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Wien-Marathon-Sieg wegen nicht regelkonformer Schuhe aberkannt

Von nachrichten.at/apa   12. September 2021 16:00 Uhr

LEICHTATHLETIK: 38. VIENNA CITY MARATHON - DERARA HURISA (ETH) / LEONARD LANGAT (KEN)
Der disqualifizierte Läufer, Derara Hurisa (links) und Sieger Leonard Langat

WIEN. Das Comeback des Wien-Marathons hat ein unschönes Ende genommen.

Der Äthiopier Derara Hurisa, der nach 2:09:22 Stunden als Erster ins Ziel gelaufen war, wurde wegen nicht regelkonformer Schuhe disqualifiziert. Erlaubt ist eine maximale Sohlendicke von vierzig Millimetern, Hurisa lief mit Schuhen, die fünfzig Millimeter aufwiesen, das entspricht nicht dem Reglement. Der Sieg ging an den Kenianer Leonard Langat (2:09:25) vor dem Äthiopier Betesfa Getahun (2:09:42).

Bei den Frauen triumphierte Debütantin Vibian Chepkirui aus Kenia in 2:24:29. Die Streckenrekorde waren nicht in Gefahr. Es war der erste VCM nach coronabedingter Pause seit zweieinhalb Jahren, das in den Herbst verlegte Rennen war bei Temperaturen über zwanzig Grad für viele eine Herausforderung. So auch für die Elite, die Streckenrekorde waren nicht in Gefahr. Bei einem medizinischen Zwischenfall auf der Zielgeraden waren die Notärzte gefordert, eine Person musste stabilisiert und unter Reanimationsbedingungen ins Spital eingeliefert werden. Näherers ist noch nicht bekannt.

Hurisa wähnte sich lange als Sieger, ehe er sich nach einem Hinweis aus dem Konkurrenz-Lager einer Schuhkontrolle unterziehen musste. Langat setzte sich vor Getahun und seinem Landsmann Edwin Kosgei (2:10:10) durch. "Das ist eine Weltpremiere, die wir uns gern erspart hätten. Es gibt ein neues Regulativ, dass die Zwischensohle nur ein gewisses Maß haben darf", sagte Rennleiter Hannes Langer. Auf einem Formular sei auch bestätigt gewesen, dass der Athlet einen richtigen Schuh verwende, er habe dann aber zu einem aus dem Training gegriffen.

Die erste Gruppe der Männer-Elite formierte sich bereits nach dem Start um 8.58 Uhr auf der Wagramer Straße in größerer Kopfzahl als geplant. Die Durchgangszeit bei zehn Kilometern mit 30:05 Minuten war vielversprechend, auch die von Pacemakern auf den Asphalt gelegten 1:03:41 zum Halbmarathon versprach noch einiges. Danach war rasch klar, dass der Streckenrekord aus dem Jahr 2014 von Getu Feleke (ETH/2:05:41 Stunden) nicht mehr gefährdet ist.

Auf der Prater Hauptallee rund acht Kilometer vor dem Ziel war die Männer-Spitze auf ein Quartett geschrumpft. Kosgei, Langat, Getahun und Hurisa liefen ihr Tempo und hatten anscheinend nicht mit dem Angriff des Japaners Kento Kikutani gerechnet, der bei Kilometer 40 den Anschluss wieder schaffte. Vermutlich überforderte er sich mit seiner Attacke, denn kurz vor dem Ziel auf der Ringstraße blieb er stehen, klassierte sich aber noch als Vierter (2:10:37).

Früh die Hoffnung auf einen Spitzenplatz aufgeben musste der Schweizer Tadesse Abraham. Nach vierzig Minuten hielt er das hohe Tempo der Schnellsten nicht mehr mit und lief lange ein einsames Rennen, biss sich durch und finishte als Sechster. Sieger Langat sah in den warmen Temperaturen eine "Herausforderung". Das war auch die Anreise nach Wien. Langat wie auch Siegerin Chepkirui mussten die Nacht auf Freitag in Doha auf dem Boden am Flughafen schlafend verbringen, weil sie nach Flugverzögerungen keinen Anschluss hatten und kein Hotelzimmer organisiert werden konnte.

Das Frauen-Spitzenfeld war nach eineinhalb Stunden bereits auseinandergezogen, Chepkirui hatte sich abgesetzt, es folgten die Äthiopierinnen Meseret Dinke und mit ebenfalls etwas Abstand Gelete Burka. Burka, die Paris-Marathon Siegerin 2019, war nach knapp einer Stunde bei einem Zebrastreifen zu Sturz gekommen, raffte sich aber schnell wieder auf, blieb dran und wurde am Ende hinter Chepkirui und ihrer Landsfrau Dinke (2:25:31) Dritte (2:25:38).

Die Siegerzeit lag deutlich über dem Streckenrekord von Nancy Kiprop (KEN/2:22:12/2019), die eine Trainingspartnerin von Chepkirui ist. Für diese kam der Premierenerfolg in Wien "überraschend", sie habe aber ab dem Halbmarathon daran gelaubt, dass sie das Rennen gewinnen könne. Als Pacemaker war übrigens ihr Ehemann Wesley Kangogo im Einsatz.

Österreichischer Staatsmeister wurde Martin Mistelbauer als 14. in 2:29:26, der favorisierte Hans-Peter Innerhofer, der sich lange an der Spitzengruppe der Frauen orientiert hatte, holte Silber. Bei den Frauen setzte sich erwartungsgemäß Victoria Schenk durch, sie wurde in 2:46:25 Neunte. "Es war mein Ziel, den Staatsmeistertitel nach Hause zu laufen. Bis Kilometer 25, 26 habe ich Magenprobleme bekommen, die Beine waren gut. Es war ein Kampf mit mir selbst bis ins Ziel", meinte Schenk.

Die Halbmarathonsiege gingen an Österreich. Bei den Männern setzte sich Andreas Stöckl in 1:12:14 Stunden vor Peter Herzog (1:12:33) und Valentin Pfeil (1:12:33) durch, die sich beide kurzfristig - ohne Ambition auf eine Topzeit, sondern eher zu Trainingszwecken - zum Antreten entschieden hatten. Bei den Frauen gewann erwartungsgemäß Eva Wutti, in 1:16:14 siegte sie vor der Slowenin Anja Fink (1:16:26) und Cornelia Stöckl-Moser (1:22:03).

"Es war ein tolles Rennen, der Zieleinlauf sehr emotional. Für mich war es eine Spur zu warm, aber unbeschreiblich", sagte Stöckl, der mit der Zeit nicht zufrieden war. Wutti erklärte, es sei "ein Genuss gewesen, durch Wien zu laufen", sie sei mit der Leistung aber unzufrieden, berichtete von Schmerzen in den Füßen.

Halbmarathon-Teilnehmer in Wien gestorben

Der 37. Vienna City Marathon ist am Sonntagnachmittag vom Tod eines Teilnehmers des Halbmarathons überschattet worden, der laut orf.at kurz vor dem Ziel beim Burgtheater zusammengebrochen war. Der 40-Jährige wurde demnach noch an Ort und Stelle notfallmedizinisch erstversorgt, ehe er in ein Krankenhaus gebracht wurde. Dort starb er an den Folgen eines Herz-Kreislaufstillstands.

"Wir sind sehr betroffen von diesem Fall. Unsere Anteilnahme und unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen des Läufers", reagierte Veranstalter Wolfgang Konrad in einem Statement auf den Vorfall. Nach optimaler Rettungskette sei der Mann unter Reanimationsbedingungen ins Krankenhaus gebracht worden und in der Folge verstorben. Weitere Details sind den Organisatoren nicht bekannt.

Zuletzt musste beim 36. Vienna City Marathon ein Todesopfer vermeldet werden. Ein über 60-Jähriger Teilnehmer starb im April 2019 im Wiener AKH, nachdem er zuvor während des Rennens zusammengebrochen war.

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