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Schlierbachs Meisterkicker zahlen sogar drauf

SCHLIERBACH. 1. Klasse Ost: Mit 57 Punkten gelang dem Verein die Rückkehr in die Bezirksliga.

Die Schlierbacher Meisterkicker feierten den Aufstieg auf einer Traktorfahrt quer durch den Stiftsort. Bild: www.facebook.com/Union-Schlierbach-Fußball

Bei der Union Schlierbach ticken die Uhren anders: Der Klub aus dem Kremstal gehört zu der aussterbenden Rasse jener Vereine, die im Amateurfußball auf Spielergehälter verzichten. Trotzdem holte das Team von Trainer Harald Aitzetmüller nach einer souveränen Saison den Meistertitel in der 1. Klasse Ost. "Weil wir eine homogene Einheit sind. Als Mannschaft sind wir sicher am stärksten aufgetreten. Außerdem: Wer am Ende einer Saison ganz vorne steht, der hat es auch verdient", sagt Sportchef Ewald Hollinger.

Dass bei den Kremstalern der Spaß am Fußball und die gute Kameradschaft im Vordergrund stehen, bewiesen sie nicht nur in der abgelaufenen Spielzeit am grünen Rasen – sondern auch außerhalb des Platzes bei einer in der Sommerpause gestarteten Bausteinaktion. Die Errichtung einer neuen Flutlichtanlage war unausweichlich – das Budget des Unterhausklubs ließ aber keine großen Sprünge zu. So wurden Bausteine an Fans und regionale Firmen verkauft – sogar alle Spieler, Funktionäre und Nachwuchstrainer machten bei der Aktion mit. In Schlierbach zahlen die Kicker also sogar drauf, um bei ihrem Lieblingsverein Fußball zu spielen. Hollinger: "Das war schon sensationell, dass sich auch alle Spieler beteiligt haben, obwohl sie für den Verein schon gratis spielen. Das zeichnet uns aber auch aus. Diese Kameradschaft gibt es sonst nirgends."

Klassenerhalt als Ziel

Der Schlierbacher Zusammenhalt soll auch in der Bezirksliga Süd zum großen Trumpf werden. "Wir gehen fast unverändert in die neue Saison. Unser Meister-Team darf sich auch in der Bezirksliga beweisen", sagt Hollinger. Realistisch gesteckt sind auch die Saisonziele des Aufsteigers. "Der Klassenerhalt ist das große Ziel, wenn sich ein einstelliger Tabellenplatz ausgeht, wäre es ein Traum."

Dass die Stiftskicker mit vermeintlich besseren Teams mithalten können, zeigten sie bei der 1:4-Niederlage im Baunti-Landescup gegen OÖ-Ligist Gmunden. Bis zur 70. Minute stand es 1:1, erst im Finish setzte sich der Favorit durch. Und außerdem: Mit Herz und Einsatz ist viel möglich – das bewies Schlierbach zuletzt nicht nur auf dem Fußballplatz...

 

Aufhören, wenn es am schönsten ist

Er ist der Chef über die Finanzen, regelt den Kantinenbetrieb und ist sich nicht zu schade, wenn am Spieltag eine helfende Hand gefragt ist: Ohne Rudolf Grasegger würde bei der Union Schlierbach wohl nicht viel laufen.

Der Filialleiter der Raiffeisenbank im Stiftsort lebt seit Jahrzehnten für den Verein – war bis zum Sommer auch Sektionsleiter des Klubs. Wenn jemand den Verein in der Außendarstellung perfekt verkörpert, dann er: Als ehrlicher, sympathischer Arbeiter, der selbst in der Stunde eines der größten Erfolge in der Vereinsgeschichte bescheiden bleibt.

Dabei drängt sich der dreifache Familienvater auch nicht in den Vordergrund. Im Gegenteil: Im Sommer übergab der Langzeit-Macher an ein neues, junges Funktionärsteam, zog sich in die zweite Reihe zurück. Auch das zeichnet Grasegger aus: Er hört auf, wenn es am schönsten ist. Im Hintergrund wird er als Kassier an Bord bleiben. Und wie immer da sein, wenn etwas ansteht...

 

Namen und Fakten

Gründungsjahr: 1959
Obmann: Karl Limberger
Sektionsleiter: Raphael Watzinger
Jugendleiter und Sportchef: Ewald Hollinger
Kassier: Rudolf Grasegger
Funktionäre: Pascal Ebner, Gerald Oberndorfinger, Sebastian Krammer, Gerald Schmied, Manuel Neubauer
Trainer: Harald Aitzetmüller
Kader: Julian Huemer, Michael Hebesberger, Tobias Pramberger, Albin Aichberger, Lukas Aitzetmüller, Michael Bamberger, Leo Ebner, Gabriel Gerstmayr, Martin Grasegger, Daniel Hollinger, Thomas Hornhuber, Stefan Hubmer, Sebastian Krammer, Thomas Langeder, Manuel Neubauer, Gerald Oberndorfinger, Niklas Prieler, Martin Reithuber, Roland Steinmair, Andreas Tiefenthaler, Christop Tragler, Manuel Winter

 

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Artikel Raphael Watzinger 11. August 2017 - 00:04 Uhr
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