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LASK

Jürgen Werner: „Ich kehre nicht mehr zum LASK zurück“

28. September 2021 13:27 Uhr

Jürgen Werner schließt das Kapitel LASK.

LINZ. Der ehemalige Vizepräsident kann sich mit Entscheidungen der vergangenen Monate „absolut nicht identifizieren“.

Der ehemalige LASK-Vizepräsident Jürgen Werner zieht den endgültigen Schlussstrich nach sieben Jahren: Nachdem vor drei Wochen seine Funktionssperre aufgehoben worden war und das Verfahren vom Senat 2 neu behandelt werden muss, gab Werner bekannt, zukünftig keine Position bei den Athletikern zu übernehmen. 

„Da ich mich mit vielen Entscheidungen und Vorgehensweisen der letzten vier Monate absolut nicht identifizieren kann, werde ich auch nach einem Freispruch oder dem Ablauf einer möglichen Sperre nicht mehr zum LASK zurückkehren“, erklärte der Welser. „Der LASK hat bereits einen neuen Sportdirektor gesucht und auch gefunden, und will auch vereinsseitig nicht mehr, dass ich in eine sportliche Gestaltungsfunktion zurückkehre. Somit ist das Kapitel für mich auch abgeschlossen.“

Der Abschiedsbrief von Jürgen Werner

„Die letzten Wochen und Monate waren sehr nervenaufreibend und erschöpfend. Die unfaire Medienkampagne gegen meine Person und somit auch gegen den LASK haben auch merkliche Spuren bei mir hinterlassen. Die Konsequenz daraus war auch mein Rücktritt als Vizepräsident des LASK.

In den vergangenen drei Wochen kam es zu zwei entscheidenden Urteilssprüchen der Senate der Bundesliga: Obwohl ich mich über den Entscheid des Protestkomitees der Bundesliga, das ursprüngliche Urteil des Senat 2 vorläufig aufzuheben, persönlich sehr freue, ist dies nur ein Nebenschauplatz, weil er eben nur mich persönlich betrifft. Viel entscheidender war die Entscheidung des Senat 5 in Hinblick auf den LASK, wo eindeutig festgestellt wurde, dass der LASK (und damit auch meine Person) keinerlei verbotenen Geschäfte mit Transferrechten von Spielern betrieben hat.

Selbstverständlich haben, besonders nach den Urteilssprüchen, aber auch die Wochen und Monate davor, viele Personen versucht, mit mir Kontakt aufzunehmen: Freunde und Bekannte haben sich über die klaren Entscheide der neutralen Verbandsgerichte der Bundesliga gefreut, es gab viele positive Rückmeldungen von unterschiedlichen Klubs, aber auch von vielen LASK-Spielern, was mich ganz besonders gefreut hat, weil wir einen wirklich großen Teil des Weges der letzten Jahre immerhin gemeinsam gegangen sind. Selbstverständlich wolltet auch viele Medienvertreter ein Statement von mir.

Bis zum heutigen Tage habe ich mich daran gehalten, keine Stellungnahme abzugeben. Einerseits wollte ich die laufenden Verfahren nicht zusätzlich befeuern und durch (möglicherweise falsch interpretierbare) Statements meinerseits die Entscheidungsfindung in irgendeiner Form beeinflussen. Andererseits wusste ich auch ehrlich gesagt nicht mehr, was für meine Person im Umgang mit den Medien der richtige Weg zum richtigen Zeitpunkt ist – ein Interview mit einem bestimmten Medium, ein Gespräch im Radio oder TV oder ein öffentlich veranstaltetes Pressegespräch? Sollte ich proaktiv auf euch, Redakteure und Reporterzugehen und über die Situation sprechen? Aufgrund dieser offenen Fragen, entschied ich mich vorerst dazu, sich im Hintergrund zu halten, da es mir eben primär nicht um mich, einen zurückgetretenen Funktionär, sondern um den LASK und dessen Entwicklung ging.

Weil es aber nun immer wieder (in Medien, Foren und auch in meinem persönlichen Umfeld, vor allem auch im Stadion) zu den Fragen um meine Person kommt, und zwar, ob ich , etwa nach Ablauf der Sperre wieder zurückkehre und wenn ja, wann, und in welcher Position, möchte ich darauf nun eingehen.

Dazu möchte ich zuvorderst festhalten, dass ich im Mai dieses Jahres als Vizepräsident des LASK zurückgetreten und seither beim LASK überhaupt nicht mehr in Erscheinung getreten bin. Ich habe weder im Hintergrund Fäden gezogen, noch habe ich danach mit irgendeinem Spieler, Trainer oder einem Verein im Namen des LASK verhandelt. Ich habe ab diesem Zeitpunkt wie immer geartete Entscheidungen – ob sportlich, strukturell oder wirtschaftlich – weder kommentiert, vorbereitet oder gar getroffen.

Dennoch werde ich immer wieder mit dem Gerücht konfrontiert, wonach ich nach wie vor die sportliche Richtung vorgebe, und nach einem endgültigen Freispruch oder dem Ablauf einer etwaige Sperre sofort wieder zurückkehre. Gerade deshalb erscheint es mir wichtig, dies auch in dieser deutlichen Form klarzustellen:

Da ich mich mit vielen Entscheidungen und Vorgehensweisen der letzten vier Monate absolut nicht identifizieren kann, werde ich auch nach einem Freispruch oder dem Ablauf einer möglichen Sperre nicht mehr zum LASK zurückkehren. Der LASK hat bereits einen neuen Sportdirektor gesucht und auch gefunden, und will auch vereinsseitig nicht mehr, dass ich in eine sportliche Gestaltungsfunktion zurückkehre. Somit ist das Kapitel für mich auch abgeschlossen.

Nach sieben grandiosen Jahren mit tollen Erfolgen und einem selten vorgezeigten sportlichen Entwicklungsweg gehe ich natürlich mit Wehmut, vor allem, weil ausschließlich interne Querelen im Verein dazu geführt haben, dass es nun so gekommen ist.

Ich bin nach wie vor „Freund des LASK“, schaue mir die Spiele an und drücke den Jungs die Daumen. Selbstverständlich wünsche ich dem LASK nochmals so erfolgreiche Jahre und dies hoffentlich in einem neuen, tollen Stadion.“

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