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Österreichs größtes EM-Debakel endete mit Weidlingers Fast-Kollaps

Nur mit einem Top-Ten-Platz und dem schwächsten EM-Ergebnis aller Zeiten verabschieden sich Österreichs Leichtathleten aus Barcelona. Die Bilanz konnte auch Günther Weidlinger nicht aufpolieren, der bei dem Hitzemarathon keinen kühlen Kopf bewahrte. Er wurde 18., Viktor Röthlin siegte.

Österreichs größtes EM-Debakel endete mit Weidlingers Fast-Kollaps

Immer cool bleiben: Weidlinger war das beim EM-Marathon schwer gefallen. Er wurde 18. Bild: GEPA

„Jetzt kennt der Günther nicht einmal mehr seinen Papa“, schnaufte Heinrich Weidlinger an der Labestelle, wo er seinem völlig desorientierten Sohn Wasser reichte. „Er kollabiert ja fast.“ Bei 30 Grad Mittagshitze im brütend heißen Stadtkern liefen den Besuchern allein vom Zusehen Schweißperlen von der Stirn. Schatten spendeten zwar Palmen, aber die Urlaubsstimmung war für Herrn Weidlinger so weit weg wie ein Podestplatz für seinen Sohn. Der war am Anfang noch auf Medaillenkurs gelegen, doch nun kämpfte der 32-jährige Innviertler mit Wadenproblemen, mit großen Kopfschmerzen, mit gut 15 Kilometern, die noch vor ihm lagen bis ins Ziel.

Nach harten 2:23,37 Stunden mit Gehpausen war Weidlinger dort als 18. angekommen, acht Minuten nach dem abgebrühten Schweizer Sieger Viktor Röthlin. „Ich bin so froh, hier zu sein“, sagte Weidlinger stolz und legte einen Eisbeutel auf seinen Kopf. „Die Hitze war ein Wahnsinn. Das war das schwierigste Rennen, das ich je gemacht habe. Manchmal hab’ ich nicht einmal mitbekommen, was ich tu. Aber Aufgeben gibt’s nicht.“ Die Nacht zuvor war kurz gewesen, „bis drei Uhr hab’ ich geschlafen, dann haben die deutschen Werfer zu feiern begonnen im Park vor meinem Hotelfenster. Das war nicht so super.“

Die Deutschen und Schweizer in Feierlaune – und die Österreicher? Noch nie war es bei einer EM so schlecht gelaufen. Alles schwarzmalen wollte der Verband freilich nicht, obwohl er das Ziel verfehlt hat. Die Latte lag nach Göteborg 2006 nicht hoch, die Plätze sieben und neun von Weidlinger und Martin Pröll galt es zu übertreffen. Zuvor hatte Österreich nur 1986 in Stuttgart annähernd schlecht abgeschnitten, als wie heuer ein neunter Platz der beste war. Dazu gab es zwei elfte Ränge, heuer nur einen davon.

Prüller gab auf, Pflügl nicht

Eine schlaflose Nacht ab vier Uhr früh plagte Florian Prüller. „Dünnpfiff“, erklärte der Großraminger. Mit Magenschmerzen quälte er sich bis Kilometer 23, „ab da konnte ich nicht mal mehr aufrecht laufen, es ging nicht mehr.“ Somit stellte Österreich nicht genügend Finisher für die Team-Wertung, die an Spanien ging. Christian Pflügl aus St. Konrad biss sich durch und ließ in Summe einen Läufer hinter sich, er wurde 44. „Ich hab nie geglaubt, dass ein Marathon so hart sein kann“, sagte er, „zwischendurch wusste ich nicht einmal, ob ich auf der richtigen Straßenseite laufe.“ Dass die Orientierung des ÖLV-Teams aber stimmt, glaubt Anti-Doping-Kämpfer Wilhelm Lilge, dessen Athlet Andreas Vojta der größte Lichtblick war: „Das war wohl Österreichs sauberstes Team seit 50 Jahren.“

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Artikel Von Marlies Czerny aus Barcelona 02. August 2010 - 00:04 Uhr
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