland wurden von 2007 bis 2015 verdächtige Zahlungen im Volumen von 200 Mrd. Euro abgewickelt. Es ist der weltweit größte Geldwäsche-Skandal überhaupt. 2015 beendete die Deutsche Bank ihre Beziehungen zu dem dänischen Geldhaus.

Ein Sprecher der Deutschen Bank erklärte, in den vergangenen Jahren seien die internen Geldwäsche-Kontrollen verbessert worden. Mit den Behörden stehe das Institut in einem guten und konstruktiven Dialog. Ein Sprecher der Danske Bank sagte, das Institut kooperiere weiterhin mit den ermittelnden Behörden in Estland, Dänemark, Frankreich und den Vereinigten Staaten. Die US-Justizbehörde und die Staatsanwaltschaft Frankfurt lehnten einen Kommentar ab.

Die Frankfurter zahlten in anderen Geldwäsche-Verfahren an Behörden in den USA und Großbritannien bereits Strafen von rund 700 Mrd. Dollar (637,4 Mrd. Euro).

Bereits im vergangenen Jahr forderten die US-Ermittler von der Deutschen Bank Informationen über ihre Kooperation mit der Danske Bank an. Zu diesem Zeitpunkt sei der Vorstand davon ausgegangen, dass die Staatsanwälte nur die Dänen im Visier hätten und die Deutsche Bank selbst kein Ziel sei, sagte einer der Insider. In den vergangenen Monaten sei die Führungsriege aber darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass die Untersuchungen der US-Behörde auf die Deutsche Bank ausgeweitet worden sei.

Frühere und derzeitige Mitarbeiter der Deutschen Bank in den USA hätten in der Vergangenheit bei Transaktionen, die auch mit Danske gemacht worden seien, Bedenken gegenüber Vorgesetzten geäußert, seien aber ignoriert worden, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen. In Frankfurt sei unter anderem Ex-Deutsche-Bank-Vorständin Sylvie Matherat befragt worden, fügte ein anderer Insider hinzu. Matherat, die die Deutsche Bank im Sommer verlassen hatte, lehnte einen Kommentar ab. Die Deutsche Bank erklärte, Matherat sei als Zeugin befragt worden.

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