Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Sonntag, 22. Juli 2018, 04:41 Uhr

Linz: 18°C Ort wählen »
 
Sonntag, 22. Juli 2018, 04:41 Uhr mehr Wetter »
Sport  > Wintersport  > Ski Nordisch

Bestechung mit Prostituierten: Skandal im Biathlon weitet sich aus

Die Welt-Anti-Doping-Agentur erhebt in ihrem neuen Bericht heftige Vorwürfe gegen den Biathlon-Weltverband (IBU). Demnach soll Russland den IBU-Präsidenten mit Prostituierten bestochen haben.

Anders Besseberg Bild: APA

Der WADA-Bericht, welcher der ARD vorliegt, erklärt, dass die Vorwürfe gegen die IBU weit über die Vertuschung von Dopingproben hinausgehen.

In Österreich werde gegen insgesamt zwölf Personen ermittelt, sagte Oberstaatsanwältin Ingrid Maschl-Clausen von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Die Korruptionsvorwürfe würden zwei der Beschuldigten betreffen, sagte die Juristin ohne Namen zu nennen.

Zudem wird gegen Betreuer und Sportler des russischen Biathlon-Teams ermittelt. Der russische Verband soll den mittlerweile zurückgetretenen IBU-Präsidenten Anders Besseberg bestochen haben, um nicht sanktioniert zu werden. Demzufolge wurden dem Norweger Jagdausflüge nach Russland und Prostituierte vermittelt. 

Auch der vor zwei Jahren erfolgten Vergabe der Biathlon-WM 2021 an die russische Stadt Tjumen sollen unlautere Geldflüsse vorausgegangen sein. Laut WADA gingen bis zu 100.000 Euro an Mitglieder des IBU-Boards. Die Vergabe an Tjumen wurde vor einem Jahr wegen des öffentlichen Drucks schließlich zurückgenommen.

Bei Resch liefen viele Fäden zusammen

Auch die deutsche IBU-Generalsekretärin Nicole Resch kommt in dem Bericht vor. Sie soll die alleinige Aufsicht über das Doping-Verwaltungsprogramm sowie die biologischen Pässe der Sportler gehabt haben. Andere IBU-Mitarbeiter soll der Zugang verwehrt geblieben sein.

Dies habe laut den Darstellungen dazu geführt, dass in der abgelaufenen Saison im Welt- und IBU-Cup 17 von 22 russischen Biathleten gedopt teilnehmen hätten können - ohne Konsequenzen fürchten zu müssen.

Besseberg kontert

Besseberg hatte in den vergangenen Tagen bereits, einige Anschuldigungen herunterzuspielen. 

"Ich habe gehört, die WADA hat die Untersuchungen initiiert. Ich denke, sie sind in einer deprimierenden Situation. Sie haben nur Rodtschenkow (Whistleblower Grigorij Rodtschenkow, d. Red.) als Zeugen und sonst nichts. Und es ist klar, dass ihm niemand glaubt", sagte Besseberg der norwegischen Tageszeitung Dagbladet: "Ich denke, sie (die WADA, d. Red.) bekommen ein bisschen Panik."

Kommentare anzeigen »
Artikel OÖN-Sport 16. April 2018 - 14:09 Uhr
Mehr Ski Nordisch

Polens Überflieger in Hinzenbach

HINZENBACH. Cheftrainer Stefan Horngacher ist derzeit mit der gesamten polnischen Skispringer-Armada in ...

Comeback von Ex-Dopingsünder Dürr: Ernst oder nur Marketing-Gag?

Der 2014 des Dopings überführte Langläufer peilt ein rätselhaftes Comeback für die Heim-WM an.

Skisprung-Weltmeister Tande lag mit seltener Krankheit in Spital

OSLO. Wegen des Stevens-Johnson-Syndroms musste Skiflug-Weltmeister Daniel Andre Tande aus Norwegen ...

Österreichischer Ex-Dopingsünder arbeitet an einem Comeback

WIEN. Der bei Olympia 2014 als EPO-Dopingsünder erwischte Langläufer Johannes Dürr versucht ohne ...

Super-Mario und der frische Wind

OÖN-Interview: Für ÖSV-Sportdirektor Hans Pum ist Mario Stecher ein Garant dafür, dass Österreichs ...
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS